Mittwoch, 4. Januar 2017

Bochumer Sternentheater war 2016 das meistbesuchte Planetarium Deutschlands

Ich seh’ den Sternenhimmel…

Wie die Stadt Bochum gestern in einer Pressemitteilung verlauten ließ, haben 2016 248.091 Menschen das Sternen­theater an der Castroper Straße besucht, so viele wie nie zuvor und gut 6.000 mehr als im Vorjahr. Der besucher­stärkste Monat war der Dezember mit fast 28.000 Gästen. Insbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr waren die zahlreichen Veranstaltungen fast durchweg ausverkauft. Selbst im hochsommerlichen September, dem besucher­schwächsten Monat, betrug die Besucherzahl noch mehr als 11.000.

Zeiss Planetarium Bochum, Außenansicht

Das am 6. November 1964 eröffnete Haus ist damit ein Publikumsmagnet für die gesamte Region und von großer überregionaler Bedeutung, kommen doch mehr als 85 Prozent der Besucher nicht aus Bochum. Gäste aus dem Ruhrgebiet stellen naturgemäß die Mehrheit des Publikums, aber auch das Rheinland und das Sauerland sind stark vertreten. Und auch, wenn man im Planetarium einen süddeutschen Zungenschlag hört, sollte man nicht überrascht sein.

Deutschlandweit dürfte das Bochumer Planetarium im Jahr 2016 den Platz des besucherstärksten Planetariums ein­nehmen, da das gewöhnlich besucherstärkste Planetarium Hamburg nach anderthalb Jahren umfangreicher Erweiterungs­arbeiten am 14. Februar 2017 erst wieder eröffnet wird. Angesichts des Besucherandrangs leidet auch das Planetarium Bochum unter akutem Platzmangel.

Wodurch ist der große und anhaltende Erfolg des Bochumer Sternentheaters zu erklären? „Vor allem“, so Planetariums­leiterin Prof. Susanne Hüttemeister, „hängt das mit der großen Vielfalt des Programms zusammen.“ 2016 fanden nicht weniger als 2.301 Veranstaltungen statt. Im Planetarium kann man noch am späten Abend musikalische Reisen in die Welt der Fantasie unternehmen. Natürlich gibt es ein höchst abwechslungsreiches Programm von Weltraum­shows, die bis an die Grenzen von Raum und Zeit führen. Auch Kinder erleben die kosmischen Weiten in für die ganze Familie gestalteten Shows. Regelmäßig finden Live-Konzerte und Hörspiel-Aufführungen statt, wofür auf der Bühne auch ein Konzertflügel steht.

Moderner Planetariumsprojektor Modell IX „Universarium“ von Carl Zeiss

„Unser Planetarium ist ein beeindruckender Spielort für ganz unterschiedliche Veranstaltungen“, erklärt Susanne Hüttemeister. „Selbstverständlich steht meist das Universum im Mittelpunkt, und der beeindruckend schöne Sternenhimmel spielt eine große Rolle. Aber die Kuppel erlaubt auch das Eintauchen in ganz andere eindrucksvolle Welten. Dabei zeigen unsere zahlreichen Eigenproduktionen, wie wichtig ein eigenes Profil ist. Wesentlich ist, dass wir unsere Stärken bewahren, uns aber auch immer wieder neu erfinden.“

Und so erwartet das Publikum auch im Jahr 2017 viel Neues im Bochumer Planetarium. Zurzeit ist eine Rekordzahl von sechs Premieren neuer Produktionen geplant, von denen drei schon feste Termine im April, Mai und Juni haben. Neue Welt­raum­reisen, etwa zu den „Wundern des Kosmos“ (Premiere 4. April 2017) und den Planeten unseres Sonnen­systems, stehen dabei ebenso auf dem Spielplan der kommenden Monate wie ein musikalisches Abenteuer für Jung und Alt, das „Silberne Segel“ (Premiere 12. Mai 2017). In diesem musikalischen Abenteuer des Schriftstellers und Liedermachers Wolfram Eicke mit Musik von Hans Niehaus wirken Stars wie Uwe Ochsenknecht und Nina Hagen mit. In der zweiten Jahreshälfte lockt dann unter anderem eine neue Kindershow für die jüngsten Besucher. Die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2017 dürften damit gestellt sein, auch wenn dann Hamburg wieder bundesweit die Nase vorn haben dürfte, was die Besucherzahlen anbelangt.

Keine Kommentare: