Donnerstag, 15. Dezember 2016

„Starlight Express“: Das Jahresprogramm 2017

Das Erfolgsmusical startet mit Sondershows, einer luxuriösen Premiumkategorie und neuer Theater­be­stuhlung ins neue Jahr

„Starlight Express“ – basierend auf den „The Railway Series“-Büchern von Reverend Wilbert Awdry; Musik: Andrew Lloyd Webber; Lyrics und Buch: Richard Stilgoe; „Für immer“ Musik: Alastair Lloyd Webber; Text: Nick Coler; Deutsche Bearbeitung: Sabine Grohmann, Wolfgang Adenberg; Regie: Dion McHugh; Choreographie: Arlene Phillips; Bühne und Kostüme: John Napier; Lichtdesign: David Hersey; Musikalischer Leiter: Matthew Ramplin. Darsteller: Jeffrey Socia (Rusty, junge Dampflok), Emily Beth Harrington (Pearl, Erste-Klasse-Wagen), Gavin Ashbarry (Papa, alte Dampflok), Paul Shipp (Greaseball, Diesellok), Joseph Connor (Electra, E-Lok), Daniel Ellison (Caboose, Bremswagen), Abigail Dever (Dinah, Speisewagen), Sian Velazquez (Buffy, Bar- und Buffetwagen), Lindsay Atherton (Ashley, Raucherwagen), Cary Chennell (Dustin, Eisenerztender), Darren John (Flat Top, Steinwagen), Brett Shiels (Hip Hopper 1, Frachtwagen), Cyrus Brandon (Hip Hopper 2, Frachtwagen), Dennis Spee (Hip Hopper 3, Frachtwagen), Jonathan Mawson (Purse, Geldwagen), Dawn Leigh-Woods (Volta, Kühlwagen), Blythe Jandoo (Joule, Sprengstoffwagen), Helen Petrovna (Wrench, Reparaturwagen), Jared Thompson (Krupp, Chauffeur- und Panzerwagen), Dewayne Adams (Hashamoto, Schnellzug aus Japan), Craig Tyler (Espresso, Schnellzug aus Italien), Karl Seal (Ruhrgold, Schnellzug aus Deutschland), Brad Corben (Bobo, Schnellzug aus Frankreich), Erik van Hoof (Turnov, Schnellzug aus Russland), N. N., N. N. (Trax, Streckenposten). Stimme der Mutter: Birgitt Theiss; Stimme des Jungen: Paul Falk. Uraufführung: 27. März 1984, Apollo Victoria Theatre, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 12. Juni 1988, Starlight Express-Theater, Bochum. Besuchte Vorstellung: 14. Dezember 2016.

Am 12. Juni 1988 feierte das Musical „Starlight Express“ im ausschließlich für ein spezielles Bühnenstück gebauten Theater in Bochum seine Deutschsprachige Erstaufführung. Die Investition von 24 Millionen Deutschen Mark für den Bau war sehr umstritten, da seinerzeit nicht von einer langfristigen Rentabilität ausgegangen wurde. Seitdem wird das Rennen zwischen der jungen Dampflokomotive Rusty, der modernen E-Lok Electra und der Diesel-Lok Greaseball ununterbrochen im Starlight Express Theater gezeigt. Mehr als 25 Jahre später, am 15. Januar 2014 feierte „Starlight Express“ seine 10.000ste Vorstellung. Es ist damit erst das dritte Musical weltweit, das 10.000 Mal an einem Standort aufgeführt wurde. Lediglich „The Phantom of the Opera“ von Andrew Lloyd Webber wurde sowohl im Londoner West End (Premiere 9. Oktober 1986) als auch am Broadway in New York (Premiere 26. Januar 1988) häufiger aufgeführt, am Her Majesty’s Theatre fand am 23. Oktober 2010 die 10.000ste Vorstellung und am 11. August 2015 die 12.000ste Vorstellung statt, und am Majestic Theatre am 11. Februar 2012 die 10.000ste Vorstellung und am 28. November 2016 die 12.000ste Vorstellung. „Les Misérables“ bringt es am Londoner West End (Premiere 8. Oktober 1985) sogar auf noch mehr Vorstellungen, wechselte allerdings am 4. Dezember 1985 vom Barbican Arts Centre an das Palace Theatre und nochmals am 3. April 2004 an das Queen’s Theatre, wo am 5. Januar 2010 die 10.000ste Vorstellung und am 25. Oktober 2014 die 12.000ste Vorstellung über die Bühne ging. Es ist ganz erstaunlich, wie diese Fakten ignoriert werden und „Starlight Express“ in Bochum in der deutschsprachigen Enzyklopädie Wikipedia als „das derzeit am längsten laufende Musical der Welt“ bezeichnet wird. Übrigens, ein Musical wird in Deutschland seit seiner Uraufführung am 30. April 1986 noch länger an einem Standort gespielt als „Starlight Express“ in Bochum: „Linie 1“ von Birger Heymann (Musik) und Volker Ludwig (Buch und Liedtexte) am Berliner Grips Theater. Nur eben nicht en suite, sondern im Repertoire, weshalb es „Linie 1“ bei weitem nicht auf so viele Vorstellungen bringt wie „Starlight Express“.

„Starlight Express“, Jeffrey Socia (Rusty)

Friedrich Kurz (* 1948 in Nürtingen) hatte bereits das Operettenhaus in Hamburg zum Musicaltheater umbauen lassen und ließ dort ab 18. April 1986 „Cats“ von Andrew Lloyd Webber aufführen, das Theaterintendant Peter Weck schon am 24. September 1983 im Theater an der Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht hatte. Von 1986 bis 1988 ließ Friedrich Kurz in Bochum das bereits erwähnte Starlight Express Theater speziell nur für ein einziges Musical errichten, eben „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber, was sicher ein Grund für den anhaltenden Erfolg dieser Produktion sein dürfte. Produktionen am Londoner West End (7.406 Vorstellungen im Apollo Victoria Theatre vom 27. März 1984 bis 12. Januar 2002) oder am Broadway (761 Vorstellungen im Gershwin Theatre vom 15. März 1987 bis 8. Januar 1989) sind längst wieder von den Spielplänen verschwunden. Als die 1988 von Rolf Deyhle (* 3. Oktober 1938 in Stuttgart, † 2. Mai 2014 in Badenweiler) und Friedrich Kurz gegründete Stella AG 2002 Insolvenz anmelden musste, hätte dies auch das Ende für „Starlight Express“ bedeutet. Mit Thomas Krauth (* 8. November 1953 in Eberbach) wurde jedoch ein neuer Betreiber gefunden. 2008 übernahm Maik Klokow (* 13. Januar 1965 in Wismar) die Geschäftsführung der Düsseldorfer Unternehmensgruppe von Thomas Krauth, gründete im April 2009 die Mehr! Entertainment Unter­nehmens­gruppe und betreibt seither mit dieser das Starlight Express Theater. Am 14. September 2016 wurde dort die 16-millionste Besucherin begrüßt.

„Starlight Express“, Jeffrey Socia (Rusty)

Aller Voraussicht nach wird „Starlight Express“ in Bochum im Juni 2018 seinen 30. Geburtstag feiern. Daher wird bereits jetzt in die Zukunft des Musicals und des Theaters investiert. Das fängt mit der Theaterbestuhlung an, die im Februar 2017 komplett ausgetauscht und im Anschluss verkauft werden soll, auf Wunsch auch von den Darstellern signiert. Schon in dieser Woche wurden die bisherigen Drehstühle im Panorama-Parkett durch so genannte „Premium-Sessel“ mit Lederbezug und hoher Rückenlehne ersetzt, die sich komplett um 360 Grad drehen lassen und dadurch erlauben, auch die Rennszenen einfach und bequem mitzuverfolgen. Das ist kein leeres Gerede, nachdem ich selbst eine Vorstellung in einem der neuen „Premium-Sessel“ miterleben durfte, kann ich nur sagen, dass ich noch in keinem anderen Theater weltweit derartig bequem eine Vorstellung verfolgen konnte. Nun fehlen nur noch Snacks und Drinks, die von den Girls am Platz serviert werden. Die wird es aber nicht geben, denn im Theatersaal sind Speisen und Getränke nicht erlaubt. Tickets für die insgesamt 34 „Premium-Sessel“ können für Vorstellungen ab Januar 2017 in der Premium Kategorie zu Preisen von 115,90 € am Mittwochabend bis 138,90 € am Samstagabend (zzgl. 4,90 € Versandkosten bzw. 2,50 € für Hinterlegung an der Tages-/Abendkasse oder Print@Home) gebucht werden.

Starlight Express Theater, die neuen „Premium-Sessel“ im Panorama-Parkett

Weiterhin hat sich das Team des Erfolgsmusicals für das kommende Jahr einige Überraschungen einfallen lassen, 2017 stehen u. a. sieben Sondershows auf dem Spielplan:

Dienstag, 28. März 2017, 18.30 Uhr: Sondershow „One Night Only“
Zum ersten Mal seit der Deutschsprachigen Erstaufführung wird „Starlight Express“ in Bochum in der englischen Originalversion aufgeführt. Es gelten die regulären Ticket-Preise.

Sonntag, 30. April 2017, 21.00 Uhr: Sondershow „Rennen in den Mai“
Auch 2017 werden die Lokomotiven von „Starlight Express“ am 30. April traditionell wieder zu später Stunde an den Start gehen. Nach der Vorstellung lädt das Ensemble zur Feier in den Mai mit Aftershowparty und Live-Musik.

Dienstag, 11. Juli 2017, 18.30 Uhr: Sondershow „Kids Only“
Bei der „Kids only“-Show erleben Kinder zwischen 8 und 14 Jahren eine Show nur für junge Zuschauer – mit Rahmenprogramm für Eltern und Begleitpersonen. Tickets werden zum Einheitspreis von 39 € incl. Softgetränk und Brezel erhältlich sein.

Dienstag, 24. Oktober 2017, 18.30 Uhr: Sondershow „Sing along“
Bei der „Sing Along“-Show sind alle Besucher aufgerufen, die Ohrwürmer aus „Starlight Express“ mitzusingen. Für Textsicherheit sorgen seitlich der Bühne aufgehängte Leinwände. Die Sonderpreise für diese Show werden noch bekanntgegeben.

Sonntag, 3., 10. und 17. Dezember 2017, ab 13.00 Uhr: Adventsshows
An den drei Adventssonntagen versetzt „Starlight Express“ die Zuschauer mit einem vorweihnachtlichen Rahmenprogramm in Weihnachtstimmung, welches im regulären Eintrittspreis inbegriffen ist.

„Starlight Express“, Skate Warm-up

Daneben sollen die traditionellen Events nicht unerwähnt bleiben:

Sonntag, 28. Mai 2017, 19.00 Uhr: „Good bye“ Show
„Starlight Express“ verabschiedet das Ensemble 2016/2017

Dienstag, 31. Mai 2017, 18.30 Uhr
„Starlight Express“ begrüßt das neue Ensemble 2017/2018

Dienstag, 29. August 2017
Am letzten Ferientag der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen feiert „Starlight Express“ seinen 29. Tag der offenen Tür mit dem traditionellen Blick hinter die Kulissen, dem Kostüm-, Gesangs- und Tanzwettbewerb und weiteren Programmpunkten.

„Starlight Express“ Megamix, Ensemble

„Starlight Express“ ist die „wichtigste Nacht der Weltgeschichte“, im Traum eines kleinen Kindes werden Lokomotiven und Eisenbahnwaggons lebendig und tragen die Weltmeisterschaft im Rennen der internationalen Züge aus. In Bochum stehen 26 Darsteller – 24 auf Rollerskates und zwei Stuntskater auf Inlineskates – auf der etwa 1.100 m² großen Bühne, die sich auf drei Ebenen verteilt, und fahren mit über 60 km/h über die Rollbahnen, die sich durch die Zuschauerränge und auch durch das Parkett im Zuschauerraum ziehen und durch 840 in den Boden eingelassene Leuchtstofflampen das Aussehen von Gleisen bekommen. Die junge Dampflokomotive Rusty scheint gegen ihre modernen Herausforderer zunächst keine Chance zu haben, da sie technisch schon lange nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist. Erst als der legendäre Starlight Express Rusty den Glauben an sich selbst zurückgibt, wendet sich für ihn das Blatt. Und auch Pearl, der Erste-Klasse-Wagen, die ihr Herz zwischenzeitlich an Electra, die modere E-Lok, verloren hat, muss feststellen, wen sie wirklich liebt.

Preußische T 9.1 Cöln 7270, Baujahr 1893, auf dem Theatervorplatz

Die Songabfolge wird noch in der Fassung von 2013 präsentiert, wie sie auch auf dem Ende Januar 2015 erschienenen Doppelalbum festgehalten ist, welches bereits im Sommer 2013 mit einem 9-köpfigen Orchester eingespielt wurde und auf dem noch die Besetzung mit Marcel Brauneis (Rusty) zu hören ist, der die Produktion im Mai 2014 verlassen hat, nachdem er seit Juni 2011 als 13. und zweiter deutschsprachiger Darsteller (nach Kevin Köhler) die Erstbesetzung der jungen Dampflok gespielt hatte. Bei einigen Darstellern im aktuellen Ensemble handelt es sich schon fast um „Starlight Express-Veteranen“, die mit der Show bestens vertraut sind: Jeffrey Socia (Rusty) kam 2013 als französischer Schnellzug Bobo nach Bochum, Carla Pullen (Pearl) 2009 als Pearl, für sie hat am 14. Dezember Emily Beth Harrington die Rolle des Erste-Klasse-Wagens gecovert, die sonst die Erstbesetzung des Raucherwagens Ashley spielt, Reginald Holden Jennings (Papa) 2008 als Hip Hopper 1, seine Rolle wurde von Gavin Ashbarry gecovert, der sonst die Erstbesetzung des Eisenerztenders Dustin spielt, Michael Quinn (Greaseball) 2015 als Greaseball, für ihn stand Paul Shipp als Diesellok auf der Bühne, Richard Woodford (Electra) 2002 als Electra, für ihn hat Joseph Connor die Rolle der E-Lok gecovert, Daniel Ellison (Caboose) 2012 als Krupp, Abigail Dever (Dinah) 2011 als Swing, Sian Velazquez (Buffy) 2007 als Swing, Lindsay Atherton (Ashley) 2016 als Swing und Cary Chennell (Dustin) 1996 als Swing. Alles in allem weiß das Ensemble durchgängig zu überzeugen, und wenn die Darsteller beim Megamix zum Abklatschen an den Zuschauern vorbei fahren, ist die Stimmung im Theatersaal auf dem Höhepunkt angekommen.

Starlight Express Theater zur Weihnachtszeit

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