Samstag, 31. Dezember 2016

Inhaltsverzeichnis 2016

Da sich das Inhaltsverzeichnis als Startseite in den vergangenen Jahren bewährt hat, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Index. Never touch a running system!


39. Duisburger Weihnachtsmarkt 2016

Jeder ist seines Glückes Schmied

Lehmbruck-Museum

Zum Jahresende galt es, die RUHR.TOPCARD 2016 ein letztes Mal einzusetzen, wofür ich das Lehmbruck-Museum in Duisburg ausgewählt hatte, das ich seit geraumer Zeit nicht mehr besucht hatte. Wer das Museum mit einem Schwerpunkt auf dem Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (* 4. Januar 1881 in Meiderich bei Duisburg, † 25. März 1919 in Berlin) kennt, der weiß, dass man dort zwar „zu privaten Zwecken“ fotografieren darf, die Fotos aber nicht veröffentlichen darf. Das Aufsichtspersonal hat alle Hände voll zu tun, dass auch ja jeder das entsprechende Formular ausfüllt und mit einem Sticker im Museum herumläuft, der dies bestätigt. Da fehlen einem die Worte. Da aber ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte sagt, sind an dieser Stelle weitere Ausführungen zu den ausgestellten Exponaten hinfällig. Jeder ist seines Glückes Schmied…

Lehmbruck-Museum, „Lightline“ von Waltraud Cooper, 2004

Lehmbruck-Museum

Da kam es mir recht gelegen, dass der Duisburger Weihnachtsmarkt auch noch nach Weihnachten bis zum 30. Dezember 2016 geöffnet hatte. Von Weihnachtsstimmung war dort zwar auch keine Spur mehr, aber was will man selbst unter normalen Umständen einen Tag vor Silvester auch erwarten!? Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizeibeamte, die nach dem Terroranschlag in Berlin über die Königstraße patrouillieren, mögen dem ein oder anderen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, mir ist bei dem Anblick eher ein wenig mulmig zumute.

Duisburger Weihnachtsmarkt auf der Königstraße

Glühweinpyramide auf der Königstraße

„Glitzerbaum“ auf dem König-Heinrich-Platz, rechts das Stadttheater

„Lifesaver“, Niki de Saint-Phalle und Jean Tinguely, 1991 – 1993

Parkhaus in der Düsseldorfer Straße

Eislaufbahn der Stadtwerke Duisburg am Kuhtor

„Glitzerbaum“ am Kuhtor

Riesenrad auf der Kuhstraße

Riesenrad auf der Kuhstraße

Freitag, 30. Dezember 2016

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum im Umbruch

Früher war alles anders

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum wurde am 1. April 1930 durch einen Vertrag der Stadt Bochum und der Westfälischen Berggewerkschaftskasse gegründet, um „eine Übersicht über die geschichtliche Entwicklung des Bergbaus zu geben und den Betrieb des Bergbaus im Modell oder in künstlicher Wiedergabe vorzuführen“. Es handelt sich nicht – wie manchmal fälscherlicherweise angenommen – um ein ehemaliges Bergwerk, wenngleich die Museumsgebäude von einem „bergbaulichen Erscheinungsbild“ geprägt sind. Das Doppelbock-Fördergerüst über dem Deutschen Bergbau-Museum stammt von der am 14. Mai 1971 stillgelegten Zeche Germania in Dortmund, das Anschauungsbergwerk befindet sich in einer Tiefe von lediglich bis zu 20 Metern unter der Tagesoberfläche. Dass die Dauerausstellung wegen der Generalsanierung des Hauses geschlossen ist und die Exponate eingepackt und ausgelagert wurden, dürfte sich zwischenzeitlich herumgesprochen haben, auch wenn Besucher, die vor mir an der Kasse anstanden, davon nichts mitbekommen hatten und völlig überrascht waren. Lediglich das Anschauungsbergwerk, das Fördergerüst sowie der „Schwarze Diamant“ bleiben für die Dauer des gesamten Umbaus weiterhin zugänglich.

Seilfahrt

Bergwerke unter Tage werden hierzulande gewöhnlich durch senkrechte Schächte von der Erdoberfläche aus erschlossen. Als Transportmittel für Personen und Material dient der Förderkorb, eine Art robuste Aufzugskabine, die an einem Drahtseil im Schacht hängt und von einer Fördermaschine auf- bzw. abwärts bewegt wird. Die An- und Ausfahrt der Bergleute im Förderkorb wird als Seilfahrt bezeichnet. Doch die Möglichkeit, die Seilfahrt in eines der letzten verbliebenen aktiven Bergwerke in Deutschland (Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop und Bergwerk Ibbenbüren im Tecklenburger Land) als Besucher zu erleben, sind streng limitiert, zudem gibt es für die Grubenfahrt mitunter Altersbeschränkungen (18 bis 60 Jahre). Allein aus diesem Grund dürfte für viele Besucher das Anschauungsbergwerk den Höhepunkt ihres Museumsbesuchs darstellen. Hinzu kommt, dass das Deutsche Bergbau-Museum seit dem 9. Februar 2014 einen Seilfahrt-Simulator im Nordfeld betreibt, der die perfekte Illusion einer Förderkorb-Fahrt bis in 1.200 m Teufe bietet. Teufe ist die bergmännische Bezeichnung für die Tiefe.

Anschauungsbergwerk

Im Anschauungsbergwerk mit einem Streckennetz von etwa 2,5 km, das einem realen Bergwerk nachgebildetet ist, wird anhand originaler, lauffähiger Maschinen die technische Entwicklung des Bergbaus gezeigt. Hier bekommen Besucher realistische Eindrücke eines Steinkohlen- und Eisen­erz­berg­werks und vom mühsamen Arbeitsalltag unter Tage, wobei der größte Teil des Anschauungsbergwerks dem Steinkohlenbergbau gewidmet ist.

Anschauungsbergwerk

Regulär ist das Anschauungsbergwerk im Rahmen eines geführten Rundgangs zu besichtigen. Dumm für Leute, die sich die Dinge lieber in Ruhe anschauen und nicht wie eine Viehherde durch die Ausstellung getrieben werden möchten. „Zwischen den Jahren“ (vom 27. bis 30. Dezember 2016) bestand die Möglichkeit, das Anschauungsbergwerk entlang des ausgeschilderten Rundgangs selbstständig zu erkunden und obendrein ehemalige Bergleute unter Tage zu treffen, die ehrenamtlich an verschiedenen Stationen authentisch aus ihrem eigenen Berufsalltag berichten.

Anschauungsbergwerk, Einschienenhängebahn

Anschauungsbergwerk, Kreiselkipper

Anschauungsbergwerk, Walzenlader EW-100-G, Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH, Bochum, 1964

Anschauungsbergwerk, Kettenkratzförderer

Anschauungsbergwerk, druckluftbetriebener Bohrwagen

Anschauungsbergwerk, Doppelwalzenlader in einem hochmodernen Streb

Anschauungsbergwerk, Doppelwalzenlader in einem hochmodernen Streb in Betrieb

Anschauungsbergwerk, Ausbauschilde in einem hochmodernen Streb

Die Skulptur der Heiligen Barbara als der Schutzpatronin aller Bergleute wurde aus Anlass der feierlichen Einweihung des Dritten Strebs im Anschauungsbergwerk des Deutschen Bergbau-Museums Bochum am 9. Dezember 2002 geschaffen. Sie zeigt die Heilige Barbara beim Prüfen der Wetter mit einer Sicherheitslampe.

Anschauungsbergwerk, Skupltur der Heiligen Barbara, Eisen, 2002, Entwurf Detlef Wölfel, Datteln, Guss Friedrich Wilhelms-Hütte Gmbh, Mülheim/Ruhr

Anschauungsbergwerk, Hauptwasserhaltung

Anschauungsbergwerk Eisenerzbergwerk, Hausherr Bohrwagen mit beweglicher Bohrlafette

Anschauungsbergwerk Eisenerzbergwerk, Joy-Continuous Miner Teilschnittmaschine

„Kaue“

Im „Schwarzen Diamant“ ist vom 8. November 2016 bis 29. April 2018 die Ausstellung „Packendes Museum – Das DBM im Aufbruch“ zu sehen. Früher hat das Deutsche Bergbau-Museum zu Ausstellungseröffnungen eingeladen, aber wie schon im Untertitel erwähnt, früher war eben alles anders. Die Ausstellung berichtet von der bewegten Geschichte des Hauses, aber auch was man zukünftig in der neuen Dauerausstellung zeigen will. Visuell umgesetzt wird dies eingebettet in die Packthematik, die das Haus seit Beginn des Jahres begleitet: Seit Januar 2016 sind die Objekte der Dauerausstellungen und der Depots inventarisiert, dokumentiert, eingepackt und schließlich vorübergehend ausgelagert worden.

„Packendes Museum“

„Packendes Museum“, Aral Super-Zapfsäule, Modell „Panorama“, Bochum, ca. 1962

„Packendes Museum“

Ein recht außergewöhnliches Exponat in der Ausstellung ist ein Stück der amerikanischen Pennsylvania Route 61, die in die Stadt Centralia führte, wo sich eines der größten Anthrazitkohlenvorkommen der USA befindet. Im Mai 1962 waren die Kohleflöze unterhalb der Gemeinde in Brand geraten, das Kohlefeuer in 60 Metern Tiefe breitete sich unaufhörlich aus und 1983 wurde Centralia evakuiert. Die Einwohnerzahl sank von rund 2500 im Jahr 1981 auf 10 Einwohner im Jahr 2010. Die Behörden planen nach einigen erfolglosen Löschversuchen keine Bekämpfung des Feuers mehr. Wissenschaftler schätzen, dass die vorhandene Anthrazitkohle untertage auf einer Fläche von ca. 15 km² das Feuer noch 100 bis 200 Jahre nähren kann. Die völlig zerstörte Route 61 ist eines der wenigen noch sichtbaren Relikte der ehemaligen Kleinstadt Centralia und Anziehungspunkt für Sensationstouristen.

„Packendes Museum“, Straßenbelag der Pennsylvania Route 61 (PA 61)

„Packendes Museum“, Sargschild der Bergbruderschaft Sosa (Replik), Sosa (Sachsen), 18. Jahrhundert

„Packendes Museum“, Skulptur der Heiligen Barbara mit Grubenlampe und Fördergerüst, Bronze, Süddeutschland, 20. Jahrhundert

Im untersten Stockwerk des „Schwarzen Diamant“ sind weiterhin Skulpturen und Bildnisse der Heiligen Barbara als der Schutzpatronin aller Bergleute ausgestellt.

DBM+, Skulptur der Heiligen Barbara

DBM+, Skulptur der Heiligen Barbara

Nur im Winter kann man vom Fördergerüst den Sonnen­unter­gang beobachten, denn das Deutsche Bergbau-Museum Bochum schließt bereits um 17 Uhr.

Sonnenuntergang

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Silvester, Neujahr, 1. Mai sowie 24. bis 26. Dezember geschlossen. Der Eintrittspreis beträgt 6,50 Euro für Erwachsene, 3 Euro ermäßigt.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum