Donnerstag, 17. November 2016

„PLAYMOBIL-Spielgeschichte(n)“ im Neanderthal Museum

Sonderausstellung zur Sammlung Oliver Schaffer

„Ein Tal und sein Geheimnis“

Der Sonderausstellungsbereich des Neanderthal Museums verwandelt sich in diesem Winter in ein PLAYMOBIL-Familienparadies mit detailreichen Szenen aus der Geschichte der Menschheit. Ab 19. November 2016 können die Besucher in die Welt des Alten Ägypten und des Alten Roms blicken, Ritterturniere und mittelalterliches Stadtleben erleben und Piraten auf ihren Raubzügen sehen. PLAYMOBIL-Archäologen werden auf ihrer Forschungssafari begleitet, Astronauten weisen den Weg ins All. Außerdem laden Spieltische dazu ein, eigene Szenarien zu kreieren. Oliver Schaffer ist der ungekrönte König unter den PLAYMOBIL-Sammlern und besitzt mit über 20.000 Figuren und über 100.000 Einzelteilen die größte PLAYMOBIL-Schau­samm­lung der Welt. In den „PLAYMOBIL-Spielgeschichte(n)“ im Neanderthal Museum ist nur etwa ein Drittel seiner Sammlung zu sehen. Parallel ist vom 15. Oktober 2016 bis 27. August 2017 im Limburgs Museum in Venlo „40 jaar PLAYMOBIL – Een avontuurlijke reis door de tijd“ („40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit“) zu sehen. Für das Deutsche Pferdemuseum rückte er erstmalig vom 10. April bis 23. Oktober 2016 die PLAYMOBIL-Pferde in der Ausstellung „PLAYMOBIL-Pferdegeschichten. Sammlung Oliver Schaffer“ in den Fokus, und vom 6. Dezember 2015 bis 28. Februar 2016 war im Stadtmuseum Gütersloh „Manege frei für PLAYMOBIL: Zirkusgeschichte(n) – Sammlung Oliver Schaffer“ zu sehen.

„PLAYMOBIL-Spielgeschichte(n)“ von Neandertaler bis zum Astronauten

Kaum eine Fleck lässt der Sammler Oliver Schaffer in den Vitrinen ungenutzt. Unzählige Geschichten werden mit PLAYMOBIL in den Dioramen erzählt und lassen sich mit ein wenig Phantasie weiterspinnen. Es geht dem Künstler und Ausstellungsmacher nicht darum, historische Ereignisse exakt nachzustellen, sondern vielmehr die Phantasie der Besucherinnen und Besucher anzuregen und ins Gespräch miteinander zu kommen. Wer genau hinschaut, wird mit Sicherheit auch Anspielungen und Scherze finden, die sich Oliver Schaffer beim Aufbau seiner Schaulandschaften immer wieder gern mit einem zwinkernden Auge erlaubt. In jedem Diorama soll ein „Fehler“ versteckt sein, ein Detail, welches nicht in das jeweilige Umfeld passt, an einer Stelle soll sogar ein Detail aus Legosteinen versteckt sein… Für jede Ausstellung stellt Oliver Schaffer seine Dioramen komplett neu zusammen. Es gibt keine festen Vorlagen, vorgefertigte Trägerplatten oder ähnliche Hilfsmittel. Auf diese Weise kann der Ausstellungsmacher auch auf die unterschiedlichen Ausstellungsorte Bezug nehmen. Speziell für das Neanderthal Museum hat er das „Haus des Archäologen“ erdacht. Die archäologische Sammlung inklusive Vitrinen für die verschiedenen Funde befindet sich im Diorama „Stadt um 1900“. Im Diorama „Mittelalter“ ist eine archäologische Stratigraphie mit verschiedenen Funden angedeutet.

„Dinosaurier“


42 Jahre Kult im Kinderzimmer

Neben den Schaulandschaften gibt die Ausstellung auch einen Einblick in die Erfolgsgeschichte von PLAYMOBIL, die im Jahr 1974 beginnt. Schon in den 1950er-Jahren produziert die Firma geobra Brandstätter im fränkischen Zirndorf Spielzeug aus Kunststoff. Mit der Ölkrise in den 1970er-Jahren gerät die Firma wie viele andere Spielzeughersteller, die mit Kunststoff produzieren, in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Ölkrise verzehnfacht den Kunststoffpreis. Hans Beck (* 6. Mai 1929 in Greiz, † 30. Januar 2009 in Markdorf), Mustermacher und damaliger Chefentwickler bei geobra Brandstätter, entwickelt ein Spielzeugsystem mit sehr geringem Kunststoffverbrauch und hat somit die rettende Idee. Seither sind die 7,5 Zentimeter großen PLAYMOBIL-Figuren ein Abbild der realen Welt. Sie dokumentieren Zeitgeschichte und haben mit fast 3 Millarden weltweit produzierten Spielfiguren längst Kultstatus erlangt.

„Ägypten“

Heute entstehen in jeder Sekunde drei neue PLAYMOBIL-Figuren. Zu Beginn ihrer Herstellung sind die PLAYMOBIL-Figuren schlicht und geschlechtsneutral, weibliche Figuren gibt es ab 1976. Sie haben einen standardisierten freundlichen Gesichtsausdruck, drehbare Köpfe, bewegliche Arme und Beine sowie Greifhände. Nur mit Accesoires können sie verändert werden. Heute gibt es insgesamt rund 5.000 Figurenvarianten, und das Sortiment wird durch immer neue Häuser, Tiere, Figuren und Fahrzeuge ständig erweitert.

„Ägypten“


Sammlung Oliver Schaffer

1981 findet Oliver Schaffer (* 1978 in Kiel) zum ersten Mal PLAYMOBIL-Packungen unter dem Tannenbaum. Die Begeisterung für das neue Spielzeug und ein schnell wachsendes Interesse an der Zirkus- und Showbranche machen ihn schon als Kind zu einem leidenschaftlichen PLAYMOBIL-Sammler. Mit Hilfe von PLAYMOBIL erweckt er seinen Circus Oliver-Romani zum Leben. Sein Vater fertigt Zelt und Tierstallungen aus Segelstoff und Holz, seine Mutter schreibt von ihm gestaltete Programmhefte auf der Maschine. Fast alle neuen Produktserien von PLAYMOBIL fügt er in die Zirkuswelt ein. Bald wird sein Zimmer zu klein, um die komplette Sammlung aufzubauen. Als kleiner Junge schreibt Oliver Schaffer einen Brief mit Fotos von den Zirkus­auf­führungen und seiner Sammlung an PLAYMOBIL. Wie üblich schwindet das Interesse an dem Spielzeug im Teenageralter, und die Sammlung wandert in 15 Kartons – ordentlich beschriftet – auf den Dachboden.

„Ägypten“, Moses in einem Schilfkorb im Nil

Nach dem Abitur konzentriet sich Oliver Schaffer auf die eigene Bühnenkarriere und lässt sich an der Stage School of Music, Dance and Drama sowie an der Stella Academy in Hamburg zum Musicaldarsteller ausbilden. 2003 ist Oliver Schaffer als Swing im Operettenhaus Hamburg bei „Mamma Mia!“ engagiert, als er einen Anruf aus der Firmenzentrale von PLAYMOBIL in Zirndorf erhält, sein Brief und die Fotos liegen dort einstweilen im Archiv. Anlässlich des Jubiläums „30 Jahre PLAYMOBIL“ plant man eine Jubiläumsausstellung. In dieser Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer wird Oliver Schaffers Zirkussammlung vom 30. November 2003 bis 18. April 2004 erstmals öffentlich gezeigt. Seitdem ist er wieder vom „PLAYMOBIL-Virus“ infiziert und in der PLAYMOBIL-Sammlerszene zu Hause.

„Piraten“

23 Ausstellungen hat er seither gestaltet, der prominenteste Ort war sicherlich das Pariser Musée des Arts Décoratifs im Westflügel des Louvre (10. Dezember 2009 bis 16. Mai 2010). Der Ausstellungsmacher besitzt mittlerweile über 20.000 PLAYMOBIL-Figuren bzw. schätzungsweise rund 100.000 Einzelteile und hat in Hamburg ein eigenes Lager für seine Schätze angemietet. Auch beruflich hat ihn die Showbranche nicht losgelassen: Er ist bei bei AIDA Cruises als Casting Supervisor für die Auswahlverfahren der Bühnendarsteller zuständig.


Begleitprogramm

Im Begeitprogramm bietet das Neanderthal Museum für Kinder ab 8 Jahren einen PLAYMOBIL-MOVIE-BIRTHDAY an. Auf der Suche nach der besten PLAYMOBIL-Geschichte wandern die Kinder durch die Ausstellung. Inspiriert von den Geschichten geht es anschließend in der Steinzeitwerkstatt weiter. Jetzt heißt es: Film ab! Mithilfe der Stop-Motion-Technik stellen die Kinder wie beim Daumenkino einen eigenen Trickfilm her, den sie anschließend in digitaler Form mit nach Hause nehmen können.

„Evolution“, die Entwicklung der PLAYMOBIL-Figuren

Den wohl persönlichsten Blick in die Ausstellung bietet die Familienführung mit dem Sammler Oliver Schaffer am 23. April 2017, bei der der Ausstellungsmacher die Gäste durch die Ausstellung führen und über seine Sammel-Leidenschaft berichten wird.

„Das alte Rom“

„Das alte Rom“

„Persönlichkeiten“: Kleopatra VII. (* 69 v. Chr. in Alexandria, † 12. August 30 v. Chr. in Alexandria)

„Persönlichkeiten“: Marco Polo (* 1254 vermutlich in Venedig, † 8. Januar 1324 in Venedig)

„Die Stadt um 1900“

„Die Stadt um 1900“

„Die Stadt um 1900“: „Haus des Archäologen“

„Reifröcke“

„Raumfahrt“

Die Sonderausstellung „PLAYMOBIL-Spielgeschichte(n)“ ist mit Unterstützung von PLAYMOBIL entstanden. Sie ist bis zum 23. April 2017 im Neanderthal Museum zu sehen. Das Neanderthal Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Dauerausstellung (inkl. Neanderthaler-Fundort) kostet 9 Euro, für die Sonderausstellung 7 Euro, das Kombiticket für die Dauerausstellung und die Sonderausstellung 11 Euro. Ermäßigung für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten und Behinderte. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de.

Spieltische vor dem Sonderausstellungsbereich

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