Donnerstag, 13. Oktober 2016

Monumentale Bronzeplastik von Henry Moore prägt LWL-Museumsvorplatz in Münster

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur startet mit dem Ausstellungsaufbau

Spektakulärer Aufbaustart zur Ausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“ (11. November 2016 bis 19. März 2017) am LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster: Die großformatige Bronzeskulptur „Three Way Piece No. 2: The Archer“ (1964/65) von Henry Moore (* 30. Juli 1898 in Castleford, Yorkshire, † 31. August 1986 in Much Hadham, Hertfordshire) steht seit dem Vormittag des 12. Oktober 2016 auf dem Vorplatz zum Aegidiimarkt am Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Dort wird sie bis zum 19. März 2017 zu sehen sein.

Reinhard Horstmann, Vorsitzender Stiftung Kunst³, Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Hana Streicher, Restauratorin Neue Nationalgalerie Berlin, Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin und Dr. Tanja Pirsig-Marshall, Kuratorin der Ausstellung, vor der Skulptur „Three Way Piece No. 2: The Archer“ (v. l.).
Foto: LWL/Hanna Neander

Unverpackt auf einem Tieflader war die wetterfeste Bronzeplastik als Leihgabe von Berlin nach Münster gebracht worden. Staunend beobachtete Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, gemeinsam mit anderen Offiziellen und zahlreichen Schaulustigen das Abladen und Aufstellen der Skulptur: „Kunstgenuss auf höchstem Niveau ist nun für alle Passanten – ob kunstinteressiert oder nicht – sichtbar. Der Bogenschütze, wie die Skulptur auch genannt wird, schafft eine wunderbare Verbindung zur Ausstellung im LWL-Museum und auch zu ihrem ursprünglichen Aufstellungsort vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin.“

Dort stand die Skulptur seit 1968, bis sie im Juni 2015 für Umbaumaßnahmen am Museum in einem Depot zwischengelagert wurde. Dank der Leihgabe der Neuen Nationalgalerie spannt diese Plastik nun den Bogen von Berlin nach Münster, wodurch wiederum die Rolle Berlins in der Erfolgsgeschichte Moores in den Fokus rückt: Erste Ausstellungen Moores 1951 und 1961 in Berlin trugen maßgeblich zu seiner Bekanntheit in Europa bei.

„Nach „Otto Piene. Licht“ ist das eine weitere sehr fruchtbare und freundschaftliche Kooperation mit der Neuen Nationalgalerie, die bereit war, diese Arbeit erstmals überhaupt zu verleihen. Die Moore-Ausstellung über einen der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts war mir schon lange ein besonderes Anliegen“, so Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Begleitet durch die Restauratorin der Neuen Nationalgalerie Berlin, Hana Streicher, wurde der Koloss mit einer Höhe von rund 3,5 Metern in Position gebracht.

„Three Way Piece No. 2: The Archer“ (Der Bogenschütze) ist eine zentrale Arbeit Moores, die durch Monumentalität, Gewicht und Strahlkraft den Betrachter in den Bann zieht. Auch Reinhard Horstmann, Vorsitzender der Stiftung Kunst³, dem Stifterkreis des LWL-Museums für Kunst und Kultur, war von dieser Skulptur von Anfang an fasziniert: „Als Stiftung, die herausgehobene Ausstellungen und Projekte des Museums fördert, waren wir uns einig, dass insbesondere drei monumentale Skulpturen Moores unbedingt zur Ausstellung nach Münster kommen sollen. So tragen wir nicht nur hochkarätige Kunst nach außen, sondern setzen ein Zeichen, wie wichtig Kulturförderung in enger Partnerschaft mit dem Museum – besonders in diesen Zeiten – ist.“

Die scheinbar abstrakte Formensprache der Archer-Plastik lässt durch den bildhaften Titel Assoziationen zu, die beim Betrachter ein Bild des Bogenschützen hervorrufen. Ein weiterer Abguss dieser Arbeit ist in Toronto zu sehen. Eine Miniatur dazu „Working Model for Three Way Piece No. 2: The Archer“ wird in der münsterischen Ausstellung gezeigt und ziert auch das Kampagnenmotiv zur Ausstellung.

Zwei weitere großformatige Skulpturen des englischen Künstlers werden in den kommenden Tagen und Wochen auf dem Vorplatz des Museums zum Domplatz hin aufgestellt: „Draped Seated Woman“ (1957/58) aus Wuppertal und „Two Piece Reclining Figure No. 5“ (1963/64) aus Recklinghausen.

Die Ausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“ (11. November 2016 bis 19. März 2017) ist mit 74 Exponaten von Moore die umfangreichste Werkschau seit fast 20 Jahren, die darüber hinaus seine prägende Bedeutung für die europäische Kunst seiner Zeit verdeutlicht. Sie zeigt insgesamt rund 120 Arbeiten von Henry Moore und 16 weiteren Künstlern, unter anderem von Joseph Beuys, Norbert Kricke, Markus Lüpertz, Pablo Picasso, Hans Arp und Alberto Giacometti. Zusammengefasst unter vier thematischen Schwerpunkten – dem Thema der Liegenden, Helme, Köpfe und Masken, Figuren und Abstraktionen – werden die Wechselbeziehungen verdeutlicht: die Inspirationen, die auf Moore einwirkten wie auch diejenigen, die von ihm ausgingen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Tate Britain in London und dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Die Aufstellung der drei Außenplastiken als Teil der Ausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“ wurde ermöglicht durch die großzügige Förderung der Stiftung Kunst³.

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