Sonntag, 30. Oktober 2016

Eröffnung des Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Nicht der rechte Zeitpunkt, nicht der rechte Ort…

2002 wurde die ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche St. Marien in Bochum-Mitte profaniert, danach war das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Zwischenzeitlich von den Mädels und Jungen von URBANATIX als Trainingsstätte genutzt, wurde 2013 mit dem Bau des Musikzentrums begonnen, dessen Entwurf des Planungsbüros Bez und Kock die Einbeziehung der Kirche als Foyer vorsah. 2012 landete das Vorhaben prompt im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Davon hat sich aber bekanntlich noch niemand von seinem Vorhaben abhalten lassen, und so wurde das Anneliese Brost Musikforum Ruhr an diesem Wochenende mit einem Bürgerfest eröffnet. Übrigens sind die Gesamtkosten mit 38,2 Millionen Euro rund 5,3 Millionen Euro höher ausgefallen als ursprünglich beschlossen. Ist ja jetzt auch nicht so, dass es in unmittelbarer Nachbarschaft in Essen keine Philharmonie gäbe, die im Alfried-Krupp-Saal bei Reihenbestuhlung für 1.900 Gäste Platz bietet. Da möchte man bei den Bochumer Symphonikern natürlich ein eigenes Konzerthaus, na gut, ohne dieses gäbe es die ehemalige Pfarrkirche St. Marien auch nicht mehr, aber 38 Millionen Euro sind ein hoher Preis für die Erhaltung einer Kirche…

Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Am Samstag, 29. Oktober 2016 hatte man ab 11 Uhr zum „Bürgerfest für alle“ eingeladen, die Sache hatte nur einen entscheidenden Haken: Das Konzert der Bochumer Symphoniker um 18 Uhr war natürlich nicht für „alle“ gedacht, es passen sowieso nur etwa 1.000 Besucher in den großen Saal, sondern damit wollte man sich bei den zahlreichen Förderern bedanken. Das hätte man IMHO auch ohne Einschränkungen an einem anderen Tag tun können, denn die geschlossene Veranstaltung für 1.000 Besucher hatte zur Folge, dass sich bereits ab etwa 15.30 Uhr die vor den Eingängen des Anneliese Brost Musikforum Ruhr auf Einlass wartenden Besucher die Beine in den Bauch standen und das Musikforum nicht betreten durften. Ich selbst habe bis gegen 17 Uhr warten müssen, um überhaupt das Foyer betreten zu dürfen, der große Saal war zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen. Da ich mich aber nicht mit einem Blick ins Foyer zufrieden geben wollte, durfte ich nun also auf die nächste öffentliche Veranstaltung im großen Saal um 21 Uhr warten… Ein „Bürgerfest für alle“ stelle ich mir anders vor. Dislike!

Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Die 1957 vom Bochumer Verein gegossene, 4,5 Tonnen schwere Stahlglocke aus dem Glockenturm der Marienkirche wurde wieder im Kirchturm in einer Höhe von 12 Metern aufgehängt und trägt die Inschriften „In Christus alles wieder herstellen“ und „Gerechtigkeit schafft Frieden“.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Glocke der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien im Foyer

ehemalige Pfarrkirche St. Marien

Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Anneliese Brost Musikforum Ruhr

ehemalige Pfarrkirche St. Marien

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, ehemaliger Kircheneingang

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, kleiner Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Zum Konzert von Pamela Falcon und Band konnte ich mir schließlich einen Eindruck vom großen Saal des Anneliese Brost Musikforum Ruhr verschaffen, der eben doch ein ganzes Stück kleiner ist als der Alfried-Krupp-Saal in der Philharmonie Essen. Zur Akustik kann bzw. möchte ich dagegen nicht viel sagen, denn bei der Veranstaltung hatten schließlich auch Tontechniker ihre Finger im Spiel, und mein persönlicher Eindruck ist schlechter ausgefallen als erwartet: Der Sound war stellenweise intransparent, der Gesang nicht immer zu verstehen. Wie gesagt, eher ein Problem der Tontechnik als der Akustik im Saal.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Pamela Falcon und Band im großen Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Pamela Falcon und Band im großen Saal


Montag, 31. Oktober 2016

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Glocke der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien im Foyer

Am Samstag sollen bereits 20.000 Interessierte die Veranstaltungen im neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr besucht haben, insgesamt sollen über 37.000 Menschen die Gelegenheit genutzt haben, sich das neue Konzerthaus in Bochum aus der Nähe anzuschauen. Diese Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, geben sie doch lediglich die von den elektronischen Zähleinrichtungen registrierten Zahlen wieder. Ich selbst bin an diesem Wochenende viermal gezählt worden.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Foyer

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Bei allen öffentlichen Veranstaltungen im großen Saal, die am Sonntag allesamt ohne elektronische Verstärkung über die Bühne gingen, und spätestens bei dem Konzert des Jugend-Symphonieorchesters der Musikschule Bochum mit Ehemaligen, bei dem rund 100 Mitwirkende involviert waren, wurde schnell klar, dass der akustische Eindruck vom Vorabend nicht auf die Akustik des Saals zurückzuführen ist, denn die ist tadellos.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, großer Saal, Jugend-Symphonieorchesters der Musikschule Bochum mit Ehemaligen

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