Donnerstag, 1. September 2016

Vorschau: „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“

Umfangreiches kulturelles und wissenschaftliches Programm anlässlich des fünfhundertsten Reformationsjubiläums

Anlässlich des fünfhundertsten Reformationsjubiläums veranstalten die Projektpartner Forum Kreuzeskirche Essen, Martin Luther Forum Ruhr und Ruhr Museum ein umfangreiches kulturelles und wissenschaftliches Programm mit dem Titel „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“. Es umfasst 134 Programmpunkte mit Ausstellungen, Führungen, Workshops und Angeboten für Schulen, Vorträgen, Diskussionen und Tagungen, Konzerten, Filmen und Theateraufführungen, Exkursionen und liturgischen Veranstaltungen.

Das Projekt „Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Reformationsjubiläum 2017“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Es steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages und wurde von einem hochkarätig besetzten Beirat unter Leitung von Prof. Dr. Lucian Hölscher begleitet.

Stellten das Programm auf Zollverein vor (von oben nach unten): Dr. Reinhild Stephan-Maaser (RM), Dr. Magdalena Drexl (RM), Dr. Axel Heimsoth (RM), Prof. Dr. Oliver Scheytt (FK), Prof. Heinrich Theodor Grütter (RM), Dr. Martin Grimm (LF), Andy von Oppenkowski (FK), Frederic Decker (LF), Ines Hansen (Projektmanagerin). © Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg

Das Veranstaltungsprogramm beginnt am 30. Oktober 2016 und endet ein Jahr später am Reformationstag 2017. Höhepunkt ist die gleichnamige Ausstellung im Ruhr Museum ab dem 3. April 2017. Ausgangspunkt des Veranstaltungsprogramms ist die Person Martin Luther, sein Leben, Wirken und Werk. Davon erzählt nicht nur das Pop-Oratorium „LUTHER“ von Michael Kunze (Text) und Dieter Falk (Musik), das das Martin Luther Forum Ruhr am 12./13. November 2016 als regionale Aufführung (d. h. mit einem Projektchor von lediglich 150 Sängerinnen und Sängern) in der Maschinenhalle Gladbeck-Zweckel aufführen wird, sondern auch die Konzerte im Martin Luther Forum Ruhr „A Tribute to Martin Luther“ mit der Band „Falk & Sons“ am 7. und 9. Juli 2017 und „Anschläge. Konzert der 95 Thesen“ am 10. September 2017 sowie der Konzertzyklus in der Kreuzeskirche „Luthers Lieder“, „500 Jahre Lieder der Reformation“ und „Weltliche und geistliche Lieder aus der Reformationszeit“. Mit Luther und seiner heutigen Bedeutung beschäftigen sich aber auch das Diskussionsforum „Der Blick der Internet-Generation auf Luther“ am 29. November 2016 oder der Film „Wem gehört Luther?“ am 19. Januar 2017 im Martin Luther Forum Ruhr.

Ebenso wichtig wie die Reformation selbst ist dem Projekt die religiöse Vielfalt, die sich im Ruhrgebiet im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen ethnischen und religiösen Migration entwickelt hat. Hier spielt die große Ausstellung im Ruhr Museum eine wichtige Rolle, die von einer Vortragsreihe mit renommierten Historikern und Religionswissenschaftlern begleitet wird. Zeichen setzen auch das interreligiöse Oratorium G.F. Händel „Israel in Egypt. From Slavery to Freedom“, die Orgelimprovisation zum Stummfilm „Nathan der Weise“ am 12. November 2016 und die Tagung „Reformationen in der Geschichte der Weltreligionen“ in der Kreuzeskirche wie auch die Diskussionsrunden „Die geteilte Bibel. Zum christlich-jüdischen Dialog“, „Nebeneinander – miteinander – gegeneinander? Zum christlich-islamischen Dialog“, „Zur Zukunft der Religion(en)“ sowie die interreligiösen Schülerprojekte „Im geteilten Himmel“ und „Zwischen Tradition und Gegenwart“ im Martin Luther Forum Ruhr.

Ein zentraler Punkt bei der Beschäftigung mit der Reformation stellt das Ökumenische Glaubensbekenntnis dar. Die Sonderausstellung „CREDO“ mit Bildern von Andreas Felger im Martin Luther Forum Ruhr und der theologisch-wissenschaftlich-musikalische Dialog „CREDO – Glauben wahrnehmen“ in der Kreuzeskirche widmen sich dem Thema ebenso wie eine Bibelwerkstatt und eine ökumenische Pfingstandacht. Gleiches vollziehen das Forum Kreuzeskirche Essen mit der Aufführung der „h-moll Messe“ von J. S. Bach und einem ZDF-Fernsehgottesdienst sowie das Ruhr Museum gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Essen und der Stiftung Zollverein mit einem ökumenischen Fahrradgottesdienst auf Zollverein.

Natürlich befindet sich in dem Projekt die Reformation im Dialog – und zwar im ganzen Ruhrgebiet. Diesen Dialog führt das Martin Luther Forum Ruhr mit Diskussionen und Vorträgen zu Themen wie „Deutsche Christen an der Ruhr“, „Religion im Industriezeitalter“, „Zur sozialen Verantwortung des Protestantismus von der Reformation bis zur Gegenwart“, „Ehe- und Familienbild im Wandel. Von Luther bis heute“ oder „Reformationsjubiläum – Chance oder Herausforderung für die Ökumene?“ sowie der Tagung „Luther Reloaded. Brauchen wir eine neue Reformation?“, das Forum Kreuzeskirche Essen mit dem „Orgelfestival.Ruhr2017 – Klangraum Europa im Ruhrgebiet“ in sechs evangelischen Hauptkirchen von Duisburg bis Dortmund und das Ruhr Museum mit einem „Haus der
Religionen auf Zeit“ auf Zollverein gemeinsam mit dem Initiativkreis Religionen in Essen.

Und schließlich beschäftigt sich das Projekt auch mit den Bildern und Bauten der Religionen. Zum einen mit der Ausstellung „BRENN.Punkt Abendmahl – The Burning Supper“ mit Diskussion und Konzert in der Kreuzeskirche und einer Reihe von Exkursionen zu den Sakralbauten im Ruhrgebiet sowie den großen Reformationsausstellungen in Eisleben, Wittenberg und Berlin.

Aktuelle Informationen zu dem gesamten Veranstaltungsprogramm finden sich ab sofort auch auf der gemeinsamen Internetseite zu dem Projekt www.der-geteilte-himmel.de.

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