Freitag, 16. September 2016

Update im Neanderthal Museum

Multimediales Erlebnismuseum am legendären Fundort im Neandertal

Das multimediale Erlebnismuseum am legendären Fundort im Neandertal präsentiert ab 11. Oktober 2016 sein Update. Das heutige Neanderthal Museum an der Verbindungsstraße zwischen Erkrath und Mettmann wurde 1995/96 errichtet und am 10. Oktober 1996 eröffnet. Zum 20. Geburtstag bevölkern neue Vorfahren die Dauerausstellung. Die Besucher werden Teil der großen Menschenfamilie. Das Update wird ermöglicht mit maßgeblicher Unterstützung der NRW-Stiftung, des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), des Kreises Mettmann und der Neanderthaler Gesellschaft e. V. Es wird konzipiert und realisiert in Zusammenarbeit mit den Firmen res d, Köln, und Blank Ausstellungsbau, Düsseldorf.

Neanderthal Museum

Im einführenden Teil der Dauerausstellung „Eine Reise durch die Zeit“ erwartet die Besucher eine beeindruckende Inszenierung. Eine raumgreifende Holzkonstruktion stellt den menschlichen Stammbusch dar. Darauf stehen sechs hyperrealistische Hominine (Rekonstruktionen unserer Vorfahren) der Bildhauer Adrie und Alfons Kennis. Sie erzählen über Audiotexte ihre persönlichen Geschichten aus entscheidenden Etappen der Humanevolution. Die Besucher bewegen sich zwischen diesen Figuren und werden Teil des evolutionären Stammbuschs. Ein weiteres Highlight wird das neue Spiegelkabinett. Darin begegnen die Besucher unmittelbar unserem Vetter, dem Neanderthaler und spiegeln sich vielfach mit ihm gemeinsam. Dies verdeutlicht unsere genetische Verwandtschaft. Darüberhinaus informiert dieses Ausstellungselement über die Ursachen des Aussterbens der Neanderthaler.

Highlight 2016: Homo sapiens neanderthalensis, Rekonstruktion nach Funden aus Djebel Irhoud, Marokko, Adrie und Alfons Kennis. © Kennis & Kennis Reconstructions

Die neuen Ausgrabungs- und Labormodelle im ArchäoWunderland illustrieren, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Archäologie und anderen Disziplinen unsere Vergangenheit rekonstruieren. Wir sehen eine große Ausgrabungsfläche sowie eine Höhlengrabung, auf denen fleißig gearbeitet wird und können den Weg eines Knochenfundes durch verschiedene Labore verfolgen. Wer in den Forscherboxen stöbert, kann weitere Hintergrundinfos entdecken. Die Boxen wurden 2006 eingeführt und erhalten zum Update eine neue Struktur, neue Objekte und vor allem eine spezielle Kinderebene mit spielerischen Elementen und Knochen zum Anfassen. Am Ende des Rundgangs teilen uns Menschen aus aller Welt in Filmen im Kino-Element ihre Haltung zu Grundthemen unserer Existenz mit, wie Glück, Liebe, Tod. Damit greifen wir die drei Grundfragen auf, die das Neanderthal Museum seit 20 Jahren zu beantworten versucht: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Die Fotostation am Schluss bietet die Möglichkeit, sich inmitten der Menschenfamilie aus Zeitgenossen und Vorfahren aufs Sofa zu setzen und ein Familienfoto als Erinnerung mitzunehmen.

Homo sapiens neanderthalensis, Rekonstruktion nach einem Schädelfund aus La Quina, Frankreich, Adrie und Alfons Kennis, Arnheim, 2015

Zur Museumsnacht am Freitag, 14. Oktober 2016 lädt das Neanderthal Museum von 18 bis 24 Uhr dazu ein, die neue Dauerausstellung bei freiem Eintritt zu erkunden.

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