Sonntag, 11. September 2016

Tag des offenen Denkmals 2016

Bundesweites Programm unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“

1984 rief Kulturminister Jack Lang in Frankreich die „Journées Portes ouvertes dans les monuments historiques“ ins Leben. Aufgrund der großen Resonanz in der Bevölkerung folgten in den nächsten Jahren u. a. die Niederlande, Schweden, Dänemark und Belgien dem Beispiel. So griff der Europarat den Gedanken auf und rief 1991 die „European Heritage Days“ ins Leben. Seit 1993 öffnen in Deutschland am zweiten Sonntag im September zum „Tag des offenen Denkmals“ mehrere tausend historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. Unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ haben 2015 rund 4 Millionen Besucher die Gelegenheit genutzt, um sich die mehr als 7.700 historischen Gebäude, archäologischen Stätten sowie Gärten und Parks anzuschauen, die am 13. September 2015 ihre Türen geöffnet hatten. Mit dem Tag des offenen Denkmals soll die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und Interesse für die Belange der Denkmalpflege geweckt werden.

Plakatmotiv 2016, © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Am heutigen Tag des offenen Denkmals öffneten bundesweit mehr als 8.000 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten ihre Türen für Kultur- und Geschichtsfans. Insgesamt rund vier Millionen Besucher zählten die Veranstalter bei den Denkmalen und Themenführungen. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit.

In Deutschland soll es rund eine Million Denkmale geben. Wenn davon am Tag des offenen Denkmals lediglich 8.000 geöffnet sind und Aktionen anbieten, so entspricht dies einem Anteil von weniger als 1 %. Sollte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz da nicht zunächst bei den Besitzern der Dankmale Interesse für den Tag des offenen Denkmals wecken, bevor man mit der Anzahl der Besucher und der teilnehmenden Denkmale versucht, Eindruck zu schinden? Vier Millionen Besucher gab es auch bereits beim Tag des offenen Denkmals 2015 bei 7.700 geöffneten Denkmalen, das bedeutet also 2016 einen Besucherrückgang von knapp 4 % je Denkmal. „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ stand in diesem Jahr das gemeinschaftliche Engagement aller für die Erhaltung unseres Denkmalbestands im Mittelpunkt des Denkmaltags. Viele Veranstalter wie Vereine, Kirchengemeinden, Bürgerinitiativen und private Denkmalbesitzer griffen das Motto im Verbund mit Restauratoren, Denkmalpflegern, Fachhandwerkern und Archäologen auf. Die Besucher erfuhren so, welche unterschiedlichen Wege es gibt, sich erfolgreich für die Erhaltung historischer Bausubstanz einzusetzen.

Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit. Die Stiftung mit Sitz in Bonn steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Sie setzt sich mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und der Bereitstellung finanzieller Mittel seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale in Deutschland ein. Seitdem konnte sie rund 5.000 Denkmale mit mehr als 560 Millionen Euro vor dem Verfall retten helfen.


Straßenbahndepot „Am Steinberg“ in Düsseldorf-Bilk

Wie das Bauaufsichtsamt – Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege der Landeshauptstadt Düsseldorf in einem Folder zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 mitteilt, gebe es in Düsseldorf über 1.600 denkmalgeschützte Objekte. Kurioserweise war auf dem Deckblatt das Schwerpunktthema „Handwerk, Technik, Industrie“ des letztjährigen Tages des offenen Denkmals abgedruckt. Von den 1.600 denkmalgeschützen Objekten waren weniger als 5 % am Tag des offenen Denkmals auch tatsächlich geöffnet, eines davon war das Straßenbahndepot „Am Steinberg“ in Düsseldorf-Bilk. In der ehemaligen Werkstatthalle (Gleise 1 – 6) des ab 1908 erbauten Betriebshofs der Rheinischen Bahngesellschaft AG (heute Rheinbahn AG) zeigte die Rheinbahn in Zusammenarbeit mit dem Verein Linie D – Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V. historische Straßenbahnen aus den Baujahren 1920 bis 1969 im authentischen Umfeld. Fahrzeuge wie der Neusser Triebwagen 17, Baujahr 1926, und der moderne Stadtbahnwagen 3206, Baujahr 1973, der am Tag des offenen Denkmals 2016 erstmale einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt wurde, gäbe es ohne das gemeinsame Engagement der Rheinbahn und deren Mitarbeiter, des Vereins „Linie D“ und seiner Mitglieder sowie zahlreicher Privatleute heute gar nicht mehr. Zur Anreise wurde ein Pendelverkehr mit Oldtimer-Bahnen zwischen dem Hauptbahnhof und dem Betriebshof „Am Steinberg“ im 10-Minuten-Takt eingerichtet. In Düsseldorf ist eine beachtliche Anzahl von Straßenbahnen betriebsfähig erhalten.

Straßenbahndepot „Am Steinberg“, unter Denkmalschutz stehende Aufstellhalle (Gleise 7 – 13) und Waschhalle (Gleise 14 – 17)

Triebwagen 2965, Achtachsiger Gelenktriebwagen GT8, Hersteller Duewag, Baujahr 1965

Triebwagen 2965 und Triebwagen 2135, Niederflurstraßenbahn NF6, Hersteller Siemens, Duewag

Triebwagen 2965, Triebwagen 2135 und Triebwagen 2036, Niederflurstraßenbahn NF10 „Silberpfeil“, Hersteller Siemens, Duewag

Triebwagen 267, „Niederflurwagen“, Hersteller Duewag, Baujahr 1937, mit Beiwagen 316, Baujahr 1937

Triebwagen 14, Kriegsstraßenbahnwagen, Hersteller Fuchs, Baujahr 1948, mit Beiwagen 332, Baujahr 1949

MAN 750 HO-M 11 A, Baujahr 1969

Triebwagen 3206, Zweirichtungswagen, achtachsiger Gelenktriebwagen GT8SU, Hersteller Duewag, Baujahr 1973

Triebwagen 3206, Zweirichtungswagen, achtachsiger Gelenktriebwagen GT8SU, Hersteller Duewag, Baujahr 1973

Triebwagen 3206, Zweirichtungswagen, achtachsiger Gelenktriebwagen GT8SU, Hersteller Duewag, Baujahr 1973

Triebwagen 3206, Zweirichtungswagen, achtachsiger Gelenktriebwagen GT8SU, Hersteller Duewag, Baujahr 1973

Triebwagen 583, „Fünffenster-Wagen“, Holztriebwagen T2, Hersteller Waggonfabrik Weyer, Baujahr 1921 und Beiwagen 797, Baujahr 1925

Triebwagen 954, „Sechsfenster-Wagen“, Hersteller Schöndorff, Baujahr 1928

Triebwagen 954, „Sechsfenster-Wagen“, Hersteller Schöndorff, Baujahr 1928

Triebwagen 954, „Sechsfenster-Wagen“, Hersteller Schöndorff, Baujahr 1928

Triebwagen 379, Verbandswagen, Hersteller Duewag, Baujahr 1950

Triebwagen 17 der Neusser Straßenbahn, Baujahr 1927

Triebwagen 114, Großraumtriebwagen T4, Hersteller Duewag, Baujahr 1954, mit Beiwagen 1629

Triebwagen 2151 „Queen Mary“, Großraumtriebwagen (GT8) mit Gelenkmittelteil, Hersteller Duewag, Baujahr 1952 (Hinterteil) und 1954 (Vorderteil), und Triebwagen 17 der Neusser Straßenbahn, Baujahr 1927

Schneepflugtriebwagen 5111, Hersteller Schöndorff, Baujahr 1925, Umbau 1962

Straßenbahndepot Am Steinberg

Straßenbahndepot Am Steinberg

Straßenbahndepot Am Steinberg

Verkauf alter Haltestellenschilder im Straßenbahndepot Am Steinberg


LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beteiligte sich in seinem Industriemuseum Zeche Zollern bei freiem Eintritt mit Führungen, Musik und Mitfahrten auf den Zechenlokomotiven am Tag des offenen Denkmals. Neben den klassischen Zechen-Führungen gab es für die Besucher laufend Rundgänge durch die gerade wieder eröffnete Maschinenhalle. Im Zechenbahnhof wurde Dampflok „ANNA Nr. 6“ angeheizt und stand für Mitfahrten auf dem Führerstand zur Verfügung. Auf den Schmalspurgleisen der Grubenbahn verkehrte erstmals nach der langen Bauphase und der Wiedereröffnung der Maschinenhalle der Personenzug mit einer schweren Deutz-Grubenlok an der Spitze.

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle, Marmor-Schalttafel

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle, elektrische Hauptschachtfördermaschine, Hersteller Siemens & Halske, Baujahr 1902/03

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle, elektrische Hauptschachtfördermaschine, Fahrtregler, Bauart Siemens-Schuckert

Zeche Zollern II/IV, Maschinenhalle, Jugendstil-Portal, Detail

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188

Dampflokomotive „EMIL MAYRISCH Nr. 1“, dreiachsige Industriedampflok Typ „Knapsack“ mit einer Leistung von 400 PS, Hersteller Lokomotivfabrik Krupp, Essen, Baujahr 1953, Fabrik-Nummer 3114

Personenzug mit schwerer Deutz-Grubenlok vor dem Westportal der Maschinenhalle

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