Samstag, 17. September 2016

Foto- und Medienprobe zu „Schikaneder – Die turbulente Liebes­ge­schichte hinter der Zauberflöte“

„Schikaneder – Die turbulente Liebesgeschichte hinter der Zauberflöte“ – Musik, Songtexte: Stephen Schwartz; Buch: Christian Struppeck; Deutsche Fassung: Michael Kunze; Regie: Sir Trevor Nunn; Choreografie: Anthony van Laast; Bühne, Kostüme: Anthony Ward; Licht-Design: Paul Pyant; Sound-Design: Gareth Owen; Orchestrierung: David Cullen; Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: Mark Seibert (Emanuel Schikaneder), Milica Jovanović (Eleonore Schikaneder, seine Frau), Florian Peters (Johann Friedel, Schauspieler, Bühnenautor und Schriftsteller), Katie Hall (Maria Anna Miller, Sängerin und Schauspielerin, Emanuels Geliebte), Franziska Schuster (Barbara Gerl, Schauspielerin und Sängerin, Eleonores beste Freundin, Cover Eleonore Schikaneder), Hardy Rudolz (Franz Moser, Leiter einer Theaterwandertruppe und Emanuels Mentor und Förderer, Josef von Bauernfeld, Schikaneders Vermieter und später auch Geldgeber für die „Zauberflöte“), Reinwald Kranner (Karl Marinelli, Leiter des Leopoldstädter Theaters und Schikaneders größter Konkurrent), Armin Kahl (Benedikt Schack, Schauspieler und Sänger, Emanuels bester Freund und Darsteller des „Tamino“ in der Uraufführung der „Zauberflöte“), Katja Reichert (Josepha Hofer, Sängerin und Schauspielerin, erste Interpretin der „Königin der Nacht“ in der Uraufführung der „Zauberflöte“), Ricardo Frenzel Baudisch (Cover Emanuel Schikaneder), Oliver Floris (Cover Emanuel Schikaneder), Marle Martens (Cover Eleonore Schikaneder), Tobias Joch (Cover Johann Friedel), Andreas Bongard (Cover Johann Friedel, Benedikt Schack), Lillian Maandag (Cover Maria Anna Miller), Andreja Zidaric (Cover Maria Anna Miller), Ulrich Talle (Cover Franz Moser, Josef von Bauernfeld), Fernand Delosch (Cover Karl Marinelli, Josef von Bauernfeld), Jon Geoffrey Goldsworthy (Cover Franz Moser), Jana Stelley (Cover Barbara Gerl), Karoline Gable (Cover Barbara Gerl), Daniela Braun (Cover Josepha Hofer), Jil Clesse (Cover Josepha Hofer), Stefan Poslovski (Cover Benedikt Schack, Karl Marinelli), Peter Kratochvil, Jill Tessa Brockhoff, Shari Lynn Stewen (Swing), Rebecca Soumagné (Swing), Livia Wrede (Swing), Shane Dickson (Swing), Ronnie Veró Wagner (Swing, Dance Captain), Stef van Gelder (Swing). Uraufführung: 30. September 2016, Raimund Theater, Wien.



„Schikaneder – Die turbulente Liebes­ge­schichte hinter der Zauberflöte“


Uraufführung im Wiener Raimund Theater


von Gregor-Anatol Bockstefl

Bei der Foto- und Medienprobe zu „Schikaneder“ am 16. September 2016 stellten Intendant sowie Buchautor Christian Struppeck und seine Dramaturgin Elisabeth Gruber drei Szenen aus dem ersten Akt des Musicals vor: das Duett „Träum groß“, die Ensemble-Nummer „Irgendwas passiert“ und schließlich das Finale des ersten Aktes. Die Präsentation dieser drei Szenen sollte wohl auf die Geschehnisse des zweiten Aktes neugierig machen, jene Geschehnisse, die nach der Interpretation von Christian Struppeck schließlich zur Entstehung von Wolfgang Amadeus Mozarts populärster Oper „Die Zauberflöte“ geführt haben.

Mit der Szenenauswahl wollte man wohl auch auf die große musikalische Bandbreite des Werkes aufmerksam machen, die zwischen broadwaylastigen Melodien und opernhaften Klängen oszilliert. Während die Nummer „Träum groß“ schon mehrmals von den Hauptdarstellern Mark Seibert und Milica Jovanovic präsentiert worden war, durften sich im Finale des ersten Aktes, das wie das einer Mozart-Oper aufgebaut worden ist, auch die weiteren Hauptdarsteller Katie Hall (Maria Anna Miller) und Florian Peters (Johann Friedel) erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Zum Aktschluss verlässt Eleonore ihren Ehemann Emanuel Schikaneder, der sie mit Maria Anna Miller betrogen hat, und geht mit ihrem Schauspielkollegen und späteren Liebhaber Johann Friedel nach Wien – man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht. Eines ist sicher: bis zur Premiere der „Zauberflöte“ dürften noch einige Turbulenzen zu erwarten sein. Ob auch die Proben zu „Schikaneder“ selbst turbulent waren bzw. in den zwei Wochen bis zur Premiere noch werden, hat man bei der Präsentation nicht erfahren. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Stück im Laufe der Previews und nach den Reaktionen des Publikums noch verändern wird. Bestechend ist jedenfalls schon jetzt die opulente Ausstattung, die das Stück ganz in der Zeit seiner Handlung belässt. Man hat den Eindruck, in die Hinterbühne eines Theaters des 18. Jahrhunderts zu sehen, auch die prachtvollen Kostüme sind ein Augenschmaus. Die Foto- und Medienprobe lieferte einen kleinen Einblick in „Schikaneder“ mit musikalischen Kostproben, ließ aber keine weiteren Schlüsse auf das gesamte Musical zu. Offen bleibt auch, ob das Stück an den Erfolg von Wiener Musical-Uraufführungen wie „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Mozart!“ und „Rebecca“ anschließen können wird, da man sich mit dem Stoff „Schikaneder“ an ein Thema herangewagt hat, das dem klassischen Musicalpublikum wohl eher weniger geläufig ist. Für diese mutige Entscheidung ist den VBW immerhin schon Anerkennung zu zollen.

Mark Seibert (Emanuel Schikaneder) und Milica Jovanović (Eleonore)

Ulrich Talle (Ballettmeister), Milica Jovanović (Eleonore) und Mark Seibert (Emanuel Schikaneder)

Mark Seibert (Emanuel Schikaneder), Ensemble

Florian Peters (Johann Friedel) und Milica Jovanović (Eleonore Schikaneder)

Mark Seibert (Emanuel Schikaneder), Armin Kahl (Benedikt Schack), Ensemble

Synopsis
Der junge, vielfach begabte Schauspieler, Sänger, Dichter, Regisseur und Theaterdirektor Emanuel Schikaneder begeistert von Anfang an sein Publikum. Seine Strahlkraft auf der Bühne steht seinem Charme abseits des Theaters in nichts nach – vor allem die Frauen liegen ihm reihenweise zu Füßen. Sein Herz erobert aber nur Eleonore, mit der er fortan nicht nur auf der Bühne glänzt. Den steilen Aufstieg von Emanuel und Eleonore Schikaneder scheint nichts aufhalten zu können. Mit ihrer eigenen Theatertruppe begeistern sie die Menschen zwischen Augsburg und Wien. Ihr Gespür für das Theater und ihr Publikum lässt sie allerorts Beifallsstürme ernten. Bald eilt ihnen ihr Ruhm voraus, wo immer sie Station machen. Schikaneder kann nun auch als Regisseur seine großen Träume für die Bühne verwirklichen und die gekonnte Mischung aus Dichtung und Spektakel begeistert die Menschen über alle sozialen Schichten hinweg.

Der gemeinsame Zauber wird jedoch durch eines getrübt: Die rastlose Untreue Schikaneders. Daher beschließt Eleonore, gemeinsam mit Johann Friedel, einem jüngeren Ensemblekollegen, eigene Wege zu gehen und die Leitung des „Theater auf der Wieden“ zu übernehmen. Diese Unternehmung ist aber keineswegs von Erfolg gekrönt. Als auch noch ihr Partner stirbt, steht sie vor der Entscheidung, entweder das Theater aufzugeben oder ihren Noch-Ehemann Emanuel Schikaneder als Theaterleiter an ihre Seite zu holen und schließlich mit ihm einen der größten Theatererfolge aller Zeiten zu kreieren.

Ihre einstige große Liebe wird erneut auf die Probe gestellt: Nur gemeinsam, wenn sie ihr Vertrauen wiedergewinnen, werden sie an ihren vergangenen Bühnenzauber anknüpfen und zu neuen Höhenflügen ansetzen können. Eine Gratwanderung zwischen Vergeben und Vertrauen beginnt. Die beschwingte Musicalkomödie verbindet romantische, komische, aber auch ernsthafte und bewegende Szenen und entführt uns in die farbenprächtige, turbulente Wiener Theaterwelt des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

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