Freitag, 12. August 2016

Ruhrtriennale 2016: „The Good, the Bad and the Ugly“

Das Kunstdorf mit eigener Spielstätte kehrt zurück

Im letzten Jahr erfreute sich die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ des Rotterdamer Atelier van Lieshout großer Beliebtheit. Das Kunstdorf und Festivalzentrum der Ruhrtriennale auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum steht auch 2016 Publikum, KünsterInnen und allen Neugierigen offen.

„The Good, the Bad and the Ugly“, „Steam Hammer-House“

Das Kunstdorf kehrt mit altbekannten Kunstwerken zurück – und Arbeiten, die dieses Jahr neu hinzukommen und das Gebäude- und Skulpturenensemble komplettieren. Zu den bereits bekannten Bestandteilen der Installation gehören u. a. der namensgebende Trailer „The Good, the Bad and the Ugly“, die „BarRectum“ oder die weithin sichtbare und unverkennbare Gebäudeskulptur „Domestikator“. Auf das diesjährige Thema „Mensch und Maschine“ beziehen sich die neuen Kunstwerke „Steam Hammer-House“, „House of the Talking Heads“ und „Oracle“.

„The Good, the Bad and the Ugly“, „House of the Talking Heads“

„Steam Hammer-House“ ist ein Denkmal für die Industrie vergangener Tage, eine riesige, fast menschliche Skulptur mit eigenem Wohnraum – durch den Einzug in die Innereien wird der Mensch eins mit der Maschine. Als zweite neue Arbeit stellt das „House of the Talking Heads“ Fragen über die Natur der Maschinen und die wachsende Abhängigkeit des Menschen von Maschinen. Im Inneren sind zwei Automaten ins Gespräch vertieft. Das dritte Werk, „Oracle“, ist ein interaktives Kunstwerk, ein gigantischer Kopf aus Stahlstreben mit Mund und Augen. Die BesucherInnen können das Kunstwerk aktivieren, indem sie „Oracle“ eine SMS senden, die das Kunstwerk vorliest. Darüber hinaus wird es wie im letzten Jahr zahlreiche Skulpturen geben, die im Refektorium, im Foyer der Jahrhunderthalle Bochum und im „Steam Hammer-House“ zu sehen sein werden.

„The Good, the Bad and the Ugly“, „House of the Talking Heads“

Zentrale Gebäudeskulptur ist auch 2016 das Refektorium. Als Spielstätte der Ruhrtriennale wird es für die gesamte Spielzeit Publikum und Bevölkerung offen stehe. Ein eigens für das Refektorium entwickelter Spielplan sorgt für viel Abwechslung – und das größtenteils bei freiem Eintritt.

„The Good, the Bad and the Ugly“, „Sanitary Silos“

Sonntags lädt Johan Simons, der Intendant der Ruhrtriennale 2015 – 2017, zum High Noon und zum Gespräch mit Künstlerinnen der Ruhrtriennale, u. a. mit Birgit Minichmayr oder Alan Pistel (21., 28.8., 4., 11., 18.9.2016), danach gibt es kostenlose Führungen durch die Großinstallation (ab 14.8., 14.00 und 15.30 Uhr). Samstags finden Partys statt iwe z. B. am 17.9.2016 die „Beat Changes“-Party präsentiert vom World Beat Club Tanzen und Helfen e. V. Mittwochabends werden Filme zum Themenkreis Flucht, Migration und Integration gezeigt, darunter „My Escape – Meine Flucht“, eine Dokumentation aus einer Montage von Handyvideos Geflüchteter. Bei zwei Symposien diskutieren AktivistInnen und KünstlerInnen aktuelle gesellschaftliche Fragen. Unter dem Titel „Maschinenmensch und Menschmaschine“ verantsaltet die Ruhrtriennale gemeinsam mit der RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft am 20.8.2016 eine Diskussionsrunde zur Frage, wie viel Mensch noch in unserer Zukunft stecken wird. Der Künstler Joep van Lieshout hält zu diesem Themenkomplex eine Lecture. Zusammen mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Essen lädt die Ruhrtriennale am 17.9.2916 zum Symposium „Arrival Metropole Ruhr“. Welche Anforderungen angesichts der so genannten „Flüchtlingskrise“ kommen auf Lokalpolitik, ArchitektInnen und StadtplanerInnen zu, wenn die Neuankömmlinge von heute zu den Nachbarn von morgen werden? Diese und weitere Fragen diskutiert Claus Leggewie, Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), mit seinen Gästen.

„The Good, the Bad and the Ugly“, „Workshop for Weapons & Bombs“

Zahlreiche Performances, Lesungen und Musik internationaler wie lokaler KünstlerInnen bieten eine breite Palette für Kulturfreunde und SpontanbesucherInnen. Selbst ein Abstecher ins Fegefeuer ist möglich: Nach der letztjährigen Lesung aus dem ersten Teil von Dante Alighieries Meisterwerk „Die Göttliche Komödie“ widmen sich am 9.9.2016 die drei im Ruhrgebiet bekannten und beliebten SchauspielerInnen Thomas Anzenhofer, Jele Brückner und Michael Lippold in einer Lesung dem PURGATORIO, dem zweiten Teil der „Divina Comedia“. Wer aus dem Fegefeuer heruasgefunden hat, kann vom 10. bis 11.9.2016 mithilfe von Oculus Rifts, VR-Googles oder Cyborg-Masken in virtuelle Welten abtauchen.

„The Good, the Bad and the Ugly“

Ebenfalls für die gesamte Spielzeit im Refektorium angesiedelt ist die Bar „I AM LOVE“. Die Macher von Bochums Szene-Eisdiele und Café werden täglich von 13.00 bis 21.00 Uhr, an Veranstaltungsabenden länger, die Gäste des Refektoriums mit Getränken und Snacks versorgen.

„The Good, the Bad and the Ugly“

KünstlerInnengespräche, Performances, Lesungen, Workshops, Musik, Filmabende und Partys verwandeln „The Good, the Bad and the Ugly“ auch 2016 in ein pulsierendes und lebhaftes Festivalzentrum. Eröffnet wird die Großinstallation am 12.8.2016 um 17 Uhr. Der Künstler und Gründer des Atelier Van Lieshout, Joep van Lieshout, ist anwesend.

„The Good, the Bad and the Ugly“, Pantokrator, 2015

Informationen über das komplette Programm des Refektoriums erhalten Sie unter ruhr3.com/ref und über die Großinstallation „The Good, the Bad and the Ugly“ unter ruhr3.com/goo.

„The Good, the Bad and the Ugly“, Schaafbank ‘Planer’, 2014

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