Freitag, 26. August 2016

Open-Air-Kino beim Ruhrsommer 2016 in Mülheim an der Ruhr

„Learning to Drive“ auf der Drehscheibe am Ringlokschuppen

MüGa-Park, Säulen mit Kugelbrunnen

Am 25. August 2016 wurde im Rahmen des vom Kulturbetrieb der Stadt Mülheim an der Ruhr veranstalteten Ruhrsommers 2016 auf der Drehscheibe des Ringlokschuppens „umsonst und draußen“ „Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben“ mit Ben Kingsley, Patricia Clarkson, Jake Weber, Sarita Choudhury (2014, Regie Isabel Coixet) gezeigt, das war zwar kein FilmSchauPlatz NRW, und das Popcorn kostete mehr als auf der Cranger Kirmes, aber das muss man ja nicht kaufen. Womit sich das Open Air Sommerkino aber die wirklich rare Auszeichnung „Ärgernisse“ verdient hat, dazu später mehr.

MüGa-Park, Säulen mit Kugelbrunnen

Für den MüGa-Park, ein Überbleibsel der dritten Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens im Jahre 1992, wurden seinerzeit Industriebrachen, ein Schrottplatz und ehemalige Bahnanlagen der unteren Ruhrtalbahn zurückgebaut. An die Bahnanlage erinnern noch der Ringlokschuppen und der Broicher Wasserturm (mit Camera obscura und dem Museum zur Vorgeschichte des Films) sowie die Alte Dreherei.

Schloss Broich

Schloss Broich, die älteste, aus spätkarolingischer Zeit erhaltene Burganlage im deutschen Sprachraum, ist augenblicklich eine große Baustelle, und das schon sein mehreren Jahren. Wie lange die Sanierung noch dauert, dürfte wohl auch davon abhängen, wie reichlich Förder- und Spendengelder fließen…

Schloss Broich

MüGa-Park, Wasserspiel

Stadtentwicklungsprojekt „Ruhrbania“ mit dem zum Palais am Stadtkai umgebauten ehemaligen Stadtbad und dem Gebäudekomplex der Ruhrpromenade am Rathaus

Auf der gegenüberliegenden Seite der Ruhr befinden sich das historische Rathaus und das Stadtentwicklungsprojekt „Ruhrbania“ mit dem zum Palais am Stadtkai umgebauten ehemaligen Stadtbad und dem Gebäudekomplex der Ruhrpromenade.

Ruhrpromenade

Ruhrpromenade

Turm des Historischen Rathauses

Mosaik an der Außenfassade des Historischen Rathauses

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

Broicher Wasserturm (mit Camera obscura und dem Museum zur Vorgeschichte des Films)

Alte Dreherei

Die 1874 errichtete Alte Dreherei wurde zuletzt von der Deutschen Bundesbahn im Rahmen des ehemaligen Ausbesserungswerkes in Mülheim-Speldorf als Dreherei genutzt. Die dreischiffige Halle verfügt über eine in Deutschland einzigartige Holzdachkonstruktion. Der ebenfalls zum damaligen Reichsbahn-Betriebswerk Speldorf gehörige Ringlokschuppen von 1904 diente zur Unterstellung von Dampflokomotiven, die vom Broicher Wasserturm mit Wasser versorgt wurden. 1943 wurde die vorgelagerte Drehscheibe bei einem Bombenangriff zerstört. Heute wird der Ringlokschuppen als Kultur- und Begegnungsstätte genutzt, zeitgenössisches Theater, Performance und Tanz haben hier eine Heimat gefunden. Vom 24. bis 26. August 2016 findet auf der ehemaligen Drehscheibe das Open Air Sommerkino (24.8. „Junges Licht“, 25.8. „Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben“, 26.8. „Heute bin ich Samba“) statt.

ehemalige Drehscheibe am Ringlokschuppen

Kommen wur nun also zum ärgerlichen Teil des Abends: Nachdem ich mir gut eine halbe Stunden vor Filmbeginn ein freies Plätzchen für meinen mitgebrachten Gartenstuhl gesucht hatte, vor dem kein Stuhl vom Ringlokschuppen mehr aufgestellt war, kam dort kurz vor knapp jemand mit einer meterhohen Kiste an, stellte diese auf eben jenen freien Platz und setzte sich darauf, so dass ich nunmehr nur noch auf deren Rücken schaute und von der Leinwand nichts mehr zu sehen war. Da muss ich nach 12 (!) besuchten FilmSchauPlätzen NRW 2016 erst nach Mülheim an der Ruhr zum Ruhrsommer 2016 fahren, um einer derartig egoistischen und rücksichtslosen Person zu begegnen, nach dem Motto, „Sie wollen den Film auch sehen? Dann sucben Sie sich gefälligst einen anderen Platz!“ Wer sucht sich schon gern in einer gut besuchten Kino- oder Theatervorstellung einen anderen Platz, wenn bereits das Licht ausgeht und die Vorstellung beginnt? Dislike!

Ob man dann bei einem 90-minütigen Film nach knapp einer Stunde Vorführungsdauer eine Pause einlegen muss, damit die Besucher sich mit Getränke- und Popcorn-Nachschub versorgen können, das liegt womöglich im Auge des geschäftstüchtigen Veranstalters. 90 Minuten ohne Pinkelpause übersteht man nämlich IMHO auch locker mit einer „Sextanerblase“.

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