Mittwoch, 6. Juli 2016

Vorschau: „Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“

„Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“ – Musik, Gesangstexte: Lisa Lambert, Greg Morrison; Buch: Bob Martin, Don McKellar; Deutsche Fassung: Roman Hinze; Inszenierung: Thomas Winter; Choreografie: Dominik Büttner; Ausstattung: Beatrice von Bomhard; Dramaturgie: Daniel Westen; Musikalische Leitung: William Ward Murta. Darsteller: Jens Kipper/Nito Torres (Mann im Sessel), Kerstin Marie Mäkelburg (Die beschwipste Anstandsdame), Maja Sikora (Janet van de Graaff), Gero Wendorff (Robert Martin), Jens Janke (George), Florian Hinxlage//Andreas Wolfram (Aldolpho), Melanie Kreuter (Mrs. Tottendale), Lutz Laible (Underling), Carlos H. Rivas (Feldzieg), Michaela Duhme (Kitty), Abla Alaoui/Ulrike Figgener/Navina Heyne/Bettina Meske/Brigitte Oelke/Carina Sandhaus/Lucy Scherer/Karin Seyfried/Katharina Solzbacher/Carolin Soyka/Roberta Valentini (Trix), Tobias Berroth (1. Gangster), Arne David (2. Gangster), Stefan Fietzek/Marvin Meinold (Superintendent), N. N. (Staff/Reporter/Monkey/Clouds) u. a. Uraufführung: 1998, The Rivoli, Toronto, Ontario. Broadway-Premiere: 1. Mai 2006, Marquis Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 27. April 2013, Theater Hof. Premiere: 4. September 2016, Stadttheater Bielefeld.



„Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“


Die Parodie auf die amerikanische Musical Comedy der 1920er-Jahre am Theater Bielefeld


Ein eingefleischter Musical-Fan der Marke „Früher-war-alles-besser!“ sitzt in seinem New Yorker Apartment und versucht dieser Tristesse durch das Auflegen der Schallplatte seines Lieblingsmusicals „The Drowsy Chaperone“ zu entkommen. Unerwartet manifestiert sich das Stück vor seinen Augen. Das Wohnzimmer wird zur Bühne, die überzeichneten Figuren, die musikalischen Nummern mit ihren ins Bein gehenden Rhythmen und die Hits der alten Zeit erwecken den Glanz der 1920er-Jahre zu neuem Leben: Die Broadway-Darstellerin Janet van de Graaff, Star der „Feldzieg Follies“, möchte ihre Karriere an den Nagel hängen, um Robert Martin, den Sohn eines Öl-Magnaten, zu heiraten. Doch ihre Hochzeit steht unter keinem guten Stern. Janets verschlagener Produzent Feldzieg versucht, die Eheschließung zu sabotieren, ihrer Anstandsdame sagt der Alkohol mehr zu als ihre nominelle Aufgabe und die naive Hupfdohle Kitty hofft auf das baldige Aus Janets, um deren Position im Ensemble übernehmen zu können. Und dann sind da auch noch ein schmieriger Latin-Lover und ein stümperhaftes Gangster-Duo, das sich in die Hochzeitsgesellschaft einzuschleichen versucht.

Eigentlich hatten die Freunde des Autors Bob Martin nur eine kleine Musicalparodie zu dessen Hochzeit aufführen wollen. Doch Bob Martin war so begeistert, dass er gemeinsam mit seinen Freunden begann, das Stück weiterzuentwickeln. Wenig später wurde daraus ein komplettes Bühnenwerk – mit überwältigendem Erfolg: Nach der Broadwaypremiere am 1. Mai 2006 gewann „The Drowsy Chaperone“ gleich fünf Tony Awards (Best Book of a Musical, Best Original Score, Best Performance by a Featured Actress in a Musical für Beth Leavel (The Drowsy Chaperone), Best Scenic Design für David Gallo sowie Best Costume Design für Gregg Barnes) und feiert seitdem auch im internationalen Raum große Erfolge. Das Theater Hof zeigte am 27. April 2013 die Deutschsprachige Erstaufführung in einer Inszenierung von Reinhardt Friese, die Konservatorium Wien Privatuniversität – heute Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien – zeigte am 25. Januar 2014 die Österreichische Erstaufführung in einer Inszenierung von Isabella Fritdum. Am Theater Bielfeld wird „Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“ am 4. September 2016 als erste Musicalpremiere der Spielzeit 2016/17 in der Inszenierung von Folkwang-Alumnus Thomas Winter gezeigt.

„Hochzeit mit Hindernissen“ definiert sich nicht als reines Musical, vielmehr stehen die Show und der bewusste Rückgriff auf die Form des Vaudevilles im Vordergrund des Stückes, das sich sowohl als Reminiszenz als auch als Parodie auf die großen Show-Zeiten des Jazz-Age in den 1920er-Jahren Amerikas versteht. Ganz jenes Vaudeville bedienend, suchen die Autoren eine Mischung aus Stereotypen der Zeit – gespickt mit teils authentischen, teils erfundenen Biografien –, überhöhen die Formen von Akrobatik, Slapstick, Comedy, Stepp, Tanz und Gesang und kreieren daraus eine Show, die konsequent im Up-tempo davonbraust, in der scheinbar jede Nummer die vorhergehende an Witz und Skurrilität zu überbieten versucht. „Hochzeit mit Hindernissen“ ist das vielleicht verrückteste, schnellste, irrwitzigste und unterhaltsamste Musical überhaupt, das mit Ohrwurmgarantie und bester Laune jeden Zuschauer vom Platz fegen wird.

Neben einem Großaufgebot an renommierten Musicaldarstellern (u. a. Kerstin Marie Mäkelburg als beschwipste Anstandsdame und Jens Janke als George) wird die Show auch ihrem Anspruch auf Überraschungen gerecht und hält für die Rolle der Trix zu jeder Aufführung einen besonderen Gast bereit, der das große Finale anstimmt. Zu dieser Auswahl gehören die „großen“ Ladies, die in den letzten Jahren das Publikum am Theater Bielefeld begeistert haben: Abla Alaoui („Bonnie & Clyde“), Ulrike Figgener („Die Hexen von Eastwick“, „Sunset Boulevard“), Navina Heyne („A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“, „Bonnie & Clyde“), Bettina Meske („Die Hexen von Eastwick“), Brigitte Oelke („Sunset Boulevard“, The Who´s „Tommy“, „City of Angels“), Carina Sandhaus („Die Hexen von Eastwick“, The Who´s „Tommy“), Lucy Scherer („Cyrano“), Karin Seyfried („Company“, „Songs for a New World“), Katharina Solzbacher („Die Hexen von Eastwick“, „A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“), Carolin Soyka („Company“, „The Birds of Alfred Hitchcock“) und Roberta Valentini („Die Hexen von Eastwick“, „City of Angels“, „Company“, „Chess – Das Musical“). Die Premiere am 4. September und die Vorstellung am 18. September singt Roberta Valentini, am 11. September singt Carina Sandhaus. Die Besetzungen werden jeweils kurz vor den Vorstellungen vom Theater bekanntgegeben.

Keine Kommentare: