Donnerstag, 14. Juli 2016

Industriekultur im Rheinland mit dem Fahrrad entdecken

Neue Fahrradkarte des LVR-Industriemuseums bietet abwechslungsreiche Rundtour zu seinen sieben Schauplätzen

Das LVR-Industriemuseum hat erstmals eine Fahrradkarte herausgegeben, die seine sieben Schauplätze auf einer spannenden Rundtour durch das Rheinland miteinander verbindet. Auf der Strecke treffen Radtouristen zum Beispiel auf die St. Antony-Hütte, die älteste Eisenhütte des Ruhrgebiets, die Textilfabrik Cromford, die erste Fabrik auf dem europäischen Festland, oder die Gesenkschmiede Hendrichs, in der noch heute Scheren hergestellt werden. Darüber hinaus begegnet man entlang der Route weiteren bedeutenden Baudenkmälern wie dem Schloss Oberhausen, dem Museum Kloster Saarn, Schloss Burg in Solingen, der Wuppertaler Schwebebahn, der Müngstener Brücke oder dem Freudenthaler Sensenhammer.

Dr. Walter Hauser, Direktor des LVR-Industriemuseums, und Dr. Burkhard Zeppenfeld, Leiter des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg, stellen die neue Fahrradkarte vor

Die Rundtour ist insgesamt 440 Kilomter lang und weist – hauptsächlich im Bergischen Land – 2.300 Meter Höhenunterschied auf. Sie besteht aus sechs Etappen, die auf der Rückseite der Radkarte beschrieben werden. Die Route verläuft überwiegend auf ausgeschilderten touristischen Strecken oder auf dem Radwegenetz NRW. Entlang des Weges befinden sich zahlreiche DB-Bahnhöfe.

Textilfabrik Cromford, originalgetreu nachgebaute „Water Frame“, die erste vollmechanische Spinnmaschine

Der Rundkurs beginnt an der St. Antony-Hütte und führt von Oberhausen entlang der Ruhr zur Textilfabrik Cromford nach Ratingen ins Niederbergische Land. Auf alten Bahntrassen gelangt man über die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen nach Engelskirchen zum Kraftwerk Ermen & Engels im Oberbergischen Land. Hier geht es entlang der Agger über die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch-Gladbach weiter an den Rhein. Bei Königswinter folgt die Strecke der Wasserburgen-Route und führt zur Tuchfabrik Müller in Euskirchen. Von dort fährt man auf der mit 154 Kilometern längsten Etappe entlang der Erft und dem Rhein zurück nach Oberhausen zur Zinkfabrik Altenberg.

Gesenkschmiede Hendrichs, Schmiedevorführung

Als kleinen Anreiz, alle sieben Schauplätze des LVR-Industriemuseums zu besuchen, enthält die Radkarte für ambitionierte Radtouristen einen Radlerpass, der beim Besuch der sieben Museumsschauplätze an den Museumskassen jeweils vorgezeigt und abgestempelt wird. Demjenigen, der den Besuch aller sieben Schauplätze mit dem abgestempelten Radlerpass belegen kann, winken zur Belohnung attraktive Preise rund ums Radfahren.

Kraftwerk Ermen & Engels, Francis-Turbine

Die Radkarte im Maßstab 1:175.000 ist kostenlos im LVR-Industriemuseum erhältlich und kann per e-mail unter industriemuseum-oeffentlichkeitsarbeit@lvr.de oder telefonisch unter der Rufnummer (0208) 8579-121 bestellt werden. Sie kann auch auf der Homepage des LVR-Industriemuseums unter www.industriemuseum.lvr.de/de/verbundseiten/besucherinfos/radrouten/radkarte_1.html als pdf-File heruntergeladen werden, aber wer besitzt schon einen so großen Drucker, um das File in voller Größe ausdrucken zu können!? Hier sind auch GPS-Tracks zur Route sowie zu Routenvarianten und Abstechern zu finden, die in Form von GPX-Dateien kostenfrei heruntergeladen und auf GPS-Geräten und Smartphones genutzt werden können. Die Tour ist auch bei den „Überregionalen Tourentipps“ auf www.radroutenplaner.nrw.de zu finden.

Papiermühle Alte Dombach, Papierschöpfen aus der Bütte

Das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen bieten auch einen Fahrradverleih an, allerdings muss man die Fahrräder auch wieder dort zurückgeben. E-Biker sollten sich noch ein wenig gedulden, bevor sie sich auf den Sattel schwingen: Ladestationen an allen Schauplätzen des LVR-Industriemuseums befinden sich in Planung. Da ergeht es ihnen auch nicht besser als einer Million angestrebter Besitzer von Elektroautos in Deutschland bis 2020…

Tuchfabrik Müller, Krempelei/Vorgarnherstellung, Dreikrempelsatz (Detail), Hersteller C. E. Schwalbe, Werdau, 1913

Die Herausgabe der Fahrradkarte wurde vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Desweiteren haben die sechs Fördervereine des LVR-Industriemuseums die Veröffentlichung der Karte unterstützt.

Zinkfabrik Altenberg, Tore des letzten Siemens-Martin-Ofens der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann GmbH, Duisburg, Schrottmulde am Chargierarm, 1993

Das LVR-Industriemuseum ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2016 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet an allen Schauplätzen einmalig freien Eintritt. Gilt nicht bei Sonderveranstaltungen und Sonderausstellungen.

Zum Schauplatz Zinkfabrik Altenberg gehört auch der Museumsbahnsteig am Hauptbahnhof Oberhausen

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