Samstag, 30. Juli 2016

Fernschnellzug FD Rheingold

Der Luxuszug im Essener Hauptbahnhof

Zugzielanzeiger

Am 30. Juli 2016 veranstaltete der Freundeskreis Eisenbahn Köln e. V. mit dem Fernschnellzug Rheingold eine Sonderfahrt von Köln nach Bruchhausen-Vilsen zur vom Deutschen Eisenbahn-Verein e. V. betriebenen ersten Museumseisenbahn Deutschlands, die mit historischen Fahrzeugen von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf verkehrt und dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Bis nach Minden wurde die Wagengarnitur des Freundeskreis Eisenbahn Köln e. V. mit der elektrischen Lokomotive E10 1239 vom Lokomotivclub 103 e. V. gezogen, dort sollte auf die Dampflokomotive 52 8038 der Dampfeisenbahn Weserbergland e. V. bis nach Bruchhausen-Vilsen gewechselt werden. Nun kommen solche historischen Fernschnellzüge nicht mehr alle Tage am Bahnsteig vorgefahren, da kann man schon einmal einen Blick riskieren. Mitfahren wäre natürlich auch schön, aber bei Preisen von bis zu 189 € für die Fahrt im Aussichtswagen überlässt man die begrenzten Plätze doch lieber Leuten mit mehr Kleingeld im Portemonnaie.

Lokomotive E10 1239 vom Lokomotiv-Club 103 e. V., Hersteller Siemens/Krauss-Maffei, Fabriknummer 18741, Baujahr 1962, im Sommer 2008 im AW Dessau als Rheingold-Lokomotive E 10.12 mit der Farbgebung kobaltblau/beige rekonstruiert

Der Fernschnellzug FD Rheingold wurde erstmals im Mai 1928 auf der Strecke von Hoek van Holland/Amsterdam durch das Rheintal in die Schweiz eingesetzt, vier Wagen von 1928 bzw. einer von 1929 und ein Packwagen sind erhalten. Außerdem besitzt der Freundeskreis Eisenbahn Köln e. V. Rheingold-Wagen von 1962/63, darunter einen Aussichtswagen (Dome Car) AD4üm-62 und den einzigen erhaltenen „Buckelspeisewagen“ WR4üm-63. Diese wurden bei der Sonderfahrt ebenfalls mitgeführt.

Lokomotive E10 1239 vom Lokomotiv-Club 103 e. V., Hersteller Siemens/Krauss-Maffei, Fabriknummer 18741, Baujahr 1962, im Sommer 2008 im AW Dessau als Rheingold-Lokomotive E 10.12 mit der Farbgebung kobaltblau/beige rekonstruiert

1. Klasse „Buckelspeisewagen“ WR4üm-63, Hersteller Orenstein und Koppel, Baujahr 1963

1. Klasse Aussichtswagen AD4üm-62, Hersteller Wegmann & Co., Kassel, Baujahr 1962

1. Klasse Aussichtswagen AD4üm-62, Hersteller Wegmann, Baujahr 1962

Speisewagen, Hersteller Westwaggon Köln-Deutz, Baujahr 1928, der Wagen besitzt seit 1932 erhabene Schriftzüge „RHEINGOLD“ im Bereich der violett lackierten Wände unterhalb der Fensterleiste und wurde 1970 ausgemustert

32. Schlossparkfest Borbeck

Familienfest mit historischem Jahrmarkt, Bühnenprogramm und Feuerwerk

Zugmaschine, Hersteller Hannoversche Maschinenbau AG – Hanomag, Typ R45, Baujahr 1956

Vom 29. bis 31. Juli 2016 findet am Schloss Borbeck wieder das Schlossparkfest mit historischem Jahrmarkt, Bühnenprogramm und Feuerwerk statt. Im Schlosspark haben die Schausteller ihre historischen Fahrgeschäfte aufgebaut, Werner Feldmann ist mit seinem Riesenrad aus dem Jahre 1902, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, dort zu finden, Richard Müller ist mit seinem historischen Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“ mit 18 originalen Autoscooter-Chaisen aus dem Hause Gebrüder Ihle Bruchsal (ursprünglich ein Kleinserienhersteller von individuellen Automobilkarosserien und später Hersteller von Autoscootern und Karussellen) aus den Jahren 1962 bis 1972 dort vertreten, die Raupenbahn von Steiger-Buchholz, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926, ist sicherlich die älteste Berg- und Talbahn beim historischen Jahrmarkt, da fühlt man sich gleich in seine eigene Kindheit versetzt, als die Kirmes noch nicht einem Hightech-Spektakel glich und das Verdeck der Raupenbahn auch ja nicht zu lange geschlossen bleiben durfte, wer weiß, was die Leute sonst womöglich im Verborgenen „angestellt“ hätten.

Zugmaschine, Hersteller Rheinstahl Hanomag AG, Honnover-Linden, Typ R455S, 5.662 cm³, 55 PS, Baujahr 1959

Zugmaschine, Hersteller Rheinstahl Hanomag AG, Honnover-Linden, „Echte Männer fahren Hanomag“

Historischer Jahrmarkt, Kirmesorgel, Hersteller Gebrüder Wellershaus, Mülheim an der Ruhr-Saarn, Baujahr 1906

Historischer Wohnwagen der Schaustellerfamilie Richard Müller

Historischer Jahrmarkt, „Broel’s süßer Jahrmarkt“

Historischer Jahrmarkt, Kettenkarussell „Deinert’s Kettenflieger“, Baujahr 1947

Historischer Jahrmarkt, Kettenkarussell „Deinert’s Kettenflieger“, Baujahr 1947

Historischer Jahrmarkt, Raupenbahn, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926

Historischer Jahrmarkt, Raupenbahn, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926

Historischer Jahrmarkt, Raupenbahn, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926

Historischer Jahrmarkt, Raupenbahn, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926

Historischer Jahrmarkt, Riesenrad, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, Baujahr 1902

Historischer Jahrmarkt, Riesenrad, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, Baujahr 1902

Historischer Jahrmarkt, Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“, Baujahr ca. 1950

Historischer Jahrmarkt, Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“, Baujahr ca. 1950

Historischer Jahrmarkt, Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“, Baujahr ca. 1950

Historischer Jahrmarkt, Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“, Baujahr ca. 1950

Schloss Borbeck

Zum Feuerwerk „über“ Schloss Borbeck wäre anzumerken, dass dieses am „Zirkusplatz“ an der Frintroper Straße abgeschossen wurde und etwa die Hälfte der Feuerwerkskörper überhaupt nicht die erforderliche Höhe erreicht hat, um von der Schloßstraße „über“ Schloss Borbeck sichtbar zu sein. Ob dies im Sinne des Veranstalters ist, sei dahingestellt.

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck

Feuerwerk über Schloss Borbeck


Sonntag, 31. Juli 2016

Tanzgruppe „Shuffled“

Tanzgruppe „Shuffled“

Schloss Borbeck, so genannter „Adam und Eva Kamin“, der weitgehend aus den Fassadenteilen der Herrenhaushoffassade von Schloss Horst besteht. Die Sandsteinteile stammen aus der Zeit um 1560, die Ofenplatte aus dem 16. Jahrhundert zeigt ein alttestamentarisches Motiv.

Schloss Borbeck

Riesenrad, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, Baujahr 1902

Riesenrad, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, Baujahr 1902

Riesenrad, Hersteller „Gothaer Waggonfabrik A. G.“ (vorm. „Fritz Bothmann & Glück Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt“), Gotha, Baujahr 1902

Kettenkarussell „Deinert’s Kettenflieger“, Baujahr 1947

Wenn am frühen Abend das letzte Bier getrunken und auf dem Holzpfostenscooter, der Raupenbahn oder dem Kettenflieger die letzten Runden gedreht sind, dann verwandelt sich der Historische Jahrmarkt „ziemlich unentspannt“ in den Turmbau zu Babel – einschließlich Sprachverwirrung. Dann herrscht geschäftiges Treiben, bauen Hilfskräfte aus aller Herren Länder die Fahrgeschäfte im Laufschritt ab, denn keine drei Stunden später ist es im Schlosspark stockfinster. Und dann ist das 32. Schlossparkfest Borbeck mit dem Historischen Jahrmarkt auch schon wieder Geschichte…

Holzpfostenscooter „Der Selbstfahrer“

Bierwagen „Ritter’s Nuckelpinne“

Kettenkarussell „Deinert’s Kettenflieger“

Kettenkarussell „Deinert’s Kettenflieger“

Raupenbahn, Hersteller Fritz Bothmann, Gotha, Baujahr 1926

Donnerstag, 28. Juli 2016

FilmSchauPlätze NRW 2016: Recklinghausen

„Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ am Stadthafen

Es geht schon wieder rund: „Sky-Lounge-Wheel“ auf dem Cranger Kirmesplatz

Nach „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders (1999) im vergangenen Jahr und „The Beach“ von Danny Boyle (2000) im Original mit deutschen Untertiteln im Kulturhauptstadtjahr 2010 fanden die FilmSchauPlätze NRW dieses Jahr meines Wissens zum dritten Mal am Stadthafen in Recklinghausen statt. An dieser Stelle zu erklären, was die FilmSchauPlätze NRW sind und wie diese Veranstaltungreihe funktioniert, wäre womöglich ebenso langweilig wie einfach nur zum Stadthafen Recklinghausen zu fahren und sich dort „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ anzuschauen. Ersteres ist bereits in ’zig Blogeinträgen nachzulesen, und auf dem Weg zum Stadthafen stolpert man ja augenblicklich beinahe über die Aufbauarbeiten zur Cranger Kirmes, bei der es ab 5. August 2016 wieder rund geht, da kann man auch einmal einen Blick riskieren.

Schloss Strünkede

Den nächsten Blick kann man sicherlich am Wasserschloss Strünkede in Herne-Baukau riskieren, auch wenn das dort ansässige Emschertal-Museum bereits um 17 Uhr schließt und man daher das Gebäude nur von außen in Augenschein nehmen konnte, ebenso wie die Schlosskapelle, angeblich Hernes ältestes Bauwerk.

Schloss Strünkede, Wappen und Inschrift über dem Rundbogenportal

Schloss Strünkede, Schlosskapelle

Schollbrockhaus

Umspannwerk Recklinghausen, 110-kV-Trafos

Jedem dürfte die Fassade des Umspannwerks Recklinghausen mit dem markanten Schriftzug „VEW Umspannwerk Recklinghausen“ an der Bochumer Straße bekannt sein, in dem sich heute das Museum Strom und Leben befindet. Die beiden Transformatoren, die die Hochspannung von 110 kV auf eine Mittelspannung von 10 kV für die Verteilung in der Stadt transformieren, befinden sich außerhalb des Gebäudes an der Seite zur Emscher. Dort befindet sich im Rahmen der Emscherkunst 2016 auch das eigentlich erklärungsbedürftige Kunstwerk „Analyse“ von Roman Signer, man könnte aber auch einfach behaupten, dort wird sauberes Wasser in die Kloake eingeleitet, während aus einem Lautsprecher chemische Verbindungen monoton „heruntergenudelt“ werden. Der Kloakenbrunnen „Waste Water Fountain“ der dänischen Künstlergruppe SUPERFLEX war gänzlich außer Betrieb, vielleicht auch besser so, denn auch so war bereits aufgrund der Wetterlage olfaktorisch wahrzunehmen, was als Ergebnis einer qualitativen Analyse der Zusammensetzung der Emscher bei der Arbeit von Roman Signer zu hören ist.

„Analyse“ von Roman Signer

Stadthafen Recklinghausen

Im vergangenen Jahr wurden im Stadthafen Recklinghausen die FilmSchauPlätze NRW bei tropischen Temperaturen mit „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders eröffnet, in diesem Jahr wollte der Sommer aber nicht so richtig mitspielen, im Gegenteil, das Wetter orientierte sich wohl eher an dem Untergang des Frachters in dem Oscar-prämierten Abenteuer-Drama „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ von Ang Lee nach dem Roman „Life of Pi“ von Yann Martel, auch wenn Slogans wie „The sunny side of life“ auf den Liegestühlen anderes erwarten ließen…

Stadthafen Recklinghausen

Stadthafen Recklinghausen

The sunny side of life im Stadthafen Recklinghausen

Matthes Fechner und seine Band

Während das von Matthes Fechner und seiner Band gestaltete Rahmenprogramm sowie der Kurzfilm „Das Leben ist hart“ (2015, Regie Simon Schnellmann) noch ohne Regen zu erleben waren, gab es bei „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ schließlich in der erwähnten Szene, in der Pi Patel übermütig die himmlischen Mächte herausfordert, auch am Stadthafen Recklinghausen einsetzenden Regen, so dass es die ersten Zuschauer vorzogen, verfrüht den Heimweg anzutreten. Tatsächlich blieb es dann im weiteren Verlauf des Abends trocken, aber die zwischenzeitliche Dusche hätte auch nicht unbedingt sein müssen…

Stadthafen Recklinghausen

Stadthafen Recklinghausen

Abschließend ein Wort zu nicht-öffentlichen Veranstaltungsorten, der „Stadthafen Recklinghausen“, also der ehemalige „Lemon Beach Club“, ist ein solcher nicht-öffentlicher Veranstaltungsort, was bereits durch die Einzäunung deutlich wird. Natürlich kann der lokale Veranstalter an einem solchen Veranstaltungsort sein Hausrecht ausüben, kann am Eingang Security-Personal postieren und entscheiden, wer das Gelände betreten darf, kann das Mitbringen von Speisen und Getränken untersagen, um die finanziellen Interessen des Gastronomiebetriebes zu wahren… kann man alles machen, muss man aber nicht. Es gibt in der Metropole Ruhr das Erlebnisprogramm „Unter freiem Himmel“, bei der jeder Besucher sogar aufgefordert ist, zu den entsprechenden Picknick-Veranstaltungen im Emscher Landschaftspark eigene Speisen und Getränke mitzubringen, was natürlich bestens zu dem Motto „umsonst und draußen“ passt. Und gerade diese ungezwungene Atmosphäre erfreut sich bei den Besuchern größter Beliebtheit. Man sollte daher als Veranstalter immer gut abwägen, was einem wichtig ist und welchen Eindruck man damit bei den Besuchern hinterlässt.

Stadthafen Recklinghausen