Freitag, 3. Juni 2016

Vorschau: „Die Fledermaus“

„Die Fledermaus“ – nach dem Vaudeville „Le Réveillon“ von Henri Meilhac und Ludovic Halévy – Musik: Johann Strauss; Libretto: Karl Haffner, Richard Genée. Inszenierung: Carsten Kirchmeier; Choreografie: Paul Kribbe; Ausstattung: Jürgen Kirner; Dramaturgie: Juliane Schunke; Musikalische Leitung: Thomas Rimes. Darsteller: Michael Dahmen (Gabriel von Eisenstein, Rentier), Alfia Kamalova (Rosalinde, seine Frau), Anke Sieloff (Prinz Orlofsky), Peter Rembold (Dr. Falke, Notar), Hongjae Lim (Alfred, Rosalindes verflossener Liebhaber und Gesangslehrer), Joachim Gabriel Maaß (Frank, Gefängnisdirektor), Marie Heeschen (Adele, Kammermädchen), Sion Choi (Ida, ihre Schwester), Florian Neubauer (Dr. Blind, Advokat), Ute Wieckhorst („Frl. Forsch“, Putzfrau), Christian Funk, Cedric Sprick (Tänzer), Eden Berlin (Burlesque-Tänzerin), Bernd Frings, Georg Hansen, Wolf-Rüdiger Klimm, Charles E. J. Moulton (Gefangene). Uraufführung: 5. April 1874, Theater an der Wien, Wien. Premiere: 10. Juni 2016, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.



„Die Fledermaus“


Aufführung in der Salonfassung von Franz Wittenbrink am Musiktheater im Revier im Kleinen Haus


„Die Fledermaus“ von Johann Strauss gilt als Höhepunkt der Goldenen Operettenära und ist gleichzeitig die charmanteste Enttarnung bürgerlicher Doppelmoral. Dem „Walzerkönig“ Johann Strauss (* 25. Oktober 1825 in St. Ulrich bei Wien, † 3. Juni 1899 in Wien) verdanken wir die unvergängliche Weisheit, dass natürlich nur der Champagner an allem Schuld sei. Gleichzeitig vereinigt „Die Fledermaus“ die schönsten Melodien des Wiener Musikgenies: Von „Oh je, oh je, wie rührt mich dies“, „Mein Herr Marquis“ bis hin zu „Klänge der Heimat“ und „Im Feuerstrom der Reben“. Kein Wunder, dass dieses Stück Musiktheater als „Königin der Operetten“ bezeichnet wird und neben dem „Zigeunerbaron“ und „Eine Nacht in Venedig“ das bekannteste Werk von Johann Strauss (Sohn) ist. Am Musiktheater im Revier ist „Die Fledermaus“ in der kammermusikalischen Fassung für Salonorchester von Franz Wittenbrink im Kleinen Haus zu erleben, welche im Jahr 1992 für eine Inszenierung von Herbert Wernicke am Theater Basel entstanden ist.

„Die Fledermaus“, Probenfoto: Joachim Gabriel Maaß (Frank) und Ute Wieckhorst (Putzfrau)

Es geht doch nichts über ein wasserdichtes Alibi! Gabriel von Eisenstein muss wegen Beamtenbeleidigung für eine Weile ins Gefängnis. Davor will Gabriel aber ohne Wissen seiner Gattin noch zügellos feiern, und was wäre ein besseres Alibi für ein ausschweifendes Fest als eine zu verbüßende Haftstrafe? Rosalinde Eisenstein kann es kaum erwarten, den Gatten zu verabschieden, denn endlich hat sie freie Bahn, um in aller Ruhe ihren Liebhaber Alfred zu empfangen. Auch das Dienstmädchen Adele braucht dringend einen freien Abend und lässt sich zur angeblichen Pflege einer kranken Tante beurlauben. So scheint allen geholfen, doch die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Kaum dass Gabriel weg und Alfred da ist, kommt der Gefängnisdirektor Frank, um den Delinquenten abzuholen. Was hilft es – Alfred muss so tun, als sei er Gabriel und sich tränenreich von Rosalinde verabschieden. Traurig bleibt an diesem Abend sonst keiner, denn beim Maskenball des Prinzen Orlofsky treffen sich alle wieder. Gabriel als „Marquis Renard“, Rosalinde als unbekannte ungarische Gräfin und Adele als „Künstlerin“ Olga. Gabriel ist so sehr in Festlaune, dass er seine Frau nicht erkennt und sich unsterblich in die ungarische Gräfin verliebt. Als er nach durchzechter Nacht im Gefängnis erscheint, muss er feststellen, dass schon ein Delinquent seines Namens dort einsitzt.

„Die Fledermaus“, Probenfoto: Michael Dahmen (Gabriel von Eisenstein)

In die Vorgeschichte der Operette, die den Titel der Operette erklärt, lässt Gabriel von Eisenstein den Notar Dr. Falke nach einer Ballnacht am Morgen betrunken und als Fledermaus verkleidet durch die Straßen irren. Dafür will sich Dr. Falke, der von dem Zeitpunkt an „Dr. Fledermaus“ genannt wird an Gabriel von Eisenstein rächen. Wie er bei der „Rache der Fledermaus“ – so der vollständige Name der Operette vor sich geht, wird im Verlauf der Handlung erzählt. Wie das Leitungsteam mit dieser Vorgeschichte umgeht, das wird man bei der Premiere am 10. Juni 2016 im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen erfahren. Folgevorstellungen stehen bis zum 7. Juli 2016 auf dem Spielplan.

„Die Fledermaus“, Probenfoto: Alfia Kamalova (Rosalinde) und Ute Wieckhorst (Putzfrau)

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