Donnerstag, 2. Juni 2016

Erdwärme entdecken – Führungen im Internationalen Geothermiezentrum

Veranstaltung im Rahmen der KLIMAWOCHEN RUHR 2016

„Für Maulwürfe und technisch Interessierte richtet das Internationale Geothermiezentrum seinen Blick tief in die Erde. In spannenden Führungen und Experimenten in der Hochschule Bochum erläutern die Wissenschaftler, wie die Wärme aus großen Tiefen als klimafreundliche und regenerative Energie nutzbar gemacht werden kann.“ So war es in der Programmübersicht der KLIMAWOCHEN RUHR 2016 für die Veranstaltung am 1. Juli 2016 von 14 bis 18 Uhr zu lesen. Nichts Böses ahnend, schließlich war von „spannenden Führungen und Experimenten“ die Rede, schlinderte ich mit lediglich drei anderen Besuchern in einen eindreiviertelstündigen Vortrag über die Struktur des Geothermiezentrums, Studieninhalte, wie viele ECTS Credit Points in welchen Vorlesungen erworben werden können… Hallo, geht’s noch? Zum einen darf ein guter Vortrag über alles gehen, nur nicht über eine Stunde, und zum anderen wollte ich mich nicht über den Masterstudiengang „Geothermische Energiesysteme“ an der Hochschule Bochum informieren, sondern wollte „Geothermie zum Anfassen“ gezeigt bekommen. Nach geschlagenen zwei Stunden ging es dann endlich in medias res, aber auch nicht wirklich, denn der Bohrplatz des Internationalen Geothermiezentrums darf offensichtlich nur mit Sicherheitsschuhen und Schutzhelm betreten werden, folglich durfte man sich weitere Erläuterungen vor dem eingezäunten Bohrplatz anhören.

Internationales Geothermiezentrum, Bohrplatz

Auf dem Gelände des GZB wurde eine 500 Meter tiefe Bohrung niedergebracht, die nicht der Gewinnung von Erdwärme dient, sondern als Forschungsbohrung, um nationalen und internationalen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu bieten, verschiedenste Experimente in einer echten Bohrlochumgebung durchzuführen.

Bohrkopf

Während des Bohrens wurden Bohrkerne gewonnen, die der Charakterisierung des Untergrundes dienen. Dass man dabei auch auf Kohle gestoßen ist sollte im Ruhrgebiet nicht weiter verwundern. Außerdem können die Bohrkerne im Labor für wissenschaftliche Untersuchungen genutzt werden. Zukünftig soll es eine weitere Bohrung mit einer Tiefe von 1000 Metern geben, die zur saisonalen Speicherung von solarer Wärme dienen soll. Auf diese Weise kann Wärme im Sommer gespeichert und im Winter sinnvoll genutzt werden.

Bohrkern

Seismometer

Röntgen-Computertomographie wird beispielsweise genutzt, um Bohrkerne zur anschließenden Simulation der Durchströmungseigenschaften zu digitalisieren. Das Internationale Geothermiezentrum verfügt hierfür über eine Computertomographie-Anlage mit einer Röntgenröhre mit 225 kV Beschleunigungsspannung.

Röntgentomograph, rechts der Flachbilddetektor

Hätte sicherlich eine interessante Veranstaltung werden können, wäre da nicht dieser elendig lange Vortrag zu Themen gewesen, die man aus der Veranstaltungsankündung wirklich nicht entnehmen konnte.

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