Sonntag, 5. Juni 2016

Emscherkunst 2016: Entdecke die Kunst – erlebe die Veränderung

Die Kunstareale Stadthafen, Kokerei Hansa und Phoenix See

Die internationale Ausstellung Emscherkunst 2016 zeigt vom 4. Juni bis 18. September 2016 zeitgenössische Positionen der Kunst in Natur und Stadt mitten im Ruhrgebiet. Dabei rückt der Landschaftsraum zwischen Holzwickede, Dortmund, Castrop-Rauxel, Recklinghausen und Herne in den Fokus – verbunden durch einen 50 Kilometer langen Ausstellungsparcours entlang der Emscher. Zum ersten Mal wird mit „Dortmund Urban“ – einem der sieben Ausstellungsräume – auch ein Schwerpunkt mitten in der Stadt gesetzt. KünstlerInnen u. a. aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Kanada und den Niederlanden zeigen ihren Blick auf eine Landschaft im Wandel: Die Verandlung des ehemaligen Abwasserflusses Emscher hin zu einem naturnahen Fluss – eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Reizvolles Projektionsfeld für die zur Emscherkunst 2016 eingeladenen KünstlerInnen wie atelier le balto, Benjamin Bergmann (* 1968 in Würzburg), Massimo Bertolini (* 1962 in Cecina, Italien), Henrik Håkansson (* 1968 in Helsingborg, Schweden), Studio Orta (Lucy (* 1966 in Sutton Coldfield, UK) und Jorge Orta (* 1953 in Rosario, Argentinien)), Roman Signer (* 1938 in Appenzell, Schweiz), Superflex oder Tobias Zielony (* 1973 in Wuppertal). Mit 30 Studierenden der Kunstakademie Münster gibt es erneut eine Einbindung der jungen Kunstszene.


Kunstareal Stadthafen

„Glückauf.Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ von Silke Wagner am Faulturm der ehemaligen Kläranlage in Herne

Auf dem Gelände der stillgelegten Kläranlage Herne-Nord befindet sich an der Fassade des ehemaligen Faulturms das Wandmosaik „Glückauf.Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ von Silke Wagner, ein Kunstwerk der Emscherkunst 2010. Vor kurzem wurden dort auch die so genannten „Emscherperlen“ aufgestellt. Dabei handelt es sich um einheitlich gestaltete Vermittlungsmodule in Form eines Kanalrohres, zugleich „Landmarke“ und Informationsquelle.

„Glückauf.Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ von Silke Wagner am Faulturm der ehemaligen Kläranlage in Herne

In der Emscher nördlich der stillgelegten Kläranlage Herne hat die dänische Künstlergruppe SUPERFLEX (1993 von Jakob Fenger, Rasmus Nielsen und Bjørnstjerne Christiansen gegründet) ihre Arbeit „Waste Water Fountain“ in Form eines großen Springbrunnens positioniert, nicht zu verwechseln mit einem Schokoladenbrunnen, auch wenn das Wasser der Emscher an dieser Stelle ebenfalls noch schmutzig-braun ist. Bei der „Analyse“ von Roman Signer an der Fußgängerbrücke über die Emscher vom Stadthafen zum Umspannwerk Recklinghausen bekommen die Passanten die chemischen Bestandteile dieser brauen Brühe aus einem Lautsprecher zu hören. Allerdings lediglich in Form einer qualitativen Analyse.

„Waste Water Fountain“ von SUPERFLEX


Kunstareal Kokerei Hansa

„Spirits of the Emscher Valley“, „Beobachter“ von Lucy + Jorge Orta

Auf der stillgelegten Kokerei Hansa befinden sich die Arbeiten „Spirits of the Emscher Valley“, „Beobachter“ von Lucy + Jorge Orta (im Löschwasserteich), „Schlagende Wetter“ von M + M (in der Waschkaue) und die „Schutzhelme“ von Sujin Do im Kohlebunker. Im Infopoint der Kokerei müssen sich die Besucher mit der Anzahl der erwachsenen Personen sowie der Kinder unter 12 Jahren in Listen eintragen, mitsamt der Zeiten, wann das Gelände der Kokerei betreten und wieder verlassen wurde. Der Besuch der beiden Arbeiten „Spirits of the Emscher Valley“, „Beobachter“ von Lucy + Jorge Orta (im Löschwasserteich) und „Schlagende Wetter“ von M + M (in der Waschkaue) ist tatsächlich kostenlos, allerdings koinzidieren die beiden in die Listen einzutragenden Anzahlen der Personen exakt mit der sonst üblichen Regelung, dass Kinder unter 12 Jahren freien Eintritt haben. Nachtigall, ick hör dir trapsen… Die „Schutzhelme“ von Sujin Do im Kohlebunker der stillgelegten Kokerei Hansa sind nur im Rahmen einer Führung über die Kokerei zu sehen, für die 8 € pro Person bei der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur zu berappen sind, und in diesen 8 € ist der reguläre Eintritt in Höhe von 4 € bereits enthalten. Mit anderen Worten, in dem Fall zahlen die Besucher den regulären Eintritt plus Führungsentgeld. In der Kunst- und Radkarte findet sich hierauf allerdings kein Hinweis, weder auf Seite 16 (Beschreibung der Kokerei Hansa), noch auf Seite 31 (Kartenausschnitt Dortmund-Huckarde), noch auf Seite 63 (Beschreibung des Kunstwerks), dort heißt es auf Seite 88 lediglich, dass die Ausstellung „dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr“ geöffnet und der „Eintritt frei“ sei. Dislike! Auf einen entsprechenden Hinweis wird man im sozialen Netzwerk von der zuständigen Mitarbeiterin obendrein als Depp hingestellt: „… Zudem ist dieser Umstand natürlich auch in der Radkarte vermerkt. …“ (Der Verlauf wurde vor dem Löschen ausgedruckt und dokumentiert.) Ach ja, die Kunst- und Radkarte kostet heuer 9 €, das sind 80 % mehr als 2013.

„Spirits of the Emscher Valley“, „Beobachter“ von Lucy + Jorge Orta

„Schlagende Wetter“ von M + M


Kunstareal Phoenix See

Thomas-Konverter

Durch die Demonstration der Rechtsextremisten und die Aktionen demokratischer Gruppen und Initiativen gegen diesen Aufmarsch war es mit dem Auto extrem schwierig und zeitaufwendig, im Anschluss an den Besuch der Kokerei Hansa überhaupt von dort zum Phoenix See zu gelangen.

„Spirits of the Emscher Valley“, „Totem mit Elster“ von Lucy + Jorge Orta

„Urban Space Station“ von Natalie Jeremijenko

„Urban Space Station“ von Natalie Jeremijenko

„ARCA“ von Stracke & Seibt

„Spirits of the Emscher Valley“, „Vogelfrau“ von Lucy + Jorge Orta

„Spirits of the Emscher Valley“, „Vogelfrau“ von Lucy + Jorge Orta

„Spirits of the Emscher Valley“, „Vogelfrau“ von Lucy + Jorge Orta

Die Insel im Phoenix See

Filminstallation „Die Insel“ von Erik van Lieshout

„cloud machine“ von Rainer Maria Matysik


Eröffnungsfest der Emscherkunst 2016 in Dortmund

Eröffnung der Emscherkunst 2016

Mit einem großen Open-Air-Fest für alle Bürger eröffnete die Ausstellung Emscherkunst 2016 am 4. Juni 2016 an der Hörder Burg in Dortmund. Direkt am Kunstareal Phoenix See begann um 14 Uhr der Auftakt zum Kunstsommer an der Emscher. Auf dem familienfreundlichen Programm standen Führungen zu den Kunstwerken am Phoenix See, ein Bühnenprogramm am Hörder Burgplatz, Musik und gastronomische Angebote.

Künstler Roman Podeszwa im „ArtistRunSpace“ von Charlotte Frevel und Fridolin Mestwerdt: „Man begafft mich, als wär’ ich ein selt’nes Tier.“ (M. Kunze)

„No Escape“, Pamela Balz

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