Samstag, 18. Juni 2016

„Chuva de Sombrinhas“

„Chuva de Sombrinhas“ – Der Rock-Pop-Soul-Abend der Folkwang Universität der Künste; Songs aus Jazz, Pop und Soul mit Studierenden der Studiengänge Musical und Jazz; Mitwirkende: Studiengang Musical, 4. Jahrgang: Alina Grzeschik, Florentine Kühne, Eva Löser, Karen Müller, Philipp Nowicki, Jan Rogler; 3. Jahrgang: Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Elias Krischke, Marvin Schütt, Sarah Wilken; 2. Jahrgang: Pascal Cremer, Esther Conter, Charlotte Katzer, Florian Minnerop, Wynonna Nixel, Tomas Stitilis; 1. Jahrgang: Aline Bucher, Alejandro Nicolás Firlei Fernández, Nico Hartwig, Lara Hofmann, Florian Sigmund, Jessica Trocha; Gitarre: Leonhard Küppers, Keyboards: Johannes Still, Bass: Marcus Gulich, Schlagzeug: Christoph Helm, Trompete: Martin Berner, Saxophon, Klarinette: Johannes Hartogh, Nico Zöller, Posaune: Philipp Schittek; Stepp-Choreografie: Bernd Paffrath; Chorleitung: Michael David Mills; Musikalische Leitung: Jürgen Grimm. 2. Juni 2016, Folkwang Universität der Künste, Neue Aula, Essen. 17. Juni 2016, Theater Oberhausen.



„Chuva de Sombrinhas“


Der Rock-Pop-Soul-Abend der Folkwang Universität der Künste am Theater Oberhausen


„Chuva de Sombrinhas“ setzt die am 25. November 2012 mit der Produktion „Am Ende des Tages“ in der Spielstätte „die b.a.r“ begonnene Kooperation der Folkwang Universität der Künste mit dem Theater Oberhausen fort, zwischenzeitlich wurden „Free Your Mind!“ (2013), das Musical „Into the Woods“ (2014), „Somewhere over the Rainbow“ (2014) und „Something´s Got A Hold On Me“ (2015) am Theater Oberhausen gezeigt. Bei der so genannten „Musical-Combo“ handelt es sich um ein regelmäßiges Projekt des Studiengangs Musical, das die in den einzelnen Fächern erlernten Fähigkeiten zusammenführen und dem Publikum präsentieren soll. Es ist Teil des Studienplans und auch der Abschlussprüfung im Studiengang Musical. Musical-Combo bedeutet, dass Sänger auf eine Combo aus Musikern treffen, die im Studiengang Jazz studieren. Die angehenden Bühnendarsteller lernen in diesem Projekt, Songs mit schauspielerischen und choreographischen Elementen auf der Bühne zu präsentieren. Die Arbeit im Tonstudio gehört ebenfalls zum Lernziel der Lehrveranstaltung. Aus der Bro­schü­re zum zwanzigjährigen Bestehen des Studiengangs Musical an der Folkwang Hochschule erfährt man, dass dieses Projekt aus anfänglichen Jamsessions entstanden ist, die sich ergeben haben, da der Hauptprobenraum der Jazzabteilung unter den ersten Unterrichtsräumen des Studiengangs Musicals untergebracht war. Auch im Studiengang Jazz ist die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Musical ein fester Bestandteil im Ausbildungsprofil. Bei den Musikern tauchen allerdings einige Namen schon so viele Jahre auf, da scheint es sich eher um ein persönliches Steckenpferd zu handeln als um bloße Studieninhalte…

Der Abend stand in diesem Jahr unter dem Motto „Chuva de Sombrinhas“, angelehnt an den nicht sonderlich tiefsinnigen portugiesischen Song „Chuva de Sombrinhas“, das beste daran dürfte sein, dass den hier so gut wie niemand versteht, hört sich eben einfach vielversprechend an. Auf der anderen Seite, Regen hatten wir in letzter Zeit eigentlich genug, erst kurz vor Veranstaltungsbeginn gab es einen mächtigen Regenguss, so dass nicht nur auf der Bühne in dem Song „Chuva de Sombrinhas“ jede Menge bunter Regenschirme zu sehen waren, sondern auch an der Garderobe…

Aber auch die Studierenden des Studiengangs Musical liefen in diesem Jahr zu ungeahnter Höchstform auf, was womöglich daran liegen mag, dass die erste Aufführung der diesjährigen Musical-Combo nicht – wie in den Jahren zuvor – im Pina Bausch Theater über die Bühne gegangen war, sondern in der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste, deren Bühne natürlich sehr viel mehr Platz für entsprechende Choreografien bietet. Dementsprechend gab es bei der diesjährigen Musical-Combo beinahe zu jedem Song phantasievolle, perfekt einstudierte Choreografien zu sehen, bei denen die Studierenden vor Spielfreude nur so sprühten. Während der zweite Jahrgang im ersten Teil des Abends mit „Gold“ von Fergus O’Farrell aus „Once“ in einem Arrangement von Wynonna Nixel zu überzeugen wusste, zeigte der vierte Jahrgang eine mitreißende Stepp-Choreografie zu „Swing Set“ von Jurassic 5 in einer Choreografie von Bernd Paffrath.

Setlist des ersten Teils:
  • Anneke Brunekreeft: „Stone Cold Sober“ von Blair MacKichan, Paloma Faith und Paddy Byrne, die Debüt-Single von Paloma Faith aus dem Album „Do You Want the Truth or Something Beautiful?“; Arrangement: Fabian Gsell/Vocal-Arrangement: Wynonna Nixel
  • Jan Rogler: „Gambling Man“ von Lachlan A. Chapman, Michael Cranshaw und Darren Everest aus dem Debüt-Album „Good Ol’ Fashioned Love“ der Overtones
  • Karen Müller: „Maps“ von Adam Levine, Ryan Tedder, Noel Zancanella, Ammar Malik und Benjamin Levin aus dem Album „V“ von Maroon 5
  • Elias Krischke: „Surrender“ von Ian D’sa, Ben Kowalewicz, Jonathan Gallant und Aaron Solowoniuk aus dem zweiten Studioalbum „Billy Talent II“ der kanadischen Rockband Billy Talent
  • Alina Grzeschik: „I Have Nothing“ von David Foster und Linda Thompson Jenner aus „The Bodyguard“
  • Florentine Kühne und Lina Gerlitz: „River Deep, Mountain High“ von Jeff Barry, Ellie Greenwich und Phil Spector, von Ike & Tina Turner als Single aufgenommen
  • 2. Jahrgang des Studiengangs Musical: „Gold“ von Fergus O’Farrell aus „Once“, Arrangement Wynonna Nixel
  • 4. Jahrgang des Studiengangs Musical mit einer Stepp-Choreografie zu „Swing Set“ von Jurassic 5 aus deren zweitem Studioalbum „Quality Control“
  • Sarah Wilken: „Call Me Irresponsible“ von Jimmy Van Heusen (Musik) und Sammy Cahn (Lyrics), ursprünglich für „Papa’s Delicate Condition“ geschrieben
  • Eva Löser: „The Way I Feel“ von Cobhams Emmanuel Asuquo und Bukola Elemide (Aṣa) aus dem Album „Beautiful Imperfection“
  • Philipp Nowicki: „Kiss“ von Prince aus dem Album „Parade“

Den Beginn des zweiten Teils nutzte man zunächst für „product placement“, nämlich Werbung für die diesjährige Musicalproduktion „Hello Again“ am Theater im Rathaus Essen, Karen Müller (Krankenschwester) und Elias Krischke (Leslie, Soldat) spielten die zweite Szene „Zei gezent“/„Ich habe wenig Zeit“, in der Soldat Leslie in den 1940er-Jahren aus Angst, im Zweiten Weltkrieg zu sterben, mit der Krankenschwester eine Rangelei beginnt, Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Sarah Wilken, Philipp Nowicki und Jan Rogler waren darin als Quintett zu sehen (nähere Informationen zu „Hello Again“ in der Ankündigung und im Interview mit Gil Mehmert), bevor dann der Chor des Studiengangs Musical unter der Leitung von Michael David Mills zunächst den Song „Licht“ aus dem Musical „next to normal – fast normal“ von Tom Kitt (Musik) und Brian Yorkey (Lyrics) präsentierte, lediglich begleitet von Michael David Mills am Piano, gefolgt von „Cabaret“ aus dem Musical „Cabaret“ von John Kander (Musik) und Fred Ebb (Lyrics). Die übrigen Titel wurden solistisch von den Studierenden des dritten und vierten Jahrgangs vorgetragen, unterstützt von den KommilitonInnen mit Background-Chören. Dass Pascal Cremer auch Klarinette spielen kann, davon konnten sich die Zuhörer bereits beim diesjährigen Kulturpfadfest am 10. Juni 2016 in Essen überzeugen. Dass Lina Gerlitz aber auch auf High Heels Klavier spielen kann, das brachte ihr noch vor ihrem Song „I’m All Over It“ mit dem entsprechenden Augenaufschlag ersten Applaus ein… Das Highlight des zweiten Teils war eindeutig der von Marvin Schütt präsentierte Song „Chuva de Sombrinhas“ von Nena Queiroga und André Rio, bei dem sämtliche Studierenden involviert waren, sei es als backing vocalists oder als TänzerInnen mit kleinen bunten Regenschirmen, sogar zwei authentische, temperamentvolle brasilianische Samba Tänzerinnen (Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz) sorgten für perfektes südamerikanisches feeling, nur deren Bräune schien im Regen etwas gelitten zu haben…

Setlist des zweiten Teils:
  • Karen Müller (Krankenschwester) und Elias Krischke (Soldat): „Sei gezent“/„Ich habe wenig Zeit“, Szene aus dem Musical „Hello Again“ von Michael John LaChiusa; Vocal Ensemble: Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Sarah Wilken, Philipp Nowicki und Jan Rogler
  • Chor des 1. und 2. Jahrgangs des Studiengangs Musical: „Licht“ von Tom Kitt (Musik) und Brian Yorkey (Lyrics) aus „next to normal – fast normal“
  • Chor des 1., 2. und 3. Jahrgangs des Studiengangs Musical: „Cabaret“ von John Kander (Musik) und Fred Ebb (Lyrics) aus „Cabaret“
  • Philipp Nowicki: „Rise Like A Phoenix“ von Charly Manson, Joey Patulka, Alexander „Ali“ Zuckowski und Julian Maas, in der Interpretation von Conchita Wurst wurde Österreich mit dem Stück Sieger des Eurovision Song Contests 2014
  • Lina Gerlitz: „I’m All Over It“ von Jamie Cullum und Ricky Ross aus dem Album „The Pursuit“
  • Jan Rogler: „I Won’t Give Up“ von Jason Mraz und Michael Natter aus dem Album „Love Is a Four Letter Word“
  • Karen Müller: „Think“ von Ted White und Aretha Franklin aus dem Album „Aretha Now“
  • Florentine Kühne: „Pretend I Don’t Exist“ von Jesse Harris und Melody Joy Gardot, iTunes Bonustrack aus dem Album „My One and Only Thrill“; Klarinette: Pascal Cremer, Akustikgitarre: Leonhard Küppers
  • Alina Grzeschik: „U + Ur Hand“ von Alecia Beth Moore (P!nk), Max Martin, Lukasz Gottwald und Rami Yacoub aus dem Album „I’m Not Dead“ von Pink
  • Eva Löser: „Jealous“ von Timothy McKenzie (Labrinth), Josh Kear und Natalie Hemby aus dem Album „Take Me to the Truth“ von Labrinth
  • Marvin Schütt: „Chuva de Sombrinhas“ von Maria Consuela Gama de Queiroga (Nena Queiroga) und André Rio Lima Moraes de Melo
  • Alina Grzeschik, Florentine Kühne, Eva Löser und Karen Müller: „Move“ von Henry Krieger (Musik) und Tom Eyen (Lyrics) aus „Dreamgirls“
Nach gut zweistündigem Konzert und der Zugabe von Philipp Nowicki mit „Kiss“ von Prince hielt es niemanden im gut besuchten Auditorium – außer in den ersten beiden Reihen – auf seinem Platz und das Publikum bedachte alle Beteiligten auf und hinter der Bühne mit langanhaltendem Stehapplaus. Da der Musikalische Leiter Jürgen Grimm bei seinen Dankesworten bereits Interesse bekundet hat, gern auch im nächsten Jahr wieder mit der Musical-Combo am Theater Oberhausen aufzutreten, braucht es nur noch einen Termin und einen Veranstaltungstitel…

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