Dienstag, 24. Mai 2016

Vorschau: Cirque Bouffon präsentiert „Quilombo“

Die Show kommt im Juni 2016 nach Gelsenkirchen

Fréderic Zipperlin, Anja Krips und Michael Schulz

Da das Große Haus des Musiktheater im Revier ab dem 1. Juni 2016 wegen Umbau und Renovierungs­arbeiten geschlossen wird, bietet das MiR zusammen mit dem Cirque Bouffon ein außergewöhnliches Zusatzangebot: Vom 1. bis 26. Juni 2016 wird die Kompagnie ihr charmantes Chapiteau (Zirkuszelt) auf dem Vorplatz des Opernhauses am Kennedyplatz aufschlagen und dort ihre neue Show „Quilombo“ präsentieren, die seit dem Frühjahr 2015 zum zehnjährigen Jubiläum des Cirque Bouffon nach Stationen in Münster (1. bis 26. April 2015 am Schlosspark), Köln (30. April bis 21. Juni 2015 am Schokoladen­museum), Mainz (24. September bis 18. Oktober 2015 an der Reduit) und einer Frankreichtournee erstmals im Ruhrgebiet gastieren wird.

Cirque Bouffon. © Cirque Bouffon

In „Quilombo“ präsentieren Musiker, Artisten und Clowns eine poetische Show voller Magie, Rhythmus und Leidenschaft – ein Feuerwerk der Kulturen und pure Lebensfreude! In der live gespielten Musikkulisse entstehen unvergessliche Bilder und magische Geschichten aus der Welt unserer Träume.

Sergey Lukashov (Knopfakkordeon), Sergej Sweschinskij (Kontrabass) und Adam Tomaszewski (Percussion). © Cirque Bouffon

Cirque Bouffon ist ein internationales Show-Format im Stile des französischen Nouveau Cirque. „Quilombo“ bedeutet übrigens in den Bantu-Sprachen Kikongo und Kimbundu auch „Wohnsiedlung“. Wie zauberhaft die Poesie der Gefühle und Sinne sein kann, zeigt Regisseur Frédéric Zipperlin mit seiner neusten Regie-Arbeit. Der gebürtige Franzose ist ehemaliges Mitglied des weltbekannten Cirque du Soleil und verknüpft, gemeinsam mit Sängerin Anja Krips und seiner Kompagnie, Elemente aus Komik, Tanz und Gesang zu einem atemberaubenden Artisten-Theater. Musikalisches Highlight sind die traumhaften Kompositionen von Sergej Sweschinski.

Aziz Kuyathe (Kora). © Cirque Bouffon

Bereits über 10 Jahre verzaubert das Ensemble seine Zuschauer mit seinen Ideen von Entschleunigung in poetischen Inszenierungen und lässt mit seinen Shows Träume Wirklichkeit werden. So entstanden in den vergangenen 10 Jahren unter der Regie von Fréderic Zipperlin die Produktionen „Novo“, „Angell“, „Angell Vol. 2“, „SOLVO“, „Nandou“ und die neue Show „Quilombo“, in denen die Besucher mit allen Sinnen angesprochen werden: Musik, Artistik und Clownerie bilden stets ein abendfüllendes Erlebnis.

Mariano Carneiro (Clown). © Cirque Bouffon


Drei Fragen an Frédéric Zipperlin, Regisseur und Direktor des Cirque Bouffon

Mit „Quilombo“ präsentiert der französische Regisseur Frédéric Zipperlin mit seinem Cirque Bouffon eine neue Show voller phantastischer Bilder, traumschöner Musik und atemberaubender Akrobatik.
„Quilombo“ ist die sechste Kreation des Cirque Bouffon. Das internationale Künstlerensemble entführt den Zuschauer in eine neue Dimension des Nouveau Cirque. Liebenswerte Clowns, Luftakrobaten, Körperkünstler und musikalische Virtuosen garantieren ein herzberührendes Erlebnis.

Die Idee der Entschleunigung zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Programme. Wieso finden Sie diesen Gedanken so wichtig und wie muss ich mir dieses Thema der Entschleunigung in der Show vorstellen?
In unserer schnelllebigen Welt ist Entschleunigung und Innehalten wichtig um die wichtigen Dinge, die Schönheit und Poesie des Augenblicks und des Lebens wahrzunehmen. Dies verlernen wir immer mehr.
Entschleunigung ist auch die Befreiung von der ständigen Reizüberflutung der Medien, dem wahnsinnig hohen Tempo unserer Gesellschaft, und dem ständig steigenden Druck in der Arbeitswelt. Wir folgen stets der Idee vom Innehalten und sich selbst neu entdecken. Glück ist Traum, Poesie und übersprudelnder Lebensfreude. Wir haben uns mit unseren Shows zur Aufgabe gemacht unsere Zuschauer in unsere Welt zu entführen, um zu zeigen wie glücklich diese Entschleunigung macht. Und, bisher hat noch jeder Zuschauer mit einem beseelten Lächeln unsere Shows wieder verlassen.

Der Titel Ihrer neuen Inszenierung, „Quilombo“, bedeutet ja Chaos: Wie sind Sie auf diesen Titel gekommen und worin besteht für Sie der Reiz am Chaotischen? Wie manifestiert sich dieses Chaos in der Show?
Nein. Wir werden gern mit Chaos in Verbindung gebracht aber Quilombo bedeutet übersetzt „ein Geheimversteck“; „geheimer Ort“.
Im 16.Jahundert sind Sklaven aus Afrika nach Brasilien geflohen und haben ihre eigene Siedlung gegründet. Dies nannte man Quilombo.
An geheimen Orten oder in Verstecken kann so vieles passieren.
Man entdeckt völlig Neues. Wir haben zum Beispiel neben einem tollen Clown und einem Tanzpaar aus Südarmerika auch auch einen Künstler aus Afrika, aus dem Senegal im Ensemble. Der spielt ein traditionelles Instrument, das nicht viele Menschen kennen. Eine Kora, eine Westafrikanische Stegharfe.

Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung nach die besondere Location Ihrer Veranstaltungen auf die Stimmung, die Interaktion zwischen Publikum und Künstlern, kurz: den „Zauber“ der Inszenierung?
Wir stehen mit unserem kleinen Chapiteau auf diesem wunderbaren Platz vor dem Musiktheater im Revier.
Das finden wir formidable!
Das besondere unseres Chapiteaus ist, dass es wirklich sehr klein und intim ist. Die Zuschauer sitzen eng und sind ganz nah dran. An der Bühne, an uns. Sie verschmelzen somit quasi fast mit der Show. Die Artistik, die Live-Musik und die ganze Poesie unser Shows wird damit besonders intensiv erlebt.

Sergej Sweschinskij (Kontrabass) und Natalya Nebrat (Akrobatin). © Cirque Bouffon

„Quilombo“ wird vom vom 1. bis 26. Juni 2016 Mittwoch bis Freitag um 19.30 Uhr, Samstag um 14.30 und 19.30 Uhr und Sonntag um 14.30 und 17.30 Uhr gezeigt. Tickets sind im Vorverkauf auch an der Theaterkasse des Musktheater im Revier sowie an der Abendkasse am Zirkuszelt (ab 2 Stunden vor jeder Vorstellung) erhältlich. Im Sommer 2017 möchte Cirque Bouffon mit einer völlig neuen Show nach Gelsenkirchen zurückkehren.

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