Sonntag, 8. Mai 2016

Museumsfest im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg

Das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg ist Teil des Schleusenparks Waltrop, der von vier Abstiegs­bau­werken gebildet wird und am Rhein-Herne- und Dortmund-Ems-Kanal liegt. Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde als erstes Bauwerk seiner Art am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Mit seiner Hilfe konnten Schiffe mit bis zu 67 Metern Länge, 8,2 Metern Breite, 2 Metern Tiefgang und 800 Tonnen Gewicht mühelos einen Höhen­unter­schied von 14 Metern überwinden.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Oberwasser

Es wurde 1970 endgültig stillgelegt und verfiel zunächst. 1979 beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das technische Denkmal als Standort des Westfälischen Industrie­museums (heute LWL-Industriemuseum) aufzubauen. Im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus kann man den relativ kleinen Elektromotor mit Pumpe in Augenschein nehmen, der zum Betrieb des mit fünf Schwimmer­schächten ausgestatteten Hebewerks benötigt wurde, um den Trog mit einem – nach dem Archimedischen Prinzip unabhängig vom Gewicht des in ihm befindlichen Schiffs – Gesamtgewicht von 3.100 Tonnen in zweieinhalb Minuten (!) den Höhen­unter­schied überwinden zu lassen. Eine kompletter Hub- und Senkvorgang einschließlich Ein- und Ausfahrt dauerte 25 Minuten.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Hafengebäude am Oberwasser

Die Sonderausstellung „Wanderarbeit: Mensch – Mobilität – Migration“ hatte ihre Zelte im Hafengebäude bereits abgebrochen, die neue Sonderausstellung „Reif für die Insel. Tourismus auf Sylt, Hiddensee und Mallorca“ wird erst am 25. Mai 2016 eröffnet, so dass es im Hafengebäude für die Besucher des Museumsfestes in diesem Jahr nichts zu sehen gab.

Dampfschiff Cerberus

Schiffshebewerk Henrichenburg, Brunnenschacht

Schalttafel

Schalttafel

Taucherausrüstung

Im Rahmen des Museumsfestes wurden vom Anlegesteg am Unterwasser Fahrten mit dem historischen Dampfschiff Nixe, Baujahr 1939, angeboten, die begrenzten Plätze an Bord fanden bei den Besuchern bei strahlendem Sonnenschein reißenden Absatz. Bedauerlicherweise wurden in diesem Jahr keine Zählkarten ausgegeben, so dass so mancher Besucher am Ende enttäuscht am Unterwasser zurückgelassen wurde.

Dampfschiff Nixe

Der kleine Gimmick zum Schluss: Obwohl zum Betrieb der vier über einen zentralen Elektromotor angetriebene Führungsspindeln nur eine relativ geringe elektrische Leistung – gemessen an dem zu bewegenden Gesamtgewicht von etwa 3.100 t – erforderlich war, hat man dennoch eine Windenergieanlage zur Stromerzeugung errichtet.

Schiffshebewerk Henrichenburg

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