Freitag, 13. Mai 2016

„DUCKOMENTA“ – Die Enten kommen zurück

Sonderausstellung vom 14. Mai bis 30. Oktober 2016 im Neanderthal Museum in Mettmann

Neanderthal Museum

Mehr als zwei Millionen Europäer haben sie schon bewundert: Die Mona Lisa mit dem Entenschnabel, das Enten-Mädchen mit dem Perlen-Ohrring oder Raffaels Engel im Federkleid. Der Siegeszug der „DUCKOMENTA“ ist nicht aufzuhalten. Bereits im Palais Pálffy in Wien, in der Kunsthal Rotterdam und in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen, macht die witzige Ausstellung vom 14. Mai bis 30. Oktober 2016 im Neanderthal Museum in Mettmann Station. Und was könnte besser auf die Ausstellung hinweisen als eine „Ente“ vor dem Museumseingang?!

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Parallel zu den Menschen hat sich eine mysteriöse Entensippe, die Anatiden, menschenähnliche Enten, bisher unauffällig in der Weltgeschichte verewigt. Die „DUCKOMENTA“ bringt sie ans Licht der Öffentlichkeit. Diese Enten sind den Weg vom Neandertal durch alle Hochkulturen der Antike, des Mittelalters, bis in die Moderne gegangen. Und dabei scheinen sie öfter in die Geschicke der Menschheit eingegriffen zu haben, als es die offizielle Geschichts­schreibung zugeben mag.

Anas neanderthalensis (Wille 2015), Lebensechte Rekonstruktion nach Knochenfunden, und Rekonstruktion des Neanderthalers aus der „Feldhofer Grotte“, Adrie und Alfons Kennis, Arnheim, 2006

Als Weltpremiere wird im Neanderthal Museum erstmals der Duckthaler, ein entischer Neanderthaler, Anas neanderthalensis, der Öffentlichkeit präsentiert. Wer aufmerksam durch die Dauerausstellung des Neanderthal Museums geht, wird ganz neue Spuren der Geschichte ent-decken. Ein weiteres Highlight der Ausstellung bildet die große ägyptische Grabkammer mit zahlreichen entisch-altägyptischen Funden.

Anas neanderthalensis (Wille 2015), Lebensechte Rekonstruktion nach Knochenfunden

Archäologische Funde, Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen zeugen von der rätselhaften Zivilisation dieser Anatiden. Jedes der 120 Exponate ist ein überraschendes Wiedersehen mit bekannten Kunst- und Kulturobjekten von Weltrang. Sie werden in der Ausstellung augenzwinkernd, aber künstlerisch hoch anspruchsvoll neu interpretiert. Von der Steinzeit bis heute haben diese Enten in allen Epochen ihre Spuren hinterlassen: Die berühmte Gletschermumie Dötzi, Venus von Villenduck, Pharao Duckamun, Mona Lisa als Ente oder Albert Einstein mit Schnabel. Die Begleittexte zu den Exponaten enthüllen die Hintergründe ihrer geheimen Entstehung, zum Beispiel zur Duckfretete: „Fundort dieser Büste sind die Ruinen einer ägyptischen Bildhauerwerkstatt. Es handelt sich vermutlich um eine Darstellung Königin Duckfretetes, die bis heute als eine der schönsten Enten der Welt gilt.“

Duckaeopteryx lithographica, Fossil in Solnhofer Plattenkalk

Hinter der amüsanten Umdeutung der Weltgeschichte steht die Berliner Künstlergruppe interDuck. Sie widmet sich seit 1986 in immer neuen Facetten dem Enten-Universum. Prof. Dr. Eckhart Bauer, emeritierter Professor der Kunstsoziologie, ist der Gründer dieser Gruppe, der heute neben ihm Ommo Wille, Prof. Volker Schönwart, Rüdiger Stanko und Anke Doepner angehören. Eckhart Bauer war in den 1970er-Jahren zum Sammler von Disney-Merchandising geworden und brachte eines Tages seine Sammlung zum Seminar mit. In einem Workshop schuf er zusammen mit seinen Studenten die ersten Kunstwerke, inzwischen umfasst der Enten-Kosmos knapp 500 Exponate. Die ehemaligen Studenten sind heute hauptberufliche Künstler oder Professoren, sie arbeiten am Konzept ihrer alternativen Kunstgeschichte. Um die Meisterwerke der Kunstgeschichte ins Entische zu übersetzen, muss man sich intensiv mit den Originalen, ihrer Entstehungsgeschichte und den Menschen befassen, die in der Zeit lebten, als sie geschaffen wurden. So malen die interDuck-Künstler seit vielen Jahren für die „DUCKOMENTA“, und zwar mit unglaublicher Liebe zum Detail und auf höchstem Niveau. Auf diese Weise ist auch der Enten-Neanderthaler in der Werkstatt von Ommo Wille erschaffen worden.

Venus von Villenduck, Stein

„Dötzi“, mumifizierter Leichnam, späte Jungsteinzeit

Das Haupt der Medusa, Öl auf Holz

Ertrinkende Ente, Acryl auf Leinwand

Duckamun I., Innere Goldauskleidung des königlichen Sarkophags, Gold, emailliert

Königin Duckfretete, Kalkstein und Gips

Bildnis Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri zugeschrieben, Öl auf Leinwand

Kaiserin Elisabeth von Österreich (Studie), 1865, Acryl auf Leinwand

„Der Portraitist Franz Xaver Winterducker berichtet, Kaiserin Elisabeth habe sich für dieses Bildnis auf einen Stuhl gestellt, um ihr Lieblingskleid besser zur Geltung zu bringen. Von dem Motiv erstellt der Maler für zahlungskräftige Kunden mehrere Versionen. Das Geheimnis, welche Version die richtige ist, nimmt er mit ins Grab.“

Impressionismus: Selbstportrait mit Schnabel, Öl auf Leinwand, Enten am Strand, Öl auf Leinwand, und Der Sommerspaziergang, Öl auf Holz

„Der Turm der blauen Enten“ von Franz Dark, Mitbegründer der Künstlergruppe „Die blaue Ente“, Öl auf Leinwand

„Barbra Streisand in Paris“, Anonymer Künstler, Acryl auf Hartfaser

Die „DUCKOMENTA“ ist ein Riesenspaß für die gesamte Familie. Für Besucher mit Interesse an Kunstgeschichte ebenso wie für Comic-Fans ist sie eine witzige und lehrreiche Entdeckungsreise sozusagen zum Schnabel der Welt. Das Neanderthal Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, auch am Pfingstmontag und am Tag der Deutschen Einheit. Das Kombiticket für die Dauerausstellung und die „DUCKOMENTA“ kostet für Erwachsene 11 € und für Kinder (6 bis 16 Jahre) 6,50 €. Das Neanderthal Museum ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2016 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet ganzjährig einmalig freien Eintritt in die Dauerausstellung. Für den Besuch der „DUCKOMENTA“ ist lediglich die Differenz zum Kombiticket zu bezahlen, für Erwachsene also 2 € (lt. Auskunft der Museumsleitung). Gilt nicht bei Sonder­veranstaltungen. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de.

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