Samstag, 14. Mai 2016

Das Neandert(h)al

Ausflugsziel im Niederbergischen Land

Im August 1856 fanden Arbeiter in der „Feldhofer Grotte“ im Neandertal bei Kalkabbauarbeiten die Knochen, die der Elberfelder Gymnasialprofessor Johann Carl Fuhlrott (* 31. Dezember 1803 in Leinefelde, † 17. Oktober 1877 in Elberfeld) als Skelettreste eines eiszeitlichen Menschen identifizierte. Später bestätigten Funde des gleichen Typs, dass er Recht hatte; so entstand der Name Neanderthaler für diesen Menschentyp, wissenschaftlich Homo neanderthalensis. Auf Beschluss der Orthographischen Konferenz von 1901 in Berlin entfiel das „h“ offiziell aus dem Namen, sowohl das Neanderthal Museum als auch der Bahnhof Neanderthal verwenden jedoch weiterhin die traditionelle Schreibweise. Das Neandertal und sein Museum sind weltbekannt. 1921 wurde das Gebiet zum ersten Naturschutzgebiet Preußens. Unweit des Fundorts des Eiszeit-Menschen eröffnete 1937 ein urzeitgeschichtliches Museum in den heutigen Räumen der Steinzeitwerkstatt. Das heutige Neanderthal Museum an der Verbindungsstraße zwischen Erkrath und Mettmann wurde 1995/96 nach einem Entwurf von Günter Zamp Kelp, Julius Krauss und Arno Brandlhuber errichtet und am 10. Oktober 1996 eröffnet.

Bahnhof Neanderthal

Der ehemalige Bahnhof Neanderthal wurde zu einem reinen Haltepunkt der S-Bahn Rhein-Ruhr zurückgebaut, das Empfangsgebäude ist zwar noch erhalten, wird aber nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion genutzt sondern als Wohnhaus. Mit der S-Bahn ist das Neandertal von Düsseldorf aus in 15 Minuten zu erreichen, und Autofahrer werden den Park & Ride Parkplatz am Bahnhof Neanderthal ebnfalls zu schätzen wissen. Von dort ist das Neanderthal Museum in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

Neanderthal Museum

Der Weg zur Fundstelle und ihrem archäologischen Parcours beginnt am Neanderthal Museum mit der Raumachse. Wie im Museum wird die Geschichte des Ortes in eine große Erzählung eingebunden, die über ein Audiosystem hörbar wird. In den Texten kommen historische Zeugen, die das Tal in seiner ursprünglichen Form kannten, in Zitaten zu Wort und machen Geschichte erlebbar.

Fundstelle im Neandertal

Südlich vom Neanderthal Museum befindet sich der Kunstweg „MenschenSpuren“, der sich dem Spannungsfeld Mensch-Natur widmet, und das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal mit Tarpanen, Auerochsen und Wisenten. Tatsächlich handelt es sich bei den „Tarpanen“ im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal nicht um die ausgerottete westliche Form des eurasischen Wildpferds, sondern um den Versuch einer Rückzüchtung der Brüder Heinz und Lutz Heck, weshalb diese auch als Heckpferde bezeichnet werden.

Kunstweg „MenschenSpuren“, „Memoria Mundi“ von Anne und Patrick Poirier

Kunstweg „MenschenSpuren“, „Seele?“ von Jaume Plensa

Eiszeitliches Wildgehege Neandertal, Auerochsen

Die Auerochsen finden unter den Bäumen der bewaldeten Hänge ihres Geheges Schutz vor Regen, Schnee oder Sonne, allerdings sind diese von den Wanderwegen zum größten Teil nicht einsehbar.

Eiszeitliches Wildgehege Neandertal, Auerochsen

Eiszeitliches Wildgehege Neandertal, Wisente

Im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal leben zur Zeit zwei Wisente, die häufig in der Nähe des aufgeschütteten Sandhaufens vor ihrem Stall zu finden sind, wo man sie gut beobachten kann.

Eiszeitliches Wildgehege Neandertal, Wisente

Auf dem Rundweg um das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal lässt sich dieses in gut einer Stunde umwandern, Bänke laden zum Ausruhen und Beobachten der Tiere ein.

Eiszeitliches Wildgehege Neandertal

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