Sonntag, 22. Mai 2016

39. Internationaler Museumstag 2016

„Museen in der Kulturlandschaft“

Am 22. Mai 2016 waren alle Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen, sich mit besonderen Aktionen am 39. Internationalen Museumstag 2016 zu beteiligen. Unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ richtet sich der Blick auf die Vernetzung der Museen in ihrem kulturellen Umfeld. Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) weltweit jährlich im Mai ausgerufene Tag möchte in diesem Jahr unter dem Motto „Museums and cultural landscape“ auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam machen. Mit Sonderführungen, Workshops, Aktionen, Vorträgen, einem Blick hinter die Kulissen und Museumsfesten vermitteln die Museen einen Einblick in ihre Arbeit und bieten den Besuchern ein vielfältiges Programm. Alle teilnehmenden Museen und ihre Aktionen sollten ab 1. März 2016 über den zentralen Internet-Auftritt www.museumstag.de in der bundesweiten Datenbank zu recherchieren sein. Dort waren am 22. Mai 2016 in 1058 Orten in Deutschland insgesamt 3632 Aktionen in 1727 Museen verzeichnet. In Deutschland sollen es lt. Deutschem Museumsbund über 6.000 Museen unterschiedlicher Gattungen und in verschiedenen Trägerschaften geben. Somit beteiligen sich weniger als 30 % aller Museen in Deutschland am Internationalen Museumstag!


LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund

Zeche Zollern II/IV, historische Zechenverwaltung, Jugenstil-Treppe

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe bot den Besuchern seines Industriemuseums Zeche Zollern am Internationalen Museumstag Streetfood, Musik, Führungen und Kinderwerkstatt unter dem Motto „Monochord, Trommel und Didgeridoo“ bei freiem Eintritt an. Rund um den Ehrenhof sollten an diesem Tag ein Dutzend Wagen und Stände koreanisches, mexikanisches, amerikanisches und indisches Street-Food an ihren Theken anbieten, ein Dutzend bezeichnet aber immer noch eine Stückzahl von zwölf. Vielleicht kann ich aber auch einfach nicht bis zwölf zählen…

Zeche Zollern II/IV, Dauerausstellung in der historischen Zechenverwaltung, Pflug, Mitte 19. Jahrhundert

Mehr als zwei Jahre lag mein letzter Besuch im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern nun zurück, seither wurde die neue Dauerausstellung zur Geschichte der Zeche Zollern im historischen Verwaltungsgebäude des Bergwerks und die beiden Sonderausstellungen „Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles“ zu Leitbildern im Ruhrgebiet zwischen Nachkriegszeit und Strukturkrise und „Glückauf in Deutschland“ im Rahmen des Projekts „Spurensuche“ des Vereins für Internationale Freundschaften e. V. eröffnet, der ehemalige, als „Hochzeitsexpress“ beschriftete Grugabahnzug ist in der Zwischenzeit verschwunden, und die im Oktober 2007 (!) begonnenen, umfangreichen Restaurierungsarbeiten an der 1902/1903 nach Entwürfen des Berliner Architekten Bruno Möhring (* 11. Dezember 1863 in Königsberg, † 25. März 1929 in Berlin) errichteten Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugenstilportal sind noch immer nicht abgeschlossen. Dafür kann man sich ja nun ein Modell der Maschinenhalle in der Dauerausstellung im historischen Verwaltungsgebäude anschauen…

Zeche Zollern II/IV, Dauerausstellung in der historischen Zechenverwaltung, Modell der Tagesanlagen der Zeche Zollern II/IV, Bauzustand von 1905

Zwar sollen sich blinde und sehbehinderte Besucher die neue Dauerausstellung durch ein Leitsystem am Boden und sprechende Hörstationen eigenständig erschließen können, doch dieses Unterfangen wird spätestens bei dem Modell der Tagesanlagen der Zeche Zollern II/IV im Bauzustand von 1905 ad absurdum geführt, welches nicht als Modell zum Tasten ausgelegt ist und wo dementsprechend eine durch einen Bewegungsungsmelder ausgelöste Ansage darauf hinweist, das Modell nur anzuschauen. Ich käme mir als sehbehinderter Besucher ziemlich veralbert vor.

Zeche Zollern II/IV, Dauerausstellung in der historischen Zechenverwaltung, Modell der Fördermaschine der Zeche Zollern II, Dortmund

Zeche Zollern II/IV, Dauerausstellung in der historischen Zechenverwaltung, Abbauhammer, 1920er-Jahre

Zeche Zollern II/IV, Dauerausstellung in der historischen Zechenverwaltung, Rennrad der Firma Dürkopp für Bahnrennen, 1930er-Jahre

Zeche Zollern II/IV, „Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles“, Leitbilder der Jugendlichen

Zeche Zollern II/IV, „Kumpel Anton, St. Barbara und die Beatles“, Plakat „Auf diesen Engel ist Verlaß: Anseilen!“, 1970

Schließlich wurden auch noch Führerstandsmitfahrten auf der schweren, vierachsigen Industriedampflok „ANNA Nr. 6“ angeboten.

Dampflok „ANNA Nr. 6“, schwere, vierachsige Industriedampflok mit einer Leistung von 700 PS, Hersteller Krupp, Essen, Baujahr 1940, Fabrik-Nummer 2188


Westfälisches Schulmuseum in Dortmund

Westfälisches Schulmuseum, historisches Klassenzimmer

Das Westfälische Schulmuseum in Dortmund-Marten beherbergt eine der größten schulgeschichtlichen Sammlungen Deutschlands. Es bot am Internationalen Museumstag Führungen und Lesungen zur Schule im Kaiserreich, im Ersten Weltkrieg und in der NS-Zeit an, wobei insbesondere das historische Klassenzimmer auf reges Interesse der großen und kleinen Besucher stieß.

Westfälisches Schulmuseum, Hauswirtschaftsunterricht


Museum Folkwang in Essen

Das Museum Folkwang war wohlweislich nicht in der Datenbank des Deutschen Museumsbundes verzeichnet, aber in einer Pressemitteilung des Museum Folkwang wurde auf den Familientag und eine Breakdance-Performance im Rahmen des Internationalen Museumstages hingewiesen. Was in dieser Pressemitteilung nicht stand, dass der Zutritt zu der Breakdance-Performance Einzelpersonen nicht gestattet ist. Das Gesicht der Dame an der Kasse, als ich den ersatzweise vorgeschlagenen kostenlosen Besuch der Dauerausstellung ausgeschlagen habe, schließlich wollte ich lediglich die Breakdance-Performance besuchen, wog bei weitem nicht den Zeitverlust an diesem Tag auf. Dislike!


Ruhr Museum in Essen

„Rock und Pop im Pott“: The Stripes, „Tell Me Your Name“

Das Ruhr Museum bot am Internationalen Museumstag freien Eintritt zur Dauerausstellung „Natur, Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets“ und den Sonderausstellungen „Rock und Pop im Pott“ und „Erich Grisar. Ruhrgebietsfotografien 1928 – 1933“ an, weiterhin diverse Kuratorenführungen durch die Depots und Ausstellungen sowie öffentliche Führungen an.

„Natur, Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets“: Holzrelief „Im Schweiße deines Angesichts“, Hans Heinzeller, Oberammergau, 1958

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