Montag, 30. Mai 2016

Stadttheater Bielefeld: „A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“

„A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“ – nach dem Spielfilm „Sommarnattens leende“ (1955) von Ingmar Bergmann; Musik und Liedtexte: Stephen Sondheim; Buch: Hugh Wheeler; Deutsche Fassung: Eckart Hachfeld. Inszenierung: Kay Link; Choreografie: Amy Share-Kissiov; Ausstattung: Cornelia Brey; Dramaturgie: Daniel Westen; Musikalische Leitung: William Ward Murta. Darsteller: Alexander Franzen (Fredrik Egermann, Rechtsanwalt), Johanna Spantzel (Anne, seine zweite Frau), Tom Schimon (Henrik, Theologiestudent, sein Sohn aus erster Ehe), Monika Mayer (Madame Leonora Armfeldt, eine alte Kurtisane), Melanie Kreuter (Désirée Armfeldt, ihre Tochter, Schauspielerin und Fredriks langjährige Lebensgefährtin), Julia Meier (Fredrika Armfeldt, Désirées Tochter), Tobias Licht (Graf Carl-Magnus Malcolm, Offizier), Katharina Solzbacher (Gräfin Charlotte Malcolm, seine Frau), Navina Heyne (Petra, Dienstmädchen), Marius Bechen (Frid, Butler bei Madame Armfeldt); Quintett: Frank Bahrenberg (Mr. Lindquist), Katharina Schutza (Mrs. Nordstrom), Engjellushe Duka (Mrs. Anderssen), Carlos H. Rivas (Mr. Erlanson), Patricia Margagliotta (Mrs. Segstrom). Uraufführung: 25. Februar 1973, Shubert Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 14. Februar 1975, Theater an der Wien, Wien. Premiere: 21. Mai 2016, Stadttheater Bielefeld. Besuchte Vorstellung: 29. Mai 2016.



„A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“


Amouröse musicalische Verwicklungen am Stadttheater Bielefeld


Dass es sich bei „A Little Night Music“ nicht um die Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur KV 525 von Wolfgang Amadeus Mozart handelt, ist unschwer dem deutschen Untertitel „Das Lächeln einer Sommernacht“ zu entnehmen. Es handelt sich vielmehr um die Musicaladaption des Ingmar-Bergmann-Films „Sommarnattens leende (Smiles of a Summer Night)“ aus dem Jahre 1955, der dem schwedischen Regisseur weltweiten Erfolg bescherte und für den er bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1956 mit dem Sonderpreis für „Poetischen Humor“ ausgezeichnet wurde. Stephen Sondheim, der vielleicht progressivste und zugleich äußerst erfolgreiche Komponist des Musicalgenres, adaptierte den Stoff 1973 für seine Version der diffizilen romatischen Verwicklungen mehrerer Protagonisten aus der schwedischen „Upper Class“ um die Jahrhundertwende. Harold Prince inszenierte und produzierte „A Little Night Music“ am Broadway, das Stück feierte am 25. Februar 1973 am Shubert Theatre seine Uraufführung und wurde mit insgesamt sechs Tony Awards ausgezeichnet, u. a. als Best Musical, Hugh Wheeler für das Best Book of a Musical und Stephen Sondheim für den Best Original Score. Das Musical wurde 1977 von Harold Prince mit Elizabeth Taylor (Désirée Armfeldt), Len Cariou (Frederik Egermann), Lesley-Anne Down (Anne Egermann) und Diana Rigg (Charlotte Mittelheim) verfilmt, Jonathan Tunick, der Sondheims Musik für den Film orchestrierte, wurde mit dem Academy Award („Oscar“) für Best Music, Original Song Score, and Its Adaptation or Best Adaptation Score ausgezeichnet. Nach „Company“ (Premiere 5. Mai 2012, Regie Roland Hüve) mit Alexander Franzen (Robert), Melanie Kreuter (Sarah) u. a. zeigt das Theater Bielefeld in der laufenden Spielzeit mit „A Little Night Music“ eines von Stephen Sondheims erfolgreichsten Werken, das Time Magazin bezeichnete es als „Sondheim’s most brilliant accomplishment to date.“ Der bekannteste Song „Send in the Clowns“ aus dem Musical wurde 1973 von Frank Sinatra aufgenommen, die Aufnahme von Judy Collins aus dem Jahr 1975 wurde bei den 18th Annual Grammy Awards 1976 als „Song of the Year“ ausgezeichnet.

Synopsis
Madame Leonora Armfeldt berichtet ihrer Enkelin Fredrika von der anstehenden Mittsommernacht in Schweden, die dreimal lächeln werde. Rechtsanwalt Fredrik Egerman ist seit 11 Monaten mit seiner deutlich jüngeren, gerade 18-jährigen Frau Anne in zweiter Ehe verheiratet, die sich noch immer ihre Unschuld bewahrt hat. Henrik Egerman, Fredriks 19-jähriger Sohn aus erster Ehe, der heimlich Gefühle für seine Stiefmutter hegt, verbirgt seine aufkommende Leidenschaft hinter dem Theologiestudium und wird vom Hausmädchen Petra, das ihm spielerische Avancen macht, auf „später“ vertröstet. Als Anne und Fredrik Egerman gemeinsam eine Vorstellung von Désirée Armfeldt, früher glamouröse Schauspielerin und Frederiks ehemalige Geliebte, besuchen, erkennt Désirée ihren früheren Geliebten im Publikum und kokettiert mit ihm. Anne verlangt daher, sofort von ihrem Mann nach Hause begleitet zu werden, doch später finden sich Fredrik Egerman und Désirée Armfeldt in der Garderobe der Künstlerin wieder. Als Désirées potenter wie eifersüchtiger aktueller Liebhaber Graf Carl-Magnus Malcolm eintrifft, ist Schluss mit lustig, nach unbeholfenen Erklärungsversuchen setzt er seinen Nebenbuhler vor die Tür. Gräfin Charlotte Malcolm ahnt zwar von der Untreue ihres Mannes, lässt sich aber dennoch überreden, ihrer Freundin Anne von dem Aufeinandertreffen von Fredrik und Carl-Magnus bei Désirée Armfeldt zu berichten. Désirée Armfeldt überzeugt ihre Mutter Madame Leonora Armfeldt, die Egermans und Malcolms zur bevorstehenden Mittsommernacht auf ihren Landsitz einzuladen, was bei allen Beteiligten aus den unterschiedlichen Gründen mit Begeisterung aufgenommen wird. Doch das große Dinner gerät unter reichlichem Alkoholgenuss außer Kontrolle. Henrik hält die Spannung nicht mehr aus und will seinem Leben ein Ende setzen, wird aber in letzter Minute von Anne gerettet, die beiden gestehen sich ihre Liebe und brennen gemeinsam durch. Als Carl-Magnus Fredrik zusammen mit seiner Frau Charlotte findet, die beim Dinner lediglich mit Fredrik geflirtet hat, um Carl-Magnus eifersüchtig zu machen, fordert er den vermeintlich doppelten Rivalen zum Russischen Roulette heraus, bei dem Fredrik sich lediglich leicht verletzt. Schließlich versöhnen sich Carl-Magnus und Charlotte, und Désirée Armfeldt und Fredrik Egerman, der nunmehr vermutet, der Vater von Désirées Tochter Fredrika zu sein, beschließen, es noch einmal miteinander zu versuchen. Madame Leonora Armfeldt erklärt ihrer Enkelin Fredrika, dass die Sommernacht nun bereits zweimal gelächelt habe, einmal für die jungen, unwissenden Leute (Anne und Henrik), und einmal für die zu wenig wissenden Narren (Désirée und Fredrik), und prophezeit ein drittes Lächeln für die zu viel wissenden Alten, bevor sie friedvoll mit Fredrika an ihrer Seite stirbt… zumindest in der Original-Inszenierung von Harold Prince.

Opern- und Theaterregisseur Kay Link (* 1969 in Pforzheim) hat „A Little Night Music“ in Bielefeld mit leichter Hand in der Gegenwart inszeniert und setzt sehr stark auf die komischen Aspekte, die er aus der bittersüßen Melancholie herausgearbeitet hat. Unterstützt wird er dabei von Bühnen- und Kostümbildnerin Cornelia Brey, die mit vielen lustigen Einfällen wie der Darstellung des Quintetts als Seniorengruppe mit Rollatoren oder aber als tanzende Schäfchen im Pausenfinale „Ein Weekend auf dem Lande“ das Zwerchfell beansprucht. Der See auf Madame Armfeldts Anwesen wird durch ein aufblasbares Wasserbecken repräsentiert, das tatsächlich mit Wasser gefüllt ist, so dass Johanna Spantzel und Tom Schimon schließlich klitschnass von der Bühne laufen. Die Bielefelder Philharmoniker bringen Stephen Sondheims Partitur, die in weiten Teilen im Dreivierteltakt geschrieben ist, unter der Musikalischen Leitung von Musical-Kapellmeister William Ward Murta fulminant zu Gehör.

Neben Alexander Franzen (General de Guiche in „Cyrano“, Privatdetektiv Stone in „City of Angels“, Captain Walker in „The Who´s Tommy“), Navina Heyne (Blanche Barrow in „Bonnie & Clyde“) und Melanie Kreuter (Emma Parker in „Bonnie & Clyde“, Sarah in „Company“) als festem Ensemble-Mitglied hat das Theater Bielefeld mit Johanna Spantzel (* 1989 in Jena), Julia Meier (* 1989 in Wuppertal) und Tom Schimon (* 1984 in Wien) gleich drei neue Gesichter für die Hauptrollen in „A Little Night Music“ engagiert: Johanna Spantzel hat nach ihrem Studium im Studiengang „Musical – Show“ an der Universität der Künste Berlin in „Dirty Dancing – Das Original live on Stage“ im Metronom Theater Oberhausen (Premiere: 19. Oktober 2011, Regie James Powell) als Lisa Houseman sowie 2013 im Ensemble bei „Hinterm Horizont“ am Theater am Potsdamer Platz in Berlin mitgespielt, an der Staatsoperette Dresden hat sie als Audrey in „Der kleine Horrorladen“ (Regie Giorgio Madia) und als Brenda Strong in „Catch me if you can“ (Regie Werner Sobotka) mitgewirkt, in diesem Sommer steht sie als Mädchen am Feuer in „Jesus Christ Superstar“ (Regie Christoph Biermeier) und als Sabine in „The Stairways to Heaven“ (Regie Coy Middelbrook) bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall auf der Großen Treppe vor St. Michael. Julia Meier war nach ihrem Studium im Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste im festen Ensemble der Schauburg München engagiert und hat bei der Uraufführung „Hammerfrauen“ (Premiere 16. Juli 2015, Regie Craig Simmons) am Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ als Julia mitgewirkt. Tom Schimon war nach seiner Musical-Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München an der Volksoper Wien in „Die spinnen, die Römer!“ (Premiere 17. Dezember 2011, Regie Werner Sobotka), „Sweeney Todd“ (Premiere 14. September 2013, Regie Matthias Davids) und „My Fair Lady“ (Regie Robert Herzl) und in der aktuellen Spielzeit als Erster Ganove in „Kiss me, Kate“ (Premiere 24. Oktober 2015, Regie Tom Ryser) am Staatstheater Kassel zu sehen, im Lotte Lenya Wettbewerb 2016 wurde er mit dem Carolyn Weber Award ausgezeichent, benannt zur Ehren der Gründungsdirektorin und langjährigen Vizepräsidentin der Kurt Weill Foundation for Music.

Stephen Sondheims Partitur mit ihren raffinierten Ensemble-Sequenzen erfordert durchaus anspruchsvolle vokale Leistungen, die von den Darstellern der Bielefelder Produktion ohne weiteres erfüllt werden. Monika Mayer, die von 1967 bis 2002 zum festen Ensemble am Theater Bielefeld gehörte, ist dem Haus bis heute verbunden und bringt ihre Lebenserfahrung in die Rolle der weisen Madame Armfeldt ein, die sich in „Liaisons“ ihrer eigenen Jugend als Kurtisane erinnert, was ihr nun ein Leben im Luxus ermöglicht. Melanie Kreuter bringt in der Rolle der von ihrem Leben als Tournee-Schauspielerin ebenso frustrierten wie amüsierten Désirée Armfeldt mit der Ballade „Send in the Clowns“, die als einziger Song der Produktion im englischen Original belassen wurde, die zermürbenden Zweifel und Sehnsüchte in Liebesbeziehungen ausgesprochen treffend zum Ausdruck. Johanna Spantzel verleiht der 18-jährigen Anne Egerman mit ihrer Naivität und Ahnungslosigkeit glaubhaft Gestalt, die so gar nicht zu Fredrik passen will. Katharina Solzbacher ist als Gräfin Charlotte Malcolm ihrem Mann hörig, obgleich sie ihn durchschaut, nur mit viel Ironie kann sie überhaupt mit ihm zusammen leben, wo er doch sogar seine Treueschwüre im gleichen Augenblick schon wieder einschränkt. Navina Heyne, die im Verlauf der Handlung als Dienstmädchen Petra mit körperlichen Reizen erst Henrik Egerman, dann Anne Egerman und zu guter Letzt Madame Armfeldts Butler Frid betört, kann schließlich auch mit „Des Müllers Sohn“ gesanglich auf sich aufmerksam machen. Auch die Herren machen in dieser Produktion eine gute Figur: Alexander Franzen als Rechtsanwalt Fredrik Egerman und Tobias Licht als Graf Carl-Magnus Malcolm geben sich im Hinblick auf Komik nichts, auch wenn die Darstellung von Tobias Licht teilweise extrem machohaft daherkommt, wobei er aber eben auch mit heruntergelassenen Hosen eine gute Figur macht. Tom Schimon, der sich in seinem Song „Später“ selbst auf dem Cello begleitet, hat es als Henrik Egerman – von allen mit Ausnahme seiner Halbschwester Fredrika Armfeldt unverstanden – eben auch nicht leicht, da ist sein Suizidversuch beinahe unausweichlich. Frank Bahrenberg (Mr. Lindquist), Katharina Schutza (Mrs. Nordstrom), Engjellushe Duka (Mrs. Anderssen), Carlos H. Rivas (Mr. Erlanson) und Patricia Margagliotta (Mrs. Segstrom) kommentieren bisweilen als Quintett nach Art eines griechischen Chores die spielerisch dargebotenen Facetten der Leidenschaft.

„A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“ steht noch bis zum 10. Juli 2016 mit insgesamt acht Vorstellungen am Stadttheater Bielefeld auf dem Spielplan. Das ist nicht so viel, und das Musical wird auch nicht so häufig im deutschsprachigen Raum gezeigt, lediglich das Staatstheater am Gärtnerplatz hat im Februar 2016 eine Inszenierung von Josef E. Köpplinger in acht Vorstellungen am Cuvilliéstheater gezeigt, die vom 2. bis 5. März 2017 wiederaufgenommen wird, aber wem es aus West- und Norddeutschland bis nach München zu weit ist, der sollte sich die Chance in Bielefeld womöglich nicht entgehen lassen.

Oldtimertreffen auf dem Alten Markt in Essen-Borbeck

4. Oldtimertreffen der Interessengemeinschaft Oldtimerfreunde Borbeck

„Borbecker Halblang“ von Franz-Josef Kampmann

Am 29. Mai 2016 veranstaltete die Interessengemeinschaft Oldtimerfreunde Borbeck anlässlich eines verkaufsoffenen Sonntags auch in diesem Jahr ein Oldtimertreffen der besonderen Art mitten im Zentrum von Essen-Borbeck. Teilnahmeberechtigt waren Kraftfahrzeuge bis Baujahr 1986, auch Zweiräder und Trecker.

Alpine A110 Berlinette und Renault Alpine A310, Sechszylinder-Motor, 2.664 cm³, 150 PS, Baujahr 1978

Citroën 2CV

Citroën Typ B12, 22 PS, Baujahr 1925

Jaguar XK 140, 3.442 cm³, Baujahr 1954

NSU Sport-Prinz, luftgekühlten Zweizylindermotor, 598 cm³, 22 kW/30 PS, 120 km/h, Baujahr 1967

Volkswagen Typ 2 T1 „Samba-Bus“

Volkswagen Typ 2 T1 „Bulli“

Volkswagen Typ 2 T1 „Bulli“

Volkswagen Käfer Cabrio 1303, Motor Porsche 914, 2.385 cm³, 180 PS, Baujahr 1976

Triebwagen 888 der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft EVAG e. V., Baujahr 1949 (Fahrgestelle 1921 – 1926)

Willkommmen in der Gegenwart: BOMBARDIER Flexity Classic M8D-NF2, Wagen 1614 „Essen-Schonnebeck“

Freitag, 27. Mai 2016

Was „Herkules“ für Horst ist nun „Poseidon“ für Ruhrort

„Echo des Poseidon“ auf der Duisburger Mercatorinsel enthüllt

Gerhard Schröder, siebter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1998 bis 2005, enthüllte am 27. Mai 2016 vor rund 200 Gästen die Bronze-Statue „Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz auf der Duisburger Mercatorinsel. Die zehn Meter hohe Bronzeskulptur des Bildhauers Markus Lüpertz wird künftig die ankommenden Schiffe bei der Einfahrt in den größten Binnenhafen der Welt begrüßen. „Allein schon die Position des Poseidon ist eindrucksvoll“, so Gerhard Schröder. „Von einem fünf Meter hohen Sockel wird er schwebend sein Element, das Wasser, beobachten. Auch bei Hochwasser steht der Meeresgott auf sicherem Posten.“ Schröder wünschte den Duisburgerinnen und Duisburgern viel Freude mit diesem außergewöhnlichen Kunstwerk und hoffte, dass sich nicht nur die Schiffsleute über den Gruß freuen, sondern sich viele Besucher eigens auf den Weg zum „Echo des Poseidon“ machen. „Der Weg hierhin und die Begegnung mit dieser wunderbaren Großskulptur lohnen sich wirklich“, so Schröder.

Hebeturm der „Homberg-Ruhrorter Rheintrajekt-Anstalt“ in Duisburg-Homberg

„Wir wollen im Jahr unseres 300-jährigen Jubiläums in aller Bescheidenheit anspruchsvoll sein. Mit dieser Skulptur wollen wir der Stadt Duisburg und den Menschen am Niederrhein ein Geschenk machen, das eben nicht beliebig ist, sondern zum Nachdenken anstiftet und den Betrachter ins Staunen versetzt. Markus Lüpertz beeindruckende Bronzeplastik repräsentiert den Stolz der Menschen hier genauso wie ihre Fähigkeit allen Widrigkeiten zu trotzen. Das Werk ist eine unübersehbare Landmarke an diesem für Deutschland und Europa so wichtigen Fluss“, so Erich Staake, Vorstands­vor­sitzender der Duisburger Hafen AG.

Schubverband auf dem Rhein in Höhe der Duisburger Mercatorinsel

Tatsächlich ist die Bronzeskulptur weithin sichtbar, auch vom Homberger Rheinufer. Geht man von hier über die Friedrich-Ebert-Brücke Richtung Ruhrort, so kommt man an der so genannten „Haniel-Treppe“ vorbei, die von der Friedrich-Ebert-Brücke auf die Mercatorinsel führt. Die Treppe wurde am 11. Mai 2010 eingeweiht, ein Tor versperrt jedoch noch immer den Zugang zur Treppe. Um von hier zu der Bronzeskulptur „Echo des Poseidon“ auf der früheren Speditionsinsel, heute Mercatorinsel, zu gelangen, muss man den ganzen Weg entlang des Vinckekanals bis zur Ruhrorter Straße laufen, dort den Vinckekanal überqueren und von hier auf der Mercatorinsel wieder Richtung Hafenmund laufen.

„Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz, 2016

Natürlich schaut das Gesicht des Poseidon zum Rhein, oder hatte man in Ruhrort tatsächlich gedacht, es schaut nach Ruhrort, so dass Rheinschiffer lediglich den Hinterkopf sähen? Mich würde in diesem Zusammenhang eher die Antwort auf die Frage interessieren, was denn eigentlich aus der geplanten Grünanlage auf der Mercatorinsel geworden ist, denn davon ist auch nach sechs Jahren nichts zu sehen.

„Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz, 2016

„Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz, 2016

„Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz, 2016

„Ruhr-Akropolis“ von Heide Weidele

Donnerstag, 26. Mai 2016

„Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical

„Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical – Musik: Martin Lingnau; Songtexte: Heiko Wohlgemuth; Buch: Thomas Matschoß; Regie: Klaus Michalski; Choreografie: Sabine Lindlar; Bühne: Harry Behlau; Kostüme: Bettina Loose; Musikalische Leitung: Oliver Haug. Darsteller: Celine Bergerbusch (Lisa, Cellistin), Andreas Böker (Zuhälter Manni, Bräutigam Mikey aus Pinneberg, Müllmann Mustafa), Philipp Brockhoff (Pitter aus Pinneberg, Mediengestalter Sven, Müllmann Willi, Versicherungsvertreter Werner, Stricher Justin), Annette Demmer (Rosi aus Bayern, Prostituierte, Streetworkerin, Pennerin), Sandra Döring (Prostituierte Nadja, Imbissverkäuferin Elke Stemann), Manfred Efsing (Günther Krumpendorf, Polizist Brummer, Rentner Otto), Kirsten Frank (Prostituierte), Johanna Frenk (Svens Freundin Nina, Prostituierte), Eva Hallekamp (Fotografin), Anna Hansen (Prostituierte Martina, Lisas Freundin Inga), Heike Hansen (Imbissverkäuferin Margot, Prostituierte), Denys Kappel (Schnorrer Kurti, MoPo-Verkäufer), Desirée Kintrup (Touristin an der Abdengarderobe), Tony Kintrup (Seppl aus Bayern, Versicherungsvertreter Didi), Simon Lesting (Spieler Knud, Frankie aus Pinneberg, Musicaldarsteller Sebastian, Stricher Tobi, George Harrison), Anne Marin (Sängerin beim Boxkampf, Claudi aus Pinneberg), Christoph Meerkamp (Lars Krumpendorf, Stricher, Paul McCartney), Wolfgang Peters (Imbissbudenbesitzer Schorsch, Taxifahrer Klaus), Thomas Renners (Straßenfeger), Christina Rüping (Pedi aus Pinneberg, Prostituierte), Barbara Schlichtmann (Prostituierte), Kristin Schulze Baek (Musicaldarstellerin Sunny, Prostituierte), Andrea Stog (Lotte Krumpendorf, Prostituierte Sylvie), Renate van den Berg (Rentnerin Hilde), Ulrich Walters (Straßenmusiker Jimmy, Hehler Henning, John Lennon), Lilly Waschk (Touristin an der Abendgarderobe, Engel von St. Pauli), Leonie Wieling (Braut Manu aus Pinneberg, Hure Natascha), Marian Wilkowski (Imbissverkäufer Fred, Gloria, Ringo Starr), Susanne Zühlke (Imbissverkäuferin Hannelore, Pennerin), Zweitbesetzung Rainer Hansen (Straßenmusiker Jimmy, Hehler Henning, Taxifahrer Klaus). Uraufführung: September 2003, Schmidts Tivoli, Hamburg. Premiere: 28. Mai 2016, Freilichtbühne Coesfeld.



„Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical


Probenbesuch beim diesjährigen Abendmusical auf der Freilichtbühne Coesfeld


Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Seit seiner Uraufführung im September 2003 begeisterte „Heiße Ecke – Das St. Pauli Musical“ in der Inszenierung von Corny Littmann bereits 1,8 Millionen Zuschauer in Schmidts Tivoli am Spielbudenplatz. Seit 2008 wurden in den Sommermonaten auf der Waldbühne Kloster Oesede in Georgsmarienhütte, wo das Musical auch in diesem Sommer wiederaufgenommen wird, 52 Vorstellungen in einer eigenen Inszenierung gezeigt. Aufführungen bei den Freilichtspielen Bad Bentheim im Sommer 2013 und 2014 und auf der Freilichtbühne Mannheim im Sommer 2015 mögen ein Indiz dafür sein, dass das St. Pauli Musical auch in südlicheren Gefilden „funktioniert“.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Mikey, Pitter und Frankie aus Pinneberg kommen auf ihrer Junggesellenabschiedstour an den Imbiss

Das Musical „Heiße Ecke“ beleuchtet 24 Stunden Kiezleben auf der Reeperbahn, wie es sich am Imbiss Heiße Ecke abspielt. Hier treffen sich die Nutten, Freier und die Touristen, die Junggesellen aus der Vorstadt und natürlich die alte Garde, der Tagesablauf motiviert das szenische Kaleidoskop. In der Original-Inszenierung von Corny Littmann treten rund 50 bis 60 Figuren auf, die von neun Darstellern gespielt werden. In der für die Freilichtbühne Coesfeld adaptierten Fassung sind rund 150 Figuren zu sehen, die von 30 Darstellern verkörpert werden. Jeder Darsteller spielt, singt und tanzt dementsprechend viele verschiedene Rollen, und die 150 Figuren verlangen insgesamt mehr als 400 Umzüge pro Vorstellung.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Andrea Stog (Prostituierte Sylvie) und Sandra Döring (Prostituierte Nadja)

Die Freilichtbühne Coesfeld e. V. wurde bereits 1951 gegründet, und seit 1986 werden aufgrund des Publikumsinteresses nur noch Musicals gezeigt. Neben bekannten Stücken wie der „West Side Story“ von Leonard Bernstein (Musik) und Stephen Sondheim (Lyrics) oder „Der kleine Horrorladen“ von Alan Menken (Musik) und Howard Ashman (Lyrics, Buch) werden auch Uraufführungen wie „Studio 54“ oder „Vanity Fair“ vom Autor und Musicalkomponisten Claus Martin gezeigt, für „Vanity Fair“ wurde die Freilichtbühne Coesfeld 2010 mit dem Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena“ als bestes Amateurtheater in der Kategorie „Freilichttheater“ ausgezeichnet.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Simon Lesting (Spieler Knud), Ensemble

Auch 2016 war die Freilichtbühne Coesfeld für „The Addams Family“ für den Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena“ in der Sparte „Musik-/Tanz- oder Bewegungstheater“ nominiert. (Der „amarena 2016“ ging für „Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.“ an die Juniorcompany der Älteren des Leipziger Tanztheaters.) Dies ist sicherlich auch ein Verdienst der Profis, die für die Einstudierung der Stücke engagiert werden. Auf der Bühne stehen aber ausschließlich Amateure, der Verein hat mehr als 200 Mitglieder, die auf und hinter der Bühne für den reibungslosen Ablauf sorgen. Als Kreativteam wurden für „Heiße Ecke“ Folkwang-Alumnus Klaus Michalski (Regie), Sabine Lindlar (Choreografie) und Oliver Haus als Musikalischer Leiter verpflichtet, alle drei haben bereits bei früheren Produktionen der Freilichtbühne Coesfeld bei der Einstudierung mitgewirkt.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Johanna Frenk (Svens neue Freundin Nina) und Philipp Brockhoff (Mediengestalter Sven)

Auch in Coesfeld gibt es natürlich die bekannten Ohrwürmer von „Reeperbahn“ über „Der Engel von St. Pauli“ bis „Günther will noch eine Wurst“ zu hören, aber noch bevor „Hinterm Horizont“ am Spielbudenplatz angekommen ist, gibt es in Coesfeld als Hommage an Udo Lindenberg – oder sollte man besser sagen, dank der Cellistin Celine Bergerbusch im Ensemble – „Cello“ zu hören. Oder auch „Eye of the Tiger“ aus „Rocky – Das Musical“, das den Spielbudenplatz bekanntlich im Sommer vergangenen Jahres Richtung Schwabenmetropole verlassen hat. Auch wer das St. Pauli Musical bereits aus Schmidts Tivoli kennt, wird in der Inszenierung von Klaus Michalski viele neue Facetten entdecken, die den Vergnügungswert auch für den Kenner des Stücks durchaus erhöhen.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Ulrich Walters (Hehler Henning)

Gespielt wird im großartigen Einheitsbühnenbild von Harry Behlau, das die gängigen Klischees der Amüsiermeile mit dem Dollhouse an der Großen Freiheit und natürlich dem Imbiss Heiße Ecke widerspiegelt, der in der Realität bis 1991 an der Ecke Reeperbahn/Hein-Hoyer-Straße angesiedelt war. Die phantasievollen Kostüme von Bettina Loose spielen natürlich ebenfalls mit dem Bild, das wohl jeder von der Reeperbahn so vor Augen hat, lediglich bei einer Figur wird sich der aufmerksame Zuschauer sofort denken, „sie passt nicht hierher“. Wer den Goof findet, darf ihn gern für sich behalten. (Das ist auch ein Grund, warum Theateraufführungen vor der Premiere nicht besprochen werden, bis zur Premiere kann man schließlich alles noch komplett „auf den Kopf stellen“ und solche kleinen Fehler ausmerzen.)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Sandra Döring (Prostituierte Nadja)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, die Damen vom horizontalen Gewerbe: Sandra Döring (Prostituierte Nadja), Andrea Stog (Prostituierte Sylvie), Anna Hansen (Prostituierte Martina) und Leonie Wieling (Hure Natascha)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Leonie Wieling (Hure Natascha)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Christoph Meerkamp (Lars Krumpendorf) und Celine Bergerbusch (Lisa)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Celine Bergerbusch (Lisa)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Wolfgang Peters (Taxifahrer Klaus)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Sandra Döring (Imbissverkäuferin Elke Stemann)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Philipp Brockhoff (Müllmann Willi), Sandra Döring (Imbissverkäuferin Elke Stemann) und Andreas Böker (Müllmann Mustafa)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, „Eye of the Tiger“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Marian Wilkowski (Gloria)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Celine Bergerbusch (Cellistin) und Ulrich Walters (Straßenmusiker Jimmy): „Du spieltest Cello“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Heike Hansen (Imbissverkäuferin Margot), Andreas Böker (Bräutigam Mikey aus Pinneberg) und Sandra Döring (Prostituierte Nadja)

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Lilly Waschk, „Engel von St. Pauli“

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“, Andreas Böker (Bräutigam Mikey aus Pinneberg) und Leonie Wieling (Braut Manuela aus Pinneberg)

„Heiße Ecke“ hat am Samstag, 28. Mai 2016 um 20.30 Uhr auf der Freilichtbühne Coesfeld Premiere, Folgevorstellungen stehen bis 3. September 2016 auf dem Spielplan. Tickets und weitere Informationen unter www.freilichtbuehne-coesfeld.de. Als Familienmusical steht in Coesfeld in diesem Sommer „Die kleine Meerjungfrau“ von Tilman Wohlleber (Musik & Libretto) und Victoria Wohlleber (Libretto) auf dem Spielplan, Premiere ist am 11. Juni 2016 um 15 Uhr.

Freilichtbühne Coesfeld, „Heiße Ecke“

Dienstag, 24. Mai 2016

Vorschau: Kulturpfadfest Essen

„…ins Blaue“ von 17 bis 24 Uhr in der Essener Innenstadt

Zum 15. Mal findet dieses Jahr das Kulturpfadfest Essen statt, das jährlich an einem Freitag im Juni die Dichte und Vielfalt der Essener Kultur erfahrbar macht. Unter dem Motto „…ins Blaue“ öffnen am 10. Juni 2016 zwischen dem Museum Folkwang und der Kreuzeskirche zahlreiche Kultur­ein­richtungen ihre Türen für Kulturflaneure.

Pflasterstein zur Markierung des Kulturpfads

Das ist die Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und sich unbefangen in das vielfältige Kulturleben zu stürzen. Den Weg weisen dabei die blau leuchtenden Steine des Kulturpfades. Künstlerinnen und Künstler bespielen Parks, Plätze und Kulturinstitutionen am Kulturpfad mit Musik, Tanz, Performance, Varieté, Lesungen und Filmen. Frei und individuell können die Besucher sich von Programmpunkt zu Programmpunkt bewegen. Vergißmeinnichtblau, Ultramarinblau, Mitternachtsblau, Blaubeerblau – so unterschiedlich die unzähligen Blautöne in ihrem Charakter – zart, intensiv, poetisch, knallig, exotisch – so facettenreich sind die Programmpunkte des 15. Kulturpfadfestes.

Wer sich allerdings die Qual der Wahl ersparen will, kann sich dieses Jahr erstmals für eine der Führungen ins Blaue anmelden, die unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ verschiedene Stationen am Kulturpfad ansteuern und Hintergründe von Ort und Geschehen beleuchten. Mit den Guides werden jeweils ein bis zwei Orte und Programmpunkte besucht. Ob Performer, Kulturwissenschaftler oder Historiker – die Eigenheiten der Guides geben den Führungen ihren besonderen Charakter.

Rafael Cortéz in der Kreuzeskirche

Gleich eine zweite Neuerung gibt es beim diesjährigen Fest. Beim kulinarisch bunten Street Food Market auf der Kettwiger Straße auf Höhe des Burgplatzes kann sich jedermann für seine Entdeckungstouren stärken. Zehn Food Trucks werden das vielfältige Programm mit einem ebenso phantasievollen Angebot an Gaumenschmeichlern begleiten. Das Angebot der rollenden Gourmet-Küchen reicht vom Burger mit Süßkartoffelpommes über Quesadillas und russische Teigtaschen bis zu mit karamellisierten Birnen gefüllten Kartoffeln, Smoothies und Frozen Yogurt.

Dank RWE kann der Kulturpfad auch in diesem Jahr mit den hellblauen E-Bikes der Aktion „E-Bikes on Tour“ erkundet werden. An zwei Stationen, vor der Alten Synagoge und direkt am Hauptbahnhof auf dem Willy-Brandt-Platz, werden die Räder diesmal zum kostenlosen Ausleihen bereitstehen. Mühelos und flexibel können Besucher direkt am Kulturpfad entlang von einem Programmpunkt zum nächsten radeln.

TheaterTotal: „Animalie“, Kulturpfadfest 2015

Wie das ferne Blau am Horizont Spiegel unserer Sehnsüchte ist und für uns den Reiz des Unbekannten versinnbildlicht, so ist ein Abstecher in die Kunst- und Kulturwelt auch stets ein Ausflug ins Nicht-Naheliegende, bietet Raum für neue Erfahrungen und Entdeckungen. Am 10. Juni 2016 lädt das Kulturpfadfest ein zum kollektiven Blaumachen mit einem Tag voll erfrischender Erfahrungen. Wagen wir uns vor ins Unerwartete, ins Blaue hinein!

Für die kostenlosen Führungen unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ ist eine Anmeldung unter 0201 8841-209 oder www.kulturpfadfest-essen.de bis spätestens 27. Mai erforderlich. Bis auf wenige Ausnahmen (u. a. „Entscheidend is am Beckenrand“ im Filmstudio Glückauf, „Archipel“ im Aalto-Theater, Veranstaltungen des Schauspiel Essen, „Das Fenster zum Hof“ in der Lichtburg) ist das Programm des Kulturpfadfestes kostenfrei.

Vorschau: Cirque Bouffon präsentiert „Quilombo“

Die Show kommt im Juni 2016 nach Gelsenkirchen

Fréderic Zipperlin, Anja Krips und Michael Schulz

Da das Große Haus des Musiktheater im Revier ab dem 1. Juni 2016 wegen Umbau und Renovierungs­arbeiten geschlossen wird, bietet das MiR zusammen mit dem Cirque Bouffon ein außergewöhnliches Zusatzangebot: Vom 1. bis 26. Juni 2016 wird die Kompagnie ihr charmantes Chapiteau (Zirkuszelt) auf dem Vorplatz des Opernhauses am Kennedyplatz aufschlagen und dort ihre neue Show „Quilombo“ präsentieren, die seit dem Frühjahr 2015 zum zehnjährigen Jubiläum des Cirque Bouffon nach Stationen in Münster (1. bis 26. April 2015 am Schlosspark), Köln (30. April bis 21. Juni 2015 am Schokoladen­museum), Mainz (24. September bis 18. Oktober 2015 an der Reduit) und einer Frankreichtournee erstmals im Ruhrgebiet gastieren wird.

Cirque Bouffon. © Cirque Bouffon

In „Quilombo“ präsentieren Musiker, Artisten und Clowns eine poetische Show voller Magie, Rhythmus und Leidenschaft – ein Feuerwerk der Kulturen und pure Lebensfreude! In der live gespielten Musikkulisse entstehen unvergessliche Bilder und magische Geschichten aus der Welt unserer Träume.

Sergey Lukashov (Knopfakkordeon), Sergej Sweschinskij (Kontrabass) und Adam Tomaszewski (Percussion). © Cirque Bouffon

Cirque Bouffon ist ein internationales Show-Format im Stile des französischen Nouveau Cirque. „Quilombo“ bedeutet übrigens in den Bantu-Sprachen Kikongo und Kimbundu auch „Wohnsiedlung“. Wie zauberhaft die Poesie der Gefühle und Sinne sein kann, zeigt Regisseur Frédéric Zipperlin mit seiner neusten Regie-Arbeit. Der gebürtige Franzose ist ehemaliges Mitglied des weltbekannten Cirque du Soleil und verknüpft, gemeinsam mit Sängerin Anja Krips und seiner Kompagnie, Elemente aus Komik, Tanz und Gesang zu einem atemberaubenden Artisten-Theater. Musikalisches Highlight sind die traumhaften Kompositionen von Sergej Sweschinski.

Aziz Kuyathe (Kora). © Cirque Bouffon

Bereits über 10 Jahre verzaubert das Ensemble seine Zuschauer mit seinen Ideen von Entschleunigung in poetischen Inszenierungen und lässt mit seinen Shows Träume Wirklichkeit werden. So entstanden in den vergangenen 10 Jahren unter der Regie von Fréderic Zipperlin die Produktionen „Novo“, „Angell“, „Angell Vol. 2“, „SOLVO“, „Nandou“ und die neue Show „Quilombo“, in denen die Besucher mit allen Sinnen angesprochen werden: Musik, Artistik und Clownerie bilden stets ein abendfüllendes Erlebnis.

Mariano Carneiro (Clown). © Cirque Bouffon


Drei Fragen an Frédéric Zipperlin, Regisseur und Direktor des Cirque Bouffon

Mit „Quilombo“ präsentiert der französische Regisseur Frédéric Zipperlin mit seinem Cirque Bouffon eine neue Show voller phantastischer Bilder, traumschöner Musik und atemberaubender Akrobatik.
„Quilombo“ ist die sechste Kreation des Cirque Bouffon. Das internationale Künstlerensemble entführt den Zuschauer in eine neue Dimension des Nouveau Cirque. Liebenswerte Clowns, Luftakrobaten, Körperkünstler und musikalische Virtuosen garantieren ein herzberührendes Erlebnis.

Die Idee der Entschleunigung zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Programme. Wieso finden Sie diesen Gedanken so wichtig und wie muss ich mir dieses Thema der Entschleunigung in der Show vorstellen?
In unserer schnelllebigen Welt ist Entschleunigung und Innehalten wichtig um die wichtigen Dinge, die Schönheit und Poesie des Augenblicks und des Lebens wahrzunehmen. Dies verlernen wir immer mehr.
Entschleunigung ist auch die Befreiung von der ständigen Reizüberflutung der Medien, dem wahnsinnig hohen Tempo unserer Gesellschaft, und dem ständig steigenden Druck in der Arbeitswelt. Wir folgen stets der Idee vom Innehalten und sich selbst neu entdecken. Glück ist Traum, Poesie und übersprudelnder Lebensfreude. Wir haben uns mit unseren Shows zur Aufgabe gemacht unsere Zuschauer in unsere Welt zu entführen, um zu zeigen wie glücklich diese Entschleunigung macht. Und, bisher hat noch jeder Zuschauer mit einem beseelten Lächeln unsere Shows wieder verlassen.

Der Titel Ihrer neuen Inszenierung, „Quilombo“, bedeutet ja Chaos: Wie sind Sie auf diesen Titel gekommen und worin besteht für Sie der Reiz am Chaotischen? Wie manifestiert sich dieses Chaos in der Show?
Nein. Wir werden gern mit Chaos in Verbindung gebracht aber Quilombo bedeutet übersetzt „ein Geheimversteck“; „geheimer Ort“.
Im 16.Jahundert sind Sklaven aus Afrika nach Brasilien geflohen und haben ihre eigene Siedlung gegründet. Dies nannte man Quilombo.
An geheimen Orten oder in Verstecken kann so vieles passieren.
Man entdeckt völlig Neues. Wir haben zum Beispiel neben einem tollen Clown und einem Tanzpaar aus Südarmerika auch auch einen Künstler aus Afrika, aus dem Senegal im Ensemble. Der spielt ein traditionelles Instrument, das nicht viele Menschen kennen. Eine Kora, eine Westafrikanische Stegharfe.

Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung nach die besondere Location Ihrer Veranstaltungen auf die Stimmung, die Interaktion zwischen Publikum und Künstlern, kurz: den „Zauber“ der Inszenierung?
Wir stehen mit unserem kleinen Chapiteau auf diesem wunderbaren Platz vor dem Musiktheater im Revier.
Das finden wir formidable!
Das besondere unseres Chapiteaus ist, dass es wirklich sehr klein und intim ist. Die Zuschauer sitzen eng und sind ganz nah dran. An der Bühne, an uns. Sie verschmelzen somit quasi fast mit der Show. Die Artistik, die Live-Musik und die ganze Poesie unser Shows wird damit besonders intensiv erlebt.

Sergej Sweschinskij (Kontrabass) und Natalya Nebrat (Akrobatin). © Cirque Bouffon

„Quilombo“ wird vom vom 1. bis 26. Juni 2016 Mittwoch bis Freitag um 19.30 Uhr, Samstag um 14.30 und 19.30 Uhr und Sonntag um 14.30 und 17.30 Uhr gezeigt. Tickets sind im Vorverkauf auch an der Theaterkasse des Musktheater im Revier sowie an der Abendkasse am Zirkuszelt (ab 2 Stunden vor jeder Vorstellung) erhältlich. Im Sommer 2017 möchte Cirque Bouffon mit einer völlig neuen Show nach Gelsenkirchen zurückkehren.