Mittwoch, 13. April 2016

Ruhrtriennale präsentiert Programm der Saison 2016

Das Festival der Künste thematisiert europäische Werte

Auch in ihrem fünfzehnten Jahr verwandelt die Ruhrtriennale die Industriehallen der Metropole Ruhr in außergewöhnliche Spielorte für Musiktheater, Schauspiel, Musik, Tanz und Installation. Vom 12. August bis 24. September 2016 bringt das Festival zahlreiche internationale KünstlerInnen, unter anderem aus Belgien, Russland oder den USA, in die Region. Mit rund 32 Produktionen, davon 23 Eigen- und Koproduktionen, 20 Weltpremieren, Neuproduktionen, Deutschlandpremieren und Installationen sowie vielen Konzerten erleben BesucherInnen der Ruhrtriennale aktuelle künstlerische Entwicklungen und Impulse. Bei rund 120 Veranstaltungen begegnen sich auch 2016 KünstlerInnen aus mehr als 25 Ländern, Festival-Publikum und Menschen der Region – um hochkarätige Produktionen zu erleben, miteinander in Kontakt zu kommen, zu diskutieren und zu feiern.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015–2017: „Unser Leitmotiv „Seid umschlungen“ bekommt in diesem Jahr eine zusätzliche Bedeutung. „Seid umschlungen, Millionen“ heißt es in dem Gedicht Schillers. Wie steht es in Europa um unsere Werte, jetzt da wir die erste Million Geflüchtete in Deutschland umschlingen wollen – oder müssen? Oder umgekehrt vielleicht manche von uns das Gefühl haben, selbst umschlungen, erdrückt zu werden? Diese Saison lenken wir bei der Ruhrtriennale den Blick auf die Werte, auf denen die europäische Kultur fußt. Wir fragen, was Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit heute bedeuten. Nicht missionarisch, sondern mit viel Fantasie.“

NRW-Kulturministerin Christina Kampmann und Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons. © Volker Hartmann/Ruhrtriennale 2016

Christina Kampmann, NRW-Kulturministerin: „Es ist beeindruckend, in welcher Weise Johan Simons auf die Region zugeht, neue Orte entdeckt und bespielt. Mit seinem aktuellen Programm reflektiert er auch die gesellschaftlichen und politischen Änderungen, die sich derzeit in Europa vollziehen.“

Zu den Highlights des diesjährigen Ruhrtriennale gehören u. a. die Musiktheatertheaterproduktion „Alceste“, mit der am 12. August 2016 das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum eröffnet wird. „Alceste“ basiert auf einem europäischen Urmythos und wurde komponiert in der Zeit der Aufklärung, als die europäischen Grundwerte formuliert wurden. Willibald Glucks Barock-Oper wird von Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons neu inszeniert und stellt Fragen nach Opferbereitschaft, Mut und Demut. Die musikalische Leitung des B’Rock Orchestra und MusicAeterna Chores hat der belgische Dirigent René Jacobs.

Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria in Marl. © RAG Montan Immobilien GmbH

Drei Wochen später feiert am 2. September 2016 die zweite Musiktheaterkreation unter der Regie von Johan Simons Premiere: „Die Fremden“, eine Uraufführung nach dem im März 2016 auf Deutsch erschienenen Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ von Kamel Daoud kombiniert mit Musik von György Ligeti und Mauricio Kagel. Die Inszenierung fragt: Welche Werte bestimmen unsere Kultur? Mit „Die Fremden“ bespielt die Ruhrtriennale zum ersten Mal die Kohlenmischhalle der im Dezember 2015 stillgelegten Marler Zeche Auguste Victoria. Die musikalische Leitung des Asko|Schönberg Ensembles übernimmt Reinbert de Leeuw.


Installationen

„Manifesto“, die neueste Arbeit von Julian Rosefeldt, ist ab dem 13. August 2016 in der Duisburger Kraftzentrale zu sehen. Julian Rosefeldt zeigt in seiner Filminstalltion eine Collage aus unterschiedlichen Manifesten. Die Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett schlüpft dafür in 13 unterschiedliche Rollen. „The Good, the Bad and the Ugly“, das verrückte Kunstdorf von Atelier van Lieshout, kehrt zurück. Über den gesamten Festivalzeitraum wird das Kunstdorf wieder zum Herzstück der Ruhrtriennale – mit bekannten Kunstwerken wie dem Domestikator und dem Refektorium, dessen umfangreicher Extra-Spielplan am 16. Juni 2016 veröffentlicht wird. Und mit einer neuer Kunst unter dem diesjährigen Thema „Mensch und Maschine“. Zum ersten Mal wird die Installation auch zur Künstlerresidenz: Jugendliche aus dem Nachwuchsproduktionsbüro der Ruhrtriennale, Mit Ohne Alles, laden unter dem „Teentalitarismus“ zu Aktionen und Performances in ihren Machtbereich ein – nicht nur Erwachsene. Eine Entdeckungsreise der etwas anderen Art erarbeitet das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll mit „Trucks Tracks Ruhr #3“ (ab 12. August auf den Straßen Duisburgs), einer Produktion von Urbane Künste Ruhr zwischen Roadmovie und Theaterstück. Ein weiterer Beitrag von Urbane Künste Ruhr setzt sich unter dem Titel „well,come“ mit dem urbanen Alltag auseinander. Die neue Arbeit von osa_office for subversive architecture wird ab dem 13. August im Dortmunder Hafen gezeigt.

Der Ticketverkauf startet am heutigen Mittwoch, 13. April 2016. Bis zum 22. Mai 16 gibt es einen Frühbucherrabatt von 15 % (hiervon ausgenommen sind „Manifesto“ und „URBAN PRAYERS RUHR“). Tickets sind online erhältlich unter www.ruhrtriennale.de.

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