Samstag, 30. April 2016

Oldtimertreffen im LVR-Industrie­museum Gesenkschmiede Hendrichs

Scheren, Schmiede und Oldtimer in Solingen-Merscheid

Eckfassade der Gesenkschmiede Hendrichs

„F. & W. Hendrichs – Scherenschlägerei u. Gesenkschmiede – Gegründet 1886“ – so steht es groß auf der markanten Eckfassade des LVR-Industriemuseums in Solingen. Das alte Fabrikensemble mit den Gebäuden aus roten Backsteinen, den typischen schrägen Sheddächern und den hohen Schorn­steinen hat sich kaum verändert. Von 1886 bis 1986 wurden hier Scherenrohlinge geschmiedet. Alle Maschinen, die Fallhämmer, Pressen und Fräsmaschinen, alle Werkzeuge, auch die Werkbänke für die Werkzeugmacher sind noch komplett vorhanden. Selbst der Umkleideraum mit den alten Spinden, der Waschraum mit der langen Reihe drehbarer Wasch­schüsseln, das Maschinenhaus oder das Kontor mit der klappernden Schreibmaschine, alles ist noch da. Auch die Firmenvilla der Unternehmerfamilie steht noch immer an ihrem Platz.

Oldtimertreffen im LVR-Industrie­museum Gesenkschmiede Hendrichs

Mit der Frühlingssonne beginnt auch die Oldtimer-Saison, und viele Besitzer älterer Fahrzeuge freuen sich auf die ersten Ausfahrten. Das LVR-Industriemuseum in der Gesenkschmiede Hendrichs lud am 30. April 2016 zum Zweiten Oldtimertreffen für historische PKW und Motorräder, etwa 50 historische Fahrzeuge bis Baujahr 1985 waren zu der Veranstaltung angemeldet. Nur mit der Frühlingssonne war es an diesem Tag Essig. Dem Vernehmen nach soll das Wetter auch schon beim ersten Oldtimertreffen am 25. April 2015 geschwächelt haben. Die Fahrzeuge konnten auf dem Besucherparkplatz abgestellt und in Augenschin genommen werden, der an diesem Tag für reguläre Besucher ohne Oldtimer gesperrt war.

Oldtimertreffen im LVR-Industrie­museum Gesenkschmiede Hendrichs

Buick Special Serie 40, Produktionszeitraum 1954 bis 1958

Chevrolet Corvette C3 „Stingray“, Baujahr 1976, V8, 5.700 cm³, ca. 206 PS

Citroën 11 CV Traction Avant, Baujahr 1953, 1.898 cm³, 56 PS

Drehleiter DL 30, Baujahr 1958, Fahrgestell Magirus Mercur 125, Hersteller Klöckner-Humboldt-Deutz AG, V6-Dieselmotor, 7.983 cm³, 125 PS

Drehleiter DL 30

Jaguar 340, Baujahr 1937, Sechszylinder-Reihenmotor, 3.442 cm³, 157 kW/213 PS, 190 km/h

Mercedes-Benz 170 S Cabriolet A, 1.767 cm³, 38 kW/52 PS, 120 km/h

Messerschmitt-Kabinenroller KR 200, Hersteller Fahrzeug- und Maschinenbau Regensburg, Baujahr 1959, 191 cm³, 7 kW/10,2 PS, 90 km/h

Morris Minor 1000 Kombi, Produktionszeitraum 1956 bis 1971

Wartburg 311, Baujahr 1958, Dreizylinder-Zweitakt-Vergasermotor, 900 cm³, 27 kW/37 PS, 115 km/h

Im Museum wurde an diesem Tag der wohl größte Motor auf dem Gelände in Betrieb genommen: der Herford Schiffsdiesel, mit dem ab 1956 als Ersatz für die Dampfmaschine die gesamte Maschinerie der Gesenkschmiede über eine Transmissionsanlage angetrieben wurde. Nachdem 1980 einer der beiden Zylinder gerissen war, wurde ein großer Teil der Produktionsmaschinen mit Elektromotoren versehen.

2-Zylinder Dieselmotor, Motorenfabrik Herford GmbH, Herford/Westfalen, Type GSB, Masch. Nr. 10042/43, Leistung 200 PS, Drehzahl 270 UPM, 1955. Der Dieselmotor trieb über eine Transmissionsanlage die Maschinen des gesamten Betriebes sowie zugleich einen Generator zur Stromerzeugung für den Lichtstrom an.

Fallhammer

Schmiedevorführung unter dem Fallhammer

Damastschmieden mit dem Bêché-Lufthammer

In der Schmiede wurde der schwere Bêché-Lufthammer (benannt nach seinem Erfinder Jean Bêché jr.) von einem Damastschmied in Betrieb genommen und die Herstellung von Damaszener Stahl demonstriert. Damaszener Stahl bezeichnet einen Werkstoff aus einer oder mehreren Eisen-/Stahlsorten, der in poliertem oder geätztem Zustand eine klare Struktur aus mehreren, sich abwechselnden Lagen unterschiedlichen Ausgangsmaterials erkennen lässt.

Damastschmieden mit dem Bêché-Lufthammer

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