Mittwoch, 20. April 2016

Die Spielzeit 2016/2017 am Theater Dortmund

Höhepunkte für das Musical-affine Publikum

„Sunset Boulevard“ (Pemiere 8. Oktober 2016, Opernhaus Dortmund)

„Sunset Boulevard“ – basierend auf dem gleichnamigen Billy Wilder-Film von 1950; Musik: Andrew Lloyd Webber; Lyrics und Buch: Don Black, Christopher Hampton; Buch: Ken Ludwig; Deutsche Bearbeitung: Michael Kunze; Regie: Gil Mehmert; Choreografie: Melissa King; Ausstattung: Heike Meixner; Dramaturgie: Wiebke Hetmanek; Musikalischer Leiter: Ingo Martin Stadtmüller. Darsteller: u. a. Pia Douwes (Norma Desmond), Oliver Arno (Joe Gillis), KS Hannes Brock (Max von Mayerling), Wietske van Tongeren (Betty Schaefer), Hans Werner Bramer (Cecil B. DeMille), Morgan Moody (Artie Green), Daniel Berger (Sheldrake), Joshua Whitener (Manfred), Sarah Wilken (Heather), Esther Conter/Charlotte Katzer/Susanne W. Nixel (Mary), Anneke Brunekreeft (Ursula), Yara Hassan (Jean), Martina Vorsthove (Joanna), Natascha Valentin (Katherine), Tomas Stitilis/Florian Minnerop/Pascal Cremer (Cliff), Marvin Schütt (John), Anton Schweizer (Sammy), Tomas Stitilis/Florian Minnerop/Pascal Cremer (Wunderkind), Henry Lankester (Jonesy), Alexander Sasanowitsch (Schuldeneintreiber). Uraufführung: 12. Juli 1993, Adelphi Theatre, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 8. Dezember 1995, Rhein-Main-Theater, Niedernhausen. Premiere: 8. Oktober 2016, Theater Dortmund. 14 Vorstellungen bis 22. Januar 2017

„Sunset Boulevard“ ist ein amerikanisches Filmdrama von Billy Wilder aus dem Jahr 1950, das die Geschichte der fatalen Begegnung zwischen der alternden Stummfilmdiva Norma Desmond und dem jungen Drehbuchautor Joe Gillis erzählt, der auf der Flucht vor Geldeintreibern zufällig in Normas Villa am Sunset Blvd. landet. Gloria Swanson und William Holden verkörperten die Rollen von Norma Desmond und Joe Gillis, Swansons Karriere weist starke Ähnlichkeit zu der der Filmfigur Norma Desmond auf. Norma Desmond engagiert Joe Gillis als Ghostwriter für ihr Skript zu „Salome“, das ihr zu einem Comeback im Tonfilm verhelfen soll. Joe willigt nach anfänglichen Bedenken ein und läßt sich bald auch von Norma aushalten, er ersetzt quasi den Schimpansen, den er bei seiner Ankunft beerdigen sollte. Von der eigens von Norma nur für sich und Joe inszenierten Sylvesterparty flüchtet er zu seinen Freunden und der jungen Autorin Betty Schaefer, um abermals zu Norma zurückzukehren, als er von ihrem Selbstmordversuch erfährt. Die Vorkommnisse spitzen sich zu, als Norma Desmond von Joes Sympathie zu Betty Schaefer erfährt und ihn bei ihr als Gigolo denunziert. Als Joe Norma verlassen will, erschießt ihn die völlig konfuse Filmdiva, um sich schließlich, als Reporter eintreffen und ihre Kameras aufstellen, um über den Vorfall zu berichten, in Dreharbeiten zu Salome zu wähnen. „Sunset Boulevard“ ist gleichzeitig eine sarkastische Parodie auf die Traumfabrik Hollywood, was besonders in der absurden Schlussszene deutlich wird. Andrew Lloyd Webber rekonstruierte den Film beinahe akribisch, Joes sarkastische Abrechnung mit der verlogenen Traumwelt Hollywoods ist als Titelsong der Höhepunkt des Musicals.

Nachdem Gil Mehmert „Sunset Boulevard“ erstmals bei den Bad Hersfelder Festspielen 2011 mit Helen Schneider als alternde Stummfilmdiva in Szene gesetzt hat (Premiere 21. Juni 2011, Stiftsruine, Bad Hersfeld), konnte das Theater Dortmund für seine Neuinszenierung dieser Produktion Pia Douwes für die Rolle der Norma Desmond gewinnen, die sie bereits 2008/2009 bei der Tournee durch die Niederlande und Belgien gespielt hat (Premiere 10. Oktober 2008, Koninklijk Theater Carré).


„Die Blume von Hawaii“ (Premiere 21. Januar 2017, Opernhaus Dortmund)

„Die Blume von Hawaii“ – Jazz-Operette nach der Geschichte von Liliʻuokalani, der letzten Königin von Hawaiʻi; Musik: Paul Abraham; Libretto: Alfred Grünwald, Fritz Löhner-Beda, Emmerich Földes; Bühnenpraktische Rekonstruktion der Partitur von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger; Regie: Thomas Enzinger; Choreografie: Ramesh Nair; Ausstattung: Toto; Musikalischer Leiter: Philipp Armbruster. Darsteller: u. a. Mark Weigel (Paul Abraham/Lloyd Harrison), Emily Newton (Prinzessin Laya, die „Blume von Hawaii“/Susanne Provence), Thomas Paul Marc Horus (Prinz Lilo-Taro, ihr Verlobter), Verena Barth-Jurca (Raka, eine junge Hawaiierin), Fritz Steinbacher (Reginald Harold Stone, Kapitän der amerikanischen Marine), Gaines Hall (Jim Boy, ein dunkelhäutiger amerikanischer Jazzsänger), Karen Müller (Bessi Worthington, Nichte des Gouverneurs), Jens Janke (John Buffy, Sekretär des Gouverneurs), N. N. (Lloyd Harrison, amerikanischer Gouverneur von Hawaii), N. N. (Admiral Makintosh), Ian Sidden (Kaluna, ein alter Hawaiier/Kanako Hilo, Anführer der königstreuen Gruppe), N. N. (Leutnant Sunny Hill), N. N. (Kadett Bobbie Flipps). Tanzensemble: Nicole Eckenigk, Ann-Marie Gindner, Katrin Lièvre, Melanie Oster, Fin Holzwart, Christian Hutter, Romeo Salazar, Frank Wöhrmann. Uraufführung: 24. Juli 1931, Leipzig. Premiere: 21. Januar 2017, Theater Dortmund.

Mit den Operetten „Viktoria und ihr Husar“, „Die Blume von Hawaii“ und „Ball im Savoy“ schuf Paul Abraham (* 2. November 1892 in Apatin, Serbien, † 6. Mai 1960 in Hamburg) zusammen mit den Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda Anfang der 1930er-Jahre die erfolgreichsten musikalischen Bühnenstücke in ganz Europa. Nach der Bühnenpraktischen Rekonstruktion seiner Vaudeville-Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ (Premiere 29. November 2014, Opernhaus Dortmund) haben sich Henning Hagedorn und Matthias Grimminger nunmehr der Jazz-Operette „Die Blume von Hawaii“ angenommen, die erneut vom Kreativteam um Thomas Enzinger (Regie), Ramesh Nair (Choreografie) und Toto (Ausstattung) in Szene gesetzt wird.

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