Mittwoch, 2. März 2016

World War II – und kein Ende

Erneuter Bombenfund in Essen-Holsterhausen

Das Ende Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 liegt zwar schon fast 71 Jahre zurück, aber augenblicklich verursachen Kampfmittelaltlasten in Essen beinahe wöchentlich ein mittelschweres Verkehrschaos. Erst am 12. Januar 2016 war auf der Baustelle am Europacenter an der Friedrichstraße/Holster­hauser Straße in Essen-Holsterhausen eine britische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, am 26. Februar 2016 wiederum eine Fünf-Zentner-Bombe, und fünf Tage später am 2. März 2016 eine Zweieinhalb-Zentner-Bombe.

Bundesautobahn 40 in Höhe der Freiheit

Dies ist insofern nicht verwunderlich, da das Gelände der ehemaligen Gussstahlfabrik der Friedrich Krupp AG westlich des Essener Stadtkerns nicht weit entfernt liegt und die Waffenschmiede des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg Ziel zahlreicher alliierter Luftangriffe war.

Kruppstraße

Die britische Zweieinhalb-Zentner-Bombe war mit einem Langzeit-Säurezünder versehen, weshalb eine Sprengung notwendig war. Im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen mussten mindestens rund 4.000 Anwohnerinnen und Anwohner sowie Beschäftigte aus den umliegenden Betrieben aufgefordert werden, Wohnungen und Büros zu verlassen. Die Bundesautobahn 40 sowie der Fern-, Regional- und der innerstädtische Verkehr mussten gesperrt oder großräumig umgeleitet werden.

Essen Hauptbahnhof, Anzeigetafel

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn wurde ab Dortmund über Gelsenkirchen und Oberhausen umgeleitet. Die S 2, die RB 42, S 6 und die von Abellio Deutschland betriebene Linie RB 40, die Ruhr-Lenne-Bahn, wurden nicht umgeleitet, da diese ihre Endhaltestelle am Essener Hauptbahnhof haben. Ab Duisburg wurde der Fernverkehr der Deutschen Bahn ebenfalls über Gelsenkirchen und Oberhausen nach Dortmund umgeleitet.

Essen Hauptbahnhof, RB 40 Richtung Hagen

Der Betrieb der U-Bahn-Linien U 17 und U 18 wurde ebenfalls eingestellt.

U-Bahnhof Essen Hauptbahnhof

Um 18.45 Uhr war die Zweieinhalb-Zentner-Bombe erfolgreich gesprengt worden. Insgesamt sollen knapp 220 Kräfte von Feuerwehr, den Stadtwerken, der Bundespolizei, Polizei, Essener Verkehrs-AG, Ordnungsamt, RGE Servicegesellschaft Essen, der Deutschen Bahn, des Technischen Hilfswerks sowie den entsprechenden Hilfsorganisationen für die Betreuung vor Ort im Einsatz gewesen sein.

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