Samstag, 19. März 2016

„Nacht unter Tage“ – Archäologie zum Anfassen

Aller Anfang ist schwer

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Am Freitag, 18. März 2016 gab es im LWL-Museum für Archäologie in Herne, im Deutschen Bergbau-Museum Bochum und in der U-Bahnlinie U35 zwischen den Haltestellen „Deutsches Bergbau-Museum“ in Bochum und „Archäologie-Museum/Kreuzkirche“ in Herne erstmals die Gelegenheit, eine „Nacht unter Tage“ – bei freiem Eintritt und freier Benutzung der U-Bahn – zu verbringen. Doch was nichts kostet, ist nichts wert. Zumindest konnte man an diesem Abend ein klein wenig diesen Eindruck gewinnen, denn anders als zur ExtraSchicht wurden die beiden Museen nicht von vielen tausend Besuchern gestürmt, wie man es eigentlich aus anderen Städten zur „Langen Nacht der Museen“ kennt. Umso besser für diejenigen, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen haben, an Führungen durch die Sonderausstellungen „BERGAUF BERGAB – 10.000 Jahre Bergbau in den Ostalpen“ in Bochum oder „Wildes Westfalen“ in Herne teilzunehmen oder hinter die Kulissen eines Museums zu schauen. Jede Wette, zur ExtraSchicht am 26. Juni 2016 wird es im Deutschen Bergbau-Museum Bochum, das dieses Jahr letztmalig vor dem Umbau an dem Event teilnehmen wird, wieder gerammelt voll sein und für die Turmfahrt wird es eine lange Warteschlange geben. Dazu muss man bemerken, dass es im Laufe des Abends leicht zu nieseln begonnen hatte, die Art von Nieselregen, bei der man keinen Hund vor die Tür jagd und man mit einer kostenlosen Turmfahrt auf das Fördergerüst niemanden hinter dem Ofen hervorlockt.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Stein von Linares, 3. Jahrhundert n. Chr., 1875 bei Linares gefunden. In Südspanien wurde unter römischer Herrschaft Blei- und Silberbergbau im großen Umfang betrieben. Die mitgeführten Werkzeuge weisen die von einem Aufseher begleiteten Männer auf dem Fragment als Bergleute aus.

Das Konzept der ersten „Nacht unter Tage“ konnte in jedem Fall überzeugen, und alle Beteiligten, seien es nun feste Mitarbeiter der beiden Museen oder aber freiwillige Mitwirkende wie die „Models“ bei den historischen Modenschauen im LWL-Museum für Archäologie Herne und im Deutschen Bergbau-Museum Bochum und die Musiker, haben sichtlich sehr viel Mühe in die Vorbereitung des Events gesteckt und taten an diesem Abend (fast) alles, um die Besucher bei Laune zu halten. Was ihnen IMHO auch sehr gut gelungen ist. Vier Stunden waren eigentlich viel zu kurz, um alle Angebote nutzen zu können, in jedem der beiden Museen kann man sich bequem auch ohne zusätzliche Veranstaltungen vier Stunden aufhalten, ohne dass es einem lngweilig würde. Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer, und es wäre schön, wenn die erste „Nacht unter Tage“ kein einmaliges Event bliebe, sondern daraus ein regelmäßiges Angebot erwächst.

Bergbau trifft Alphorn und Saxophon in der U-Bahn: Martin Schmidtke, Peter Lodenkemper (Alphorn), Elektrosteiger Hans Mohlek und Joel Mozes van de Pol (Saxophon)

LWL-Museum für Archäologie in Herne, Neandertaler in der Balver Höhle

Eisenzeitlicher Salzbergmann und Dame aus Bayern, 7. Jahrhundert n. Chr.

Impulsführung im Bereich Steinzeit im LWL-Museum für Archäologie in Herne

LWL-Museum für Archäologie in Herne, Bronzeamphore, Fundort Gevelinghausen, Hochsauerlandkreis, Datierung 8. Jahrhundert v. Chr.

„Bergbau trifft Archäologie“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne: Elektrosteiger Hans Mohlek und Martin Schmidtke neben der Bronzeamphore aus dem 8. Jahrhundert v. Chr.

LWL-Museum für Archäologie in Herne, vorindustrielle Eisengewinnung zur Eisenzeit, Projekt der Heinrich-Böll-Gesamtschule Bochum

Spielmann Michel im LWL-Museum für Archäologie in Herne

„Viele Hundert Jahre Geschichte“ an der Haltestelle „Archäologie-Museum/Kreuzkirche“

Montanarchäologe Manfred Linden (DBM) trifft Eisenzeitlichen Salzbergmann Fabian und Dame aus Bayern, 7. Jahrhundert n. Chr.

Marchingband „Walking Blues Prophets“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Seilfahrt im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

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