Samstag, 26. März 2016

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Eine Burg für den Bergbau

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Nachdem die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann & Co. AG die Grubenfelder in Hordel erworben und eine Doppelschachtanlage mit zwei Malakowtürmen und einem dazwischen liegenden Maschinenhaus angelegt hatte, kaufte Alfred Krupp (* 26. April 1812 in Essen, † 14. Juli 1887 in Essen) zwei Jahre nach der Förderaufnahme am 27. Juni 1872 die Zeche und baute sie zu einer Großzeche aus.

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Carl Friedrich Koepe (* 1. Juli 1835 in Bergkamen, † 12. September 1922 in Bochum) wurde zum Bergwerksdirektor ernannt und entwickelte 1877 ein neues Förderverfahren, indem er die bis dahin übliche Trommel, auf der das Seil aufgewickelt wurde, durch eine Treibscheibe ersetzte. Dabei wurde das Förderseil um die Treibscheibe herumgeführt und über eine zweite Seilscheibe in den Schacht zurückgeführt. Nach seinem Erfinder wird diese Seilanordnung auch Koepe-Förderung genannt.

Compound-Zwillingsdampffördermaschine von 1893, Hersteller Maschinenbau-Actien-Gesellschaft „UNION“, Essen

Nach dem Zusammenschluss der Zechen Hannover, Hannibal, Königsgrube, Vereinigte Constantin der Große und Mont Cenis zum Bergwerk Bochum wurde dieses am 31. März 1973 als letzter Bochumer Steinkohlen-Förderstandort stillgelegt. Vom Abbruch der meisten Tagesanlagen blieben der Malakowturm über Schacht 1 aus dem Jahr 1857, das Maschinenhaus und das Grubenlüftergebäude aus dem Jahr 1929 verschont. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe integrierte die denkmalgeschützen Gebäude in sein Industriemuseum und machte das Gelände 1995 für Besucher zugänglich. In der Maschinenhalle ist die Dampffördermaschine aus dem Jahr 1893 als ältestes Exemplar an einem Originalschauplatz im Ruhrgebiet erhalten geblieben. Sie wird regelmäßig bei Schauvorführungen im Betrieb demonstriert.

Compound-Zwillingsdampffördermaschine von 1893, Hersteller Maschinenbau-Actien-Gesellschaft „UNION“, Essen

Zeche Hannover, Maschinenhalle, vor Kopf „Altes Eisen“ von Marcus Kiel, 1998/99

Die nächste Sonderausstellung „Zwischen Ungewissheit und Zuversicht. Kunst, Kultur und Alltag polnischer Displaced Persons in Deutschland 1945 – 1955“ wird vom 17. Juni bis 30. Oktober 2016 in der Maschinenhalle gezeigt. Das nächste Dampffestival wird im Mai 2017 stattfinden und vom 14. August bis 18. September 2016 wird es auf dem Außengelände die Ausstellung „Revierkultur. Trinkhallen im Ruhrgebiet“ mit Fotografien zum „Jahr der Trinkhalle“ geben.

Informationstafel in der Maschinenhalle

Förderkorb

Zeche Hannover, Malakowturm über Schacht 1 von 1857

Drei privat errichtete Siedlungshäuser Am Rübenkamp aus den 1890er-Jahren konnten ebenfalls erhalten und in das Museum der Zeche Hannover einbezogen werden.

Arbeiterhäuser Am Rübenkamp

Bergschäden gehören „mit dazu“

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