Mittwoch, 13. Januar 2016

Vorschau: „Wunder der Natur – Die Intelligenz der Schöpfung“

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Höhepunkt der neuen Ausstellung „Wunder der Natur – Die Intelligenz der Schöpfung“ wird die Erde selbst sein: ab 11. März 2016 wird eine im Durchmesser 20 Meter große Kugel, ein originalgetreues Abbild des „blauen Planeten“ als Höhepunkt der neuen Ausstellung im 117 Meter hohen, ehemaligen Gasspeicher schweben. Einen Stoffballon mit Projektoren in eine Erdkugel zu verwandeln – das ist die spannende Aufgabe, an der derzeit mit Blick auf die kommende Ausstellung im Gasometer Oberhausen gearbeitet wird. Wie das aussehen soll zeigt die Montage.

Montage „Wunder der Natur“ im Gasometer Oberhausen unter Verwendung eines Fotos vom DLR. Bildnachweis: Gasometer Oberhausen/Thomas Wolf/DLR

Zwei Monate vor Ausstellungseröffnung nimmt der „blaue Planet“ im Gasometer Oberhausen als „Schneeball“ im 100 Meter hohen Luftraum über der Manege konkrete Formen an. Erstmals hob dieser heute von der Manege ab und ging in die Luft. Der aus 44 Stoffbahnen genähte Ballon – es handelt sich um speziellen Stoff mit einer Massenbelegung von 190 g/m² – wird mit einem Gebläse permanent auf etwa 100 Pa (entspricht 1 mbar) „aufgeblasen“ und bekommt dadurch die Form einer Kugel, wenn man von der kleinen Abweichungen durch die endliche Zahl der Stoffbahnen absieht, die der menschliche Beobachter mit dem Auge aber nicht wahrnimmt. Um den Innendruck und damit die Belastung auf die Nähte möglichst gering zu halten, befinden sich im Inneren 44 Abspannseile, die dem Gebilde die erforderliche Formtreue geben. Das etwa 280 bis 290 kg schwere Gebilde hängt an einem Seil an der Decke des Gasometers und wird später durch drei dünne Seile zu den Seiten in seiner Position fixiert, schließlich sollen für die Ausstellung „Wunder der Natur“ Satellitenbilder auf die Kugel projiziert werden, da sollte diese also möglichst nicht im Gasometer umherschaukeln. 52 in den Stoff eingenähte Sensoren sollen dafür sorgen, dass der Stoffballon über lange Zeit und bei Temperatur­schwankungen konstant seinen berechneten Druck und damit seine Kugelform sowie seine exakte Position im Gasometer beibehält.

Stoffballon im Gasometer Oberhausen

Bewegte, hochaufgelöste Satellitenbilder werden die faszinierenden Erscheinungen der Erdatmosphäre im Wechsel von Tag und Nacht und den Wandel der Jahreszeiten simulieren. 12 Projektoren werden die Satellitenbilder auf die Kugel projezieren, wobei die Projektionen aus unterschiedlichen Winkeln natürlich pixelgenau miteinander verknüpft werden müssen. Die technische Realisierung erfolgt durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dessen Earth Observation Center die Projektionsvorlagen liefert, Intermediate Engineering und geo · Die Luftwerker, die bereits Christos „Big Air Package“ und den „größten Mond auf Erden“ für die Ausstellung „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ genäht haben.

Stoffballon im Gasometer Oberhausen

Stoffballon im Gasometer Oberhausen

Stoffballon im Gasometer Oberhausen

„Die Fahrt im gläsernen Panoramaaufzug auf das Dach des Gasometers bietet einen Blick auf unseren Heimatplaneten, wie ihn sonst nur Astronauten erleben“, verspricht Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH. Tatsächlich sieht der Stoffballon mit 20 m Durchmesser von oben bereits recht klein aus. Maßstäblich blickt man in der Ausstellung „Wunder der Natur“ von hier also aus einer Entfernung von gut 56.000 km auf die Erde, das entspricht etwa einem Siebtel der mittleren Entfernung von der Erde zum Mond!

Gasometer Oberhausen

Stoffballon im Gasometer Oberhausen


Hintergrund der Ausstellung „Wunder der Natur – Die Intelligenz der Schöpfung“

Tiere und Pflanzen haben unseren Planeten zu einem einzigartigen Ort des Lebens gemacht. Die Ausstellung „Wunder der Natur“ folgt dem Wachsen und Werden auf unserem Planeten und feiert bildgewaltig ihre Intelligenz und Vielfalt. Einzigartige großformatige Fotografien und überwältigende Filmausschnitte zeigen uns die faszinierenden schöpferischen Kräfte des Lebens. Sie erzählen von ungewöhnlichen sinnlichen Fähigkeiten und genialen Strategien im Kampf ums Dasein, von der Vielfalt der sexuellen Rituale, dem Reichtum sozialer Beziehungen und dem Vermögen, mit anderen Arten zusammen zu leben. „Erst wenn wir begreifen, wie genial biologische Systeme beschaffen sind, werden wir lernen, das Leben der Pflanzen und Tiere – das sich in Milliarden Jahren entwickelt hat – faszinierender zu finden und mehr zu bewundern als alle technischen Innovationen des Menschen.“ (Robert Jungk)

Rob Kesseler – Boraginaceae. Bildnachweis: Image from Seeds – Time Capsules of Life by Rob Kesseler and Wolfgang Stubby, published by Papadakis.net, 2014

Das Leben macht unseren Planeten zu einem einzigartigen Ort. Tiere und Pflanzen haben sich tiefste Tiefen und große Höhen erobert, sie wachsen zu majestätischer Größe heran und füllen in mikroskopischer Winzigkeit noch die kleinsten Nischen. Kurator Professor Peter Pachnicke: „Die Besucher entdecken die Genialität der biologischen Systeme im Großen wie im Kleinen und lernen, wie sich die Formen des Lebens ständig verändern, sich überlisten und auch mit andern verbünden.

Fledermaus von Christian Ziegler. Bildnachweis: Christian Ziegler

Zu den namhaften internationalen Fotografen, die im Rahmen der rund 150 großformatigen Abbildungen aus der Tier- und Pflanzenwelt der Ausstellung vertreten sein werden, gehören Ingo Arndt, James Balog, Bence Máté, Jürgen Freund, Manfred Kage, Rob Kesseler, Heidi und Hans-Jürgen Koch, Frans Lanting, Tim Laman, David Maitland, Oliver Meckes und Nicola Ottawa, Lennert Nilsson, Ondrej Pakan, Anup Shah, Solvin Zankl und Christian Ziegler. Filmsequenzen aus bekannten naturwissenschaftlichen Serien wie „Planet Erde“ steigern die anschauliche Wirkung der Bilder.

Die Ausstellung „Wunder der Natur – Die Intelligenz der Schöpfung“ wird vom 11. März bis 30. Dezember 2016 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein, während der Schulferien in Nordrhein-Westfalen auch montags. Der Gasometer Oberhausen ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2016 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt in die Ausstellung „Wunder der Natur – Die Intelligenz der Schöpfung“. Gilt nicht bei Sonder­veranstaltungen. Weitere Informationen unter www.gasometer.de.

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