Samstag, 2. Januar 2016

Jahresvorschau 2016

Darauf kann man sich 2016 freuen

Dieses Jahr sind die Kultur- und Freizeitkalender wieder prallvoll mit Terminen gefüllt, da dürfte sich für jeden das Passende finden lassen. Hier eine kleine Auswahl, unter völlig persönlichen Gesichtspunkten zusammengestellt…


LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen
Das Elektroauto steht im Fokus der aktuellen Diskussion. Wird es unsere Mobilität verändern? Seit 100 Jahren gibt es immer wieder Anläufe, den elektrischen Antrieb im Automobil zu etablieren, mit bisher wenig Erfolg. Aber die Rahmen­be­dingungen unserer Energiewirtschaft und unseres Kommunikationsverhaltens haben sich verändert. Warum dadurch der aktuelle Versuch, elektrischen Individualverkehr zu schaffen, erfolgreicher sein könnte, zeigt die Sonderausstellung „Aufgeladen! Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ mit historischen und aktuellen Exponaten, Medien und Begleitveranstaltungen vom 18. Februar bis 27. November 2016 in der Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen. Die Ausstellung wurde vom Deutschen Museum München konzipiert und war vom 19. Dezember 2012 bis 15. September 2013 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums zu sehen, vom 25. Oktober 2013 bis 2. März 2014 im Verkehrsmuseum Dresden und vom 30. März bis 6. Juli 2014 im Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

„Aufgeladen! Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, Vergangenheit und Gegenwart: ein Slaby-Behringer Elektrowagen aus dem Jahr 1922 und ein Renault Fluence Z. E. aus dem Jahr 2011. Foto: Deutsches Museum


Gasometer Oberhausen
Höhepunkt der neuen Ausstellung im Gasometer Oberhausen soll die Erde selbst sein. Sie wird als 20 Meter große Kugel im 100 Meter hohen Luftraum zu sehen sein. Bewegte, hoch aufgelöste Satellitenbilder werden detailgenau auf die Kugel projiziert. Die Fahrt im gläsernen Panorama-Aufzug auf das Dach des Gasometers bietet anschließend einen Blick auf den blauen Planeten, wie ihn sonst nur Astronauten erleben. Neben dieser Installation zeigt die Schau „Wunder der Natur“ vom 11. März bis 30. Dezember 2016 großformatige Fotos und Filmausschnitte, die bildgewaltig die Intelligenz und Vielfalt des Lebens feiert.

Montage „Wunder der Natur“ im Gasometer Oberhausen unter Verwendung eines Fotos vom DLR. Bildnachweis: Gasometer Oberhausen/Thomas Wolf/DLR


Ruhr Museum Essen
Der Dortmunder Erich Grisar (* 11. September 1898 in Dortmund, † 30. November 1955 in Dortmund), bislang als Arbeiterschriftsteller bekannt, wird in der Galerieausstellung „Erich Grisar. Ruhrgebietsfotografien 1928 – 1933“ (14. März bis 28. August 2016) erstmalig als Fotograf entdeckt. Zwischen 1928 und 1933 hat Erich Grisar zahlreiche fotografische Serien zu den Themen Kindheit, Arbeit und Industrie sowie städtisches Leben angefertigt. Ihn interessierten besonders die Härten des Alltags im Arbeitermilieu, die er einfühlsam dokumentierte.

Fotografie von Erich Grisar; © Stadtarchiv Dortmund, Foto: Erich Grisar

Sechs Jahrzehnte Musikgeschichte des Ruhrgebiets stehen in der Ausstellung „Rock und Pop im Pott“ (5. Mai 2016 bis 28. Februar 2017) auf dem Programm des Ruhr Museums. Den Anfang macht das Jahr 1956 mit seinen Jugendkrawallen und Protesten in Dortmund aufgrund des Films „Außer Rand und Band“ mit Bill Haley, dem König des Rock ’n’ Roll. Welche weiteren Musikhits und Stars bis heute für Tumulte oder kollektive Hysterie sorgten, verrät die Ausstellung um Beats und Breaks mit Platten, Postern, Instrumenten, Bühnenoutfits und vielem mehr, was Musik besonders macht. Die Besucher erwartet eine aufregende Reise durch die Musikszene des Reviers und ihrer Genres: vom Beat der 1960er über Kraut-, Deutsch- und Folkrock, Hard & Heavy und Punk, die Neue Deutsche Welle, Hip Hop, Techno bis hin zur Weltmusik.

Mumienmaske einer Frau, römisches Ägypten, Ende 2. Jh. n. Chr.; © Ruhr Museum, Foto: Jens Nober

In der Reihe der Sammlungsausstellungen zeigt das Ruhr Museum in der Galerieausstellung „Ausgegraben. Archäologie im Ruhr Museum“ (3. Oktober 2016 bis 7. Mai 2017) die Glanzstücke seiner Archäologischen Sammlung. Die beeindruckende Bandbreite der präsentierten Fundstücke reicht von Steinwerkzeugen aus den Anfängen der Menschheit über die Kunst der antiken Hochkulturen des Mittelmeerraums bis hin zu Zeugnissen der heimischen Alltagskultur im Industriezeitalter.


LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels
Vom 3. April bis 30. Oktober 2016 wird in Engelskirchen die Sonderausstellung „Glanz und Grauen“ zur Kleidung im „Dritten Reich“ zu sehen sein, die bereits erfolgreich in den LVR-Industriemuseen Ratingen und Euskirchen sowie im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt gezeigt wurde.


Messe Essen
Vom 6. bis 10. April 2016 wird in der Messe Essen die 28. Techno-Classica Essen 2016 stattfinden, die Weltleitmesse der Klassik-Branche.

Bentley 8 Litre, Baujahr 1930, 7.983 cm³, 220 PS (160 kW), 168 km/h


Internationaler Museumstag
Am 22. Mai 2016 findet der Internationale Museumstag unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ statt, bei dem auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der etwa 6.500 Museen in Deutschland aufmerksam gemacht werden soll.


LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop
Auf der einen treffen sich die Reichen und die Schönen, die andere gilt als Refugium für Individualisten und Naturliebhaber, die dritte schließlich lockt die Massen und Stars an – das Image von Sylt, Hiddensee und Mallorca könnte unterschiedlicher kaum sein. Und doch haben die drei Inseln eines gemeinsam: Sie gehören seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Stimmen die Klischees? In der Ausstellung „Reif für die Insel“ (25. Mai 2016 bis 12. März 2017) hinterfragt das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) die gängigen Bilder von Edelbar und Ballermann. Objekte und Fotos, Urlaubskataloge, Postkarten und Fotoalben zeigen, wie sich der Fremdenverkehr auf den drei „deutschen Inseln“ im Norden, Osten und Süden verändert hat. Bademode, Musik, Filme und Souvenirs wecken Urlaubsgefühle und nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise an Promenade und Strand.

Urlaubsidylle auf Hiddensee. Foto: LWL/Hudemann


Halde Haniel in Bottrop
Die Bottroper Halde Haniel wird 2016 erneut Schauplatz einer großen Opernproduktion. Die Vorbereitungen für die Inszenierung von Wagners „Fliegendem Holländer“ haben bereits begonnen. Regie wird Thomas Grandoch führen, der im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 bereits „Aida“ auf die Halden-Bühne brachte. Für die Orchesterbegleitung wurde die Neue Philharmonie Westfalen unter der musikalischen Leitung von Valtteri Rauhalammi gewonnen. Mit Bastiaan Everink konnte ein Bariton des Ensembles der Deutschen Oper Berlin für die Rolle des Holländers gewonnen werden, der diese Partie bereits mehrfach gesungen hat. Die weiteren Rollen werden von Michael Tews (Daland, ein norwegischer Seefahrer), Elisabeth Otzisk (Senta, seine Tochter), Martijn Sanders (Zweitbesetzung Holländer), Lars-Oliver Rühl (Erik, ein Jäger), Almuth Herbst (Mary, Sentas Amme) und Christian Sturm (Steuermann) übernommen. Die Premiere ist für den 31. Mai geplant. Weitere Vorstellungstermine: 2., 3., 5., 6., 8. und 9. Juni 2016.

BergArena auf der Halde Haniel


Emscherkunst
Die dritte Auflage der Emscherkunst verwandelt den öffentlichen Raum entlang der Emscher wieder in eine riesige Ausstellungsfläche. Vom 4. Juni bis 18. September 2016 heißt es in Holzwickede, Dortmund, Castrop-Rauxel, Recklinghausen und Herne: „Entdecke die Kunst“ – open air und kostenlos. Präsentiert werden mehr als 25 Arbeiten internationaler Künstler, u. a. die begeh- und bewohnbare Brückenskulptur „Warten auf den Fluss“ der Rotterdamer Künstlergruppe Observatorium. Veranstalter sind Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr.

EMSCHERKUNST.2013: „Warten auf den Fluss“


ExtraSchicht
Sie ist das Kulturevent schlechthin im Ruhrgebiet: die ExtraSchicht. Am 25. Juni 2016 feiert die Metropole Ruhr zum 16. Mal die lange Nacht der Industriekultur. Im Mittelpunkt stehen die industriellen Stätten in der Region, die mit einem bunten kulturellen Programm bespielt werden – und das im gesamten Ruhrgebiet. Lichtkunst, Konzerte, Lesungen, Performances, Artistik, Führungen und vieles mehr erwarten die Besucher, die mit Shuttlebussen zu den Veranstaltungsorten fahren können.

ExtraSchicht 2013: Privatbrauerei Moritz Fiege, Opel Blitz, Erstzulassung Oktober 1949


LVR-Archäologischer Park Xanten
Am 25. und 26. Juni 2016 öffnet der Archäologische Park Xanten seine Tore für Europas größtes Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“. Rund 500 römische Akteure zeigen ihr Können live beim Handwerken, Kochen, Kämpfen und Musizieren. Während Truppenparaden, Reiterspiele und die Gladiatorenkämpfe großformatige Unterhaltung mit hohem Informationsgehalt bieten, zeigen Handwerker und Händler aller Art ihre originalgetreu hergestellten Waren.

Großer Festzug der Legionäre zum Amphitheater


LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Anlässlich der Eröffnung der historischen Gebläsehalle präsentiert das LWL-Industriemuseum in der Ausstellung „Technophilia“ (ab 9. August 13. September 2016) Objekte aus Keramik und Eisen des Ingenieurs und Künstlers Gerhard Hahn. Seine Arbeiten verknüpfen die in aller Regel getrennten Ebenen menschlichen Schaffens: hier das anonym erzeugte Industrieprodukt, dort das authentische Kunstwerk.

Objekte von Gerhard Hahn sind ab 9. August 13. September in der Gebläsehalle Hattingen ausgestellt. Foto: LWL/Hudemann


Theater Bonn
Das Theater Bonn zeigt in der Spielzeit 2016/2017 das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Lyrics, Buch) nach der Lebensgeschichte von Eva Perón mit
  • David Jakobs als Che,
  • Bettina Mönch als Eva Perón,
  • Mark Weigel als Juan Perón,
  • Eva Löser als Mistress, Peróns Geliebte vor Eva,
  • Johannes Mertes als Agustín Magaldi,
  • Yoko El Edrissi (Dance Captain)
in einer Neuinszenierung von Gil Mehmert, Kati Farkas zeichnet für die Choreografie verantwortlich, Jürgen Grimm für die Musikalische Leitung. Premiere ist am 4. September 2016.


LWL-Museum für Archäologie in Herne
Die Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ eröffnet erstmalig in Europa Einblicke in Vietnams nahezu unbekannte Kulturschätze. Anhand der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen 50 Jahre begibt sich der Ausstellungsbesucher auf eine Reise durch mehr als zehn Jahrtausende Kulturgeschichte dieses Landes – von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Präsentiert werden spektakuläre Funde, die noch nie außerhalb Vietnams zu sehen waren. Die Ausstellung versammelt Exponate historisch bedeutsamer Fundplätze, wie aus der hinduistischen Tempelstadt My Son und dem Kaiserpalast Thang Long („Aufsteigender Drache“) in Hanoi, die den Rang von UNESCO Weltkulturerbe-Stätten besitzen.

Ansichten aus einem ebenso fernen wie vielseitigen Land: Im LWL-Museum für Archäologie in Herne sind 2016 erstmals in Deutschland besondere archäologische Exponate aus Vietnam zu sehen. Foto: LWL/Andreas Weisgerbe

Die Schirmherrschaft über das Ausstellungsprojekt hat der deutsche Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier übernommen. Die Premiere findet vom 7. Oktober 2016 bis 28. Februar 2017 im LWL-Museum für Archäologie in Herne statt, anschließend ist die Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz und in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen.


LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Stiftung Kloster Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn)
Wer war Martin Luther? Und wer ist Luther heute? Zum Auftakt des 500. Reformationsgedenkens zeigt die Stiftung Kloster Dalheim im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur (Kreis Paderborn) vom 31. Oktober 2016 bis 12. November 2017 die Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“. Beginnend mit der 400-Jahrfeier des Thesenanschlags im Kriegsjahr 1917 folgt die Ausstellung der Auslegung und Wahrnehmung der Lehren Martin Luthers durch 100 Jahre deutsche Geschichte bis in die Gegenwart. Sie zeigt die Indienstnahme Luthers durch den Nationalsozialismus ebenso wie die zwiespältige Haltung des SED-Regimes in der DDR.
Welches Verhältnis hatten Bürger und Politik in der Bundesrepublik Deutschland vor und nach der Wende zu dem Reformator? Und welches heute, 500 Jahre nach den Thesen von Wittenberg? Ausgehend vom Martin Luther des 16. Jahrhunderts zeigt die Schau auf rund 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Entwicklung einer historischen Person zu einer Schicksalsfigur der Deutschen.

Plakat zur Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“ der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur. Foto: LWL


Metronom Theater Oberhausen
Noch vor der Premiere von „Das Phantom der Oper“ wurde bekannt, dass im Herbst 2016 Disneys Musical „Tarzan“ basierend auf dem gleichnamigen Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios (1999) und dem Roman „Tarzan bei den Affen“ von Edgar Rice Burroughs den Mann mit der Maske im Metronom Theater Oberhausen beerben wird.

Tarzan, © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

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