Donnerstag, 21. Januar 2016

„American Pop Art“

Meisterwerke massenhaft von Robert Rauschenberg bis Andy Warhol aus der Sammlung Heinz Beck

Mit dem Aufkommen der Pop Art in Amerika werden nicht nur Motive des Alltags wie Comics, Fahnen oder Suppendosen kunstwürdig. Auch die Frage des Originals und Geniekultes wird – ganz im Sinne der Nachfolge von Marcel Duchamp – diskutiert. Dies führt unter anderem dazu, dass Künstler beginnen, ihre Siebdrucke, aber auch Objekte, als ars multiple, als Meisterwerke massenhaft, aufzulegen. Kunst für alle ist die Devise, die zu einer eigenen Ausprägung und zu eigenwilligen Formen führt. Die Popularisierung der Kunst zeigt sich auch darin, dass Idole und Fetische nun zu Haupt­dar­stellern werden. Die Beatles oder Marilyn Monroe, Jacky Kennedy oder Queen Elisabeth, das Auto oder der Schuh treten prominent ins Bild und geben die Konsumwelt nun im Museumsformat wieder.

Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen beherbergt mit der Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwaltes Heinz Beck (* 27. Juli 1923 in Meerane, Sachsen, † 26. März 1988) ein großartiges Konvolut an Werken der 1960er und 1970er-Jahre. Die besondere Ausprägung dieser Sammlung liegt in Becks Vorliebe für Auflagen und Multiples, die genau den Wunsch der damaligen Zeit nach einer demokratisierten Kunst beeindruckend widerspiegelt. Heinz Beck begann seine Sammlung mit Papierarbeiten des Kubismus und der École de Paris. Ab den 1960er-Jahren wandte er sich konsequent der amerikanischen und europäischen Pop Art zu. 1989 wurde seine über 2.600 Werke umfassende Sammlung an das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen übergeben. Nach „Andy Warhol – Pop Artist“ (19. Januar bis 18. Mai 2014) zeigt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erstmals eine Auswahl der amerikanischen Pop Art, die nicht nur das besondere Vorgehen einer zentralen Figur wie Andy Warhol, sondern einer ganzen Strömung verdeutlicht. Editionen wie „7 in a box“ von 1966 oder „Ten from Leo Castelli“ (mit Werken von Lee Bontecou, Jasper Johns, Donald Judd, Roy Lichtenstein, Robert Morris, Larry Poons, Robert Rauschenberg, James Rosenquist, Frank Stella und Andy Warhol) von 1967/68 geben Einblicke in Künstler­freund­schaften und Kunstmarktverhalten.

Neben Christos Verpackungskunstwerken wie „Der Spiegel Magazine Empaqueté“ (1963), „Wrapped Roses (Verpackte Rosen)“ (1968) oder dem Plakat zur 4. documenta 1968 in Kassel, welches sein „5600 Cubicmeter Package“ zeigt, sind Pop-Art-Klassiker wie die Campbell-Suppendose, das knallbunte Marilyn-Monroe-Porträt oder „Flowers“ von Andy Warhol, Mel Ramos’ „Commercial Pin-Ups“ wie „Colgate“ (1964), „Virnaburger“ (1965), „AC Annie“ (1971), „Lola Cola“ (1972), „Della Monty“ (1972) und „Tobacco Red“ (1972), „Vicky!“ (1964) und „Crak“ (1964) in der Rastertechnik von Roy Lichtenstein sowie „Nose Handkerchief“ (1968) und „Geometric Mouse“ von Claes Oldenburg u. a. in der Ausstellung zu sehen.

„American Pop Art – Meisterwerke massenhaft von Robert Rauschenberg bis Andy Warhol aus der Sammlung Heinz Beck“ in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zeigt vom 24. Januar bis 16. Mai 2016 140 Werke von Arman (Armand Fernandez), Art Workers Coalition, Richard Bernstein, Christo, Robert Cottingham, Allan D’Arcangelo, Jim Dine, Don Eddy, Richard Estes, Hans-Dietrich Froese, Ralph Goings, Robert Graham, Eila Hershon, Robert Indiana, Alain Jacquet, Jasper Johns, Howard Kanovitz, Allan Kaprow, Alex Katz, Edward Kienholz, R. B. Kitaj, Roy Lichtenstein, Liliane Lijn, Robert W. Munford, Lowel B. Nesbitt, Claes Oldenburg, Mel Ramos, Robert Rauschenberg, Larry Rivers, James Rosenquist, Edward Ruscha, George Segal, Robert Stanley, Alan Turner, Andy Warhol und Tom Wesselmann. Zur Ausstellung ist ein 16-seitiges Booklet mit einem Beitrag von Christine Vogt und sieben farbigen Abbildungen zum Preis von 4 Euro erschienen.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt regulär 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2016 und bietet den Inhabern der Erlebnis­karte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt in eine der Ausstellungen. Übrigens, vom 6. März bis 8. Mai 2016 ist im Mülheimer Kunstmuseum am Synagogenplatz unter dem Titel „I like FORTSCHRITT – German Pop reloaded“ das deutsche Pendant zur „American Pop Art“ zu sehen.

Keine Kommentare: