Montag, 14. Dezember 2015

„Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum

Was lange währt…

Ein Kunstwerk von vielen und ein zentraler Ort für die europäische Idee – vor Jahren folgten die ersten Bewohner der Stadt Bochum im Ruhrgebiet der Einladung des international renommierten deutschen Künstlers Jochen Gerz (* 4. April 1940 in Berlin) und gaben Europa ein Versprechen. Sein Versprechen behielt jeder Teilnehmer für sich. Dafür sollten ihre Namen auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ eingeschrieben werden. Die Zahl der Menschen aus Deutschland und schließlich aus ganz Europa wuchs und bald füllten tausende Namen den neuen Platz. Heute sind 14.726 Namen in die 63 Basaltsteinplatten auf dem 3.000 Quadratmeter großen Platz im Stadtzentrum eingraviert und jeder steht für ein Versprechen.

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

Ein Jahrzehnt hat die Fertigstellung des Auftrags der Stadt Bochum gedauert. Und, wie so oft in seiner Geschichte, hat sich Europa in dieser Zeit verändert. Was bedeutet das für die Versprechen, die um die Jahrtausendwende gegeben wurden? Was für eine Zukunft sahen die Bürger Europas vor sich? Die Frage, die der Platz Besuchern und Passanten heute stellt, ist die gleiche wie gestern. Was ist dein Beitrag zur Zukunft? Die Zukunft gehört denen, die sie sich heute vorstellen. Der neue Platz ist ein Denkmal für etwas, das es noch nicht gibt, auf einer Tafel im Eingangsbereich der Christuskirche ist zu lesen, „Der Platz des europäischen Versprechens ist das Zukunfts­projekt der Kulturhauptstadt.“

Einbau der Basaltlavaplatten auf dem Platz vor der Christuskirche

Am letzten Tag des europäischen Kulturhauptstadtjahrs RUHR.2010 sollte der „Platz des europäischen Versprechens“ eingeweiht werden, doch daraus wurde nichts, wegen Lie­fer­eng­päs­sen beim Stein­ma­te­rial muss­ten die Arbei­ten Anfang Novem­ber 2010 unter­bro­chen wer­den, und der Winter machte in der Folge weitere Arbeiten unmöglich. Später wurde der Platz baulich fertiggestellt, doch die Felder für die Namen bleiben leer. In der Zwischenzeit war beinahe schon „Gras über die Sache gewachsen“, aber im Oktober 2015 begann schließlich der Einbau der Basaltlavaplatten auf dem Platz vor der Christuskirche, und am 11. Dezember 2015 wurde der „Platz des europäischen Versprechens“ mit großem Brimborium eingeweiht. Die Gesamtkosten für das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Kunst- und Kulturprojekt „Platz des europäischen Versprechens“ betragen insgesamt 3.350.000 Euro. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem künstlerischen Prozess der Einladung (520.000 Euro), den Namen, Stein und der Gravur (1.650.000 Euro) und den Kosten für den Platzumbau (1.180.000 Euro). Der Anteil der Stadt Bochum an den Gesamtkosten beträgt 1.575.000 Euro.

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

Der neue Oberbürgermeister der Stadt Bochum Thomas Eiskirch äußert sich zum Platz: „Die Terror-Anschläge in Frankreich entsetzen uns. Wir sind fassungslos über den Hass, der sich unter uns in Europa auftut. Europa muss sich als starke Einheit beweisen und gemeinsam die Heraus­forderungen annehmen und Lösungen finden. Für uns ist es wichtig, sich zu Europa zu bekennen und die europäische Idee zu leben. Ein zentraler Ort dieser Idee ist der „Platz des europäischen Versprechens“. Fast 15.000 Menschen aus aller Welt sind der Einladung gefolgt, ein Versprechen für Europa zu geben. Mit der Fertigstellung und Eröffnung des „Platz des europäischen Versprechens“ setzt Bochum ein Zeichen für Demokratie. Für das friedliche Miteinander, für den Respekt vor dem Anderen. Für Europa.“

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

„Platz des europäischen Versprechens“ vor der Christuskirche

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