Sonntag, 29. November 2015

Weihnachtsmarkt im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg

Das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg ist Teil des Schleusenparks Waltrop, der von vier Abstiegs­bau­werken gebildet wird und am Rhein-Herne- und Dortmund-Ems-Kanal liegt. Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde als erstes Bauwerk seiner Art am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Mit seiner Hilfe konnten Schiffe mit bis zu 67 Metern Länge, 8,2 Metern Breite, 2 Metern Tiefgang und 800 Tonnen Gewicht mühelos einen Höhen­unter­schied von 14 Metern überwinden. Es wurde 1970 endgültig stillgelegt und verfiel zunächst. 1979 beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das technische Denkmal als Standort des Westfälischen Industriemuseums (heute LWL-Industriemuseum) aufzubauen. Im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus kann man den relativ kleinen Elektromotor mit Pumpe in Augenschein nehmen, der zum Betrieb des mit fünf Schwimmerschächten ausgestatteten Hebewerks benötigt wurde, um den Trog mit einem – nach dem Archimedischen Prinzip unabhängig vom Gewicht des in ihm befindlichen Schiffs – Gesamtgewicht von 3.100 Tonnen in zweieinhalb Minuten (!) den Höhen­unter­schied überwinden zu lassen. Eine kompletter Hub- und Senkvorgang einschließlich Ein- und Ausfahrt dauerte 25 Minuten.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Unterwasser

Am ersten Adventswochenende öffnet der Weihnachtsmarkt im Schiffshebewerk Henrichenburg wieder seine Pforten, bei dem die Besucher am stimmungsvoll beleuchteten Ober- und Unterwasser im LWL-Industriemuseum über den Markt schlendern können. Da der Eintritt an beiden Tagen frei ist, löste die Veranstaltung zumindest am Samstagnachmittag ein mittelschweres Verkehrschaos rund um das Schiffshebewerk Henrichenburg aus, da die Parkplatzsituation entsprechend angespannt und die Ampelanlage an der Wittener Straße obendrein ausgefallen war. Offensichtlich ist die Veranstaltung recht beliebt, sonst wäre auf den Straßen in der näheren Umgebung nicht die Hölle los.

Schiffshebewerk Henrichenburg, Oberwasser

Das Warenangebot unterscheidet sich aus meiner Sicht nicht sonderlich von dem üblichen Angebot auf Weihnachtsmärkten, immerhin gibt es auf dem Museumsschiff „Franz-Christian“ einen „Märchenonkel“, und für die ganz Kleinen ein Kinderkarussell. Für Interessierte ist augenblicklich im Hafengebäude am Oberwasser des Schiffshebewerks auch die Ausstellung „Wanderarbeit: Mensch – Mobilität – Migration“ zu historischen und modernen Arbeitswelten zu sehen.

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