Donnerstag, 19. November 2015

„Die Roboter“

Eine Ausstellung zum Verhältnis von Mensch und Maschine

Sie arbeiten wie wir, sie denken wie wir und sie sehen aus wie wir. Oder doch (noch) nicht? Das komplexe Zusammenspiel zwischen Menschen und Masachinen ist vom 21. November 2015 bis 25. September 2016 Thema der neuen DASA-Ausstellung „Die Roboter“.

„Robothespian“ begrüßt die Besucher am Eingang der DASA-Ausstellung „Die Roboter“

In einem vielgestaltigen Streifzug lädt die DASA Arbeitswelt Ausstellung dazu ein, die Welt der Robotik neu zu entdecken. Fünf aufwendig gestaltete Ausstellungsbereiche mit rund 200 Objekten und Leihgaben aus aller Welt geben auf rund 800 Quadratmetern einen Einblick in Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer der folgenreichsten Beziehungen unserer Zeit.

Chinesischer Abakus (Modell), Original um 1100 v. Chr.

Dabei geht es um besondere Erfindungen, richtungsweisende Techniken und revolutionäre Ideen. Sie zeigen, wie sich der Mensch Werkzeuge schafft, die über ihn hinauswachsen. Die Besucher treffen auf unheimliche mechanische Puppen, fliegende Alleskönner und emsige „Mitarbeiter“ in Fabriken, Landwirtschaft und im All.

Rechenmaschine (Modell), Original 1623. Anfang des 17. Jahrhunderts baute der deutsche Mathematiker Wilhelm Schickard (* 22. April 1592 in Herrenberg, † 23. Oktober 1635 in Tübingen) die erste mechanische Rechenmaschine, bei der Zahnräder mit je 10 Zähnen des Addieren einzelner Teilergebnisse ermöglichen.

Nach einem Panorama an Ideen und Vorstellungen warten wirkliche Roboterwelten auf die Besucher. Ganz gleich ob sie schweißen oder montieren, tauchen oder fliegen, sich streicheln lassen oder das Essen reichen: Die Hightech-Kameraden haben längst die Fabrikhallen verlassen und dringen immer weiter in unseren Alltag vor. Zu sehen gibt es Automatenfiguren azs vergangenen Jahrhunderten, Filmausschnitte und erstaunliche Dinge wie automatische Melker für den Kuhstall, intelligente Bombenentschärfer und Roboter-Katzen als Kuscheltierersatz im Pflegeheim.

Japanischer Tischautomat Karakuri ningyō (Nachbau), Original um 1850

Doch die Maschinen sind nicht nur scheinbar überall. Sie gehen auch unter die Haut: als Prothesen und Implantate. Die Ausstellung beschäftigt sich in einem umfangreichen medizin- und orthopädietechnischen Bereich mit dem Reparieren, Optimieren und Erweitern des menschlichen Körpers. Vom Holzbein bis zur Carbonprothese von Weitsprung-Rekordhalter Markus Rehm, vom Hörrohr bis zum Gehörcomputer: Der Mensch entwickelt ständig neue Technologien, die ihm helfen, das Leben besser zu gestalten.

Mechanische Puppe Creeping Baby Doll, um 1870. Ab etwa 1850 werden in Europa und Nordamerika mechanische Spielzeugpuppen hergestellt. Sie ahmen Laute und Bewegungen des menschlichen Körpers nach. Anders als die Automaten sind sie für den täglichen Gebrauch konzipiert. Die 1871 in den USA patentierte Creeping Baby Doll kann über ein aufziehbares Räderwerk kriechen. Nur wenige Exemplare werden verkauft: Die Puppe wirkt auf Kinder abschreckend.

Die DASA-Ausstellung stellt nicht zuletzt die Frage, welchen Stellenwert wir unseren neuen Kollegen geben. Macht es nur Spaß oder hat es auch Sinn, von einem Roboter angesprochen, gezeichnet oder nachgeahmt zu werden? „Die Roboter“ sucht gemeinsam mit den Besuchern nach Antworten.

Der selbstfahrende Roboter von MetraLabs führt die Besucher durch die Ausstellung

Figuren-Automat Mechanischer Clown „Grock“, um 1920

Automat Dienerin des Philon von Byzanz (Nachbau), Original um 250 v. Chr. Philon von Byzanz (ca. 280 bis 230 v. Chr.) beschreibt in seinem Werk „Mechanike syntaxis“ („Handbuch der Mechanik“) mit Luft oder Wasser betriebene Automaten. Darunter ist auch die „Automatische Dienerin“, eines der ältesteb Beispiele für eine Machine in menschlicher Gestalt.

Therapieroboter „JustoCat“, 2015. „Justocat“ ist eine Roboter-Katze, die für den Einsatz in Pflege und Betreuung von Menschen mit fortgeschrittener Demenzerkrankung gedacht ist.

TamaGotchi, Bandai Namco. Wer erinnert sich noch? Der „Hype“ in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre. Wessen TamaGotchi überlebte damals am längsten? Der Unterhaltungsroboter sorgte für Fürsorge-Gefühle. Er brauchte ständige Aufmerksamkeit. Wir gaben sie einem Ding…

Maschinen-Mensch aus dem Film „Metropolis“ (Nachbau), 1926. Die von Walter Schulze-Mittendorf (* 31. Januar 1893 in Berlin, † 14. August 1976 in Berlin) geschaffene Figur ist eine der einflussreichsten Robotergestalten der Filmgeschichte. Brigitte Helm spielte in dem Stummfilm „Metropolis“ von Fritz Lang (* 5. Dezember 1890 in Wien, † 2. August 1976 in Beverly Hills, Kalifornien) die Doppelrolle Maria/Maschinenmensch.

NAO, ein humanoider Roboter des französischen Roboterherstellers Aldebaran Robotics. Der NAO ist so gestaltet, dass die meisten ihn als niedlich und freundlich empfinden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erforscht mit Hilfe von NOA, ob Menschen Roboter als gleichwertige Kollegen annehmen.

Schweißroboter VW/K15, 1975

Beatmungsmaschine Eiserne Lunge, um 1950

Die DASA Arbeitswelt Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, ab 1. Januar 2016 auch montags von 9 bis 17 Uhr. Sie ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt in die Dauerausstellung und eine zeitgleich laufende Wechselausstellung.

Felix, the Robot. Roboter Felix kann Gesichtsausdrücke erkennen und nachahmen. Aber versteht er auch unsere Gefühle? Diese Frage stellt sich nur, weil wir dazu neigen, auch unbelebten Gegenständen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Heute können Roboter noch keine Gefühle erkennen und erst recht keine eigenen Gefühle entwickeln.

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