Freitag, 2. Oktober 2015

„Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum

Fertigstellung des Projekts von Jochen Gertz beginnt

Der „Platz des europäischen Versprechens“ ist eine Einladung an die Bürger Europas, Europa ein Versprechen abzugeben. Die Versprechen werden nicht veröffentlicht. An ihrer Stelle werden die Namen aller Teilnehmer in den Steinboden auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum eingeschrieben. Sie sind Autoren des neuen Platzes.

Ein Kunstwerk für viele und ein zentraler Ort der europäischen Idee – die Stadt Bochum und die evangelische Christuskirche Bochum verfolgen diese Vision des partizipativen Kunstwerks zum Thema Europa des international renommierten Konzeptkünstlers Jochen Gerz (* 4. April 1940 in Berlin). Hierzu wurden seit 2004 Menschen aus Bochum, der Metropole Ruhr und ganz Europa eingeladen, ihr persönliches Versprechen abzugeben. Das Versprechen bleibt das Geheimnis eines jeden Teilnehmers und einer jeden Teilnehmerin. Der Einladung aus Bochum folgten 14.726 Menschen aus aller Welt. Mehr Namen können den neuen Platz nicht füllen.

Die bauliche Manifestation dieser Idee ist die Einschreibung der Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt 21 Basaltlavaplatten (5,40 Meter × 3,80 Meter) aus Armenien. Nach der bereits 2009 erfolgten Verlegung der ersten Namensplatte im Turm der Christuskirche und der anschließenden baulichen Vorbereitung, folgt nun der abschließende Schritt zur Fertigstellung des „Platz des europäischen Versprechens“. Einen öffentlichen Platz, den die Namen lebender Menschen schmücken, wird es weltweit nur einmal geben.

Namenstafel im Eingangsbereich des Turms der Christuskirche

Die vorbereitenden Bauarbeiten und die Einrichtung der Baustelle beginnen am 5. Oktober 2015. Die Ankunft der ersten Platten auf dem Platz ist für den 6. Oktober 2015 geplant. Bis Dezember 2015 sollen sämtliche Platten auf dem 3.000 Quadratmeter großen Platz eingebaut worden sein. Die offizielle Eröffnung soll im Dezember 2015 stattfinden. Schau’n mer mal… ursprünglich war die Eröffnung im Dezember 2010 vorgesehen. Die Gesamtkosten für das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Kunst- und Kulturprojekt „Platz des europäischen Versprechens“ betragen insgesamt 3.350.000 Euro. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem künstlerischen Prozess der Einladung (520.000 Euro), den Namen, Stein und der Gravur (1.650.000 Euro) und den Kosten für den Platzumbau (1.180.000 Euro). Der Anteil der Stadt Bochum an den Gesamtkosten beträgt 1.575.000 Euro.

Platz des europäischen Versprechens mit dem Turm der Christuskirche

Eine weitere Attraktion des „Platz des europäischen Versprechens“ wird das Lichtkonzept des französischen Lichtdesigners Laurent Fachard, der unter anderem den Elysée-Palast in Paris in neues Licht tauchte.

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