Sonntag, 6. September 2015

Zeche Westhausen in Dortmund-Bodelschwingh

Die kläglichen Überreste aus einem anderen Jahrtausend

Angeblich zählen die noch erhaltenen Gebäude der Zeche Westhausen zu den architektonisch bedeutsamsten im gesamten Ruhrgebiet, aber lediglich der Malakowturm über Schacht I und die Lohnhalle stehen unter Denkmalschutz, und selbst das will nichts heißen, wie man bei anderen denkmalgeschützten Objekten erlebt hat.

Zeche Westhausen, Malakowturm über Schacht I

Der Geschichtsarbeitskreis Westerfilde-Bodelschwingh der Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung (REVAG) e. V. hat in der nördlichen Maschinenhalle von Schacht III sein Vereinsdomizil aufgeschlagen. Dort steht zwar auch noch eine Zwillingsdampffördermaschine von der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim an der Ruhr, Baujahr 1928, aber die Maschinenhalle ist derartig zugestellt, dass man die Dampffördermaschine zur Gänze nicht mehr wahrnimmt, gar nicht wahrnehmen kann. Auf der einen Seite ist der Raum mit Tischen und Stühlen vollgestellt, um dort in geselliger Runde feiern zu können, auf der anderen Seite ist die Halle mit Gegenständen aus der Welt des Bergbaus derartig zugepflastert, dass man sich beinahe in der Sammlung Werner Thiel wähnt. Selbst im nördlichen Maschinenhaus der ehemaligen Zeche Consolidation in Gelsenkirchen kommt die 1938 von der Gutehoffnungshütte aus Oberhausen-Sterkrade installierte und ebenfalls erhaltene Zwillingsdampffördermaschine im unrestaurierten Originalzustand besser zur Geltung als die Fördermaschine in der ehemaligen Zeche Westerfilde. Weniger wäre hier eindeutig mehr. Die Maschinenhalle ist von April bis Oktober am ersten Samstag im Monat geöffnet, genauer gesagt, dann treffen sich die Senioren des Geschichtsarbeitskreises Westerfilde-Bodelschwingh dort in geselliger Runde, unmittelbar neben der Dampffördermaschine wird der Grill in Betrieb genommen, Fett schützt schließlich ebenso wie Maschinenöl vor Korrosion. Einzelne Besucher, die sich dorthin verlaufen, werden durch die Sammlung geführt, ohne sie auch nur eine Sekunde aus den Augen zu verlieren, man könnte ja vielleicht ein Schräubchen mitgehen lassen. Fotos dürfen natürlich unter gar keinen Umständen veröffentlicht werden, man möchte schließlich nicht publik machen, was es dort zu sehen gibt. Ja was denn eigentlich? Man kann sich ja nix in Ruhe anschauen. Gefällt mir persönlich gar nicht. Dislike

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