Sonntag, 12. Juli 2015

Ringdeichpavillon im LippePolderPark soll für einen Sommer das neue Herz von Dorsten sein

Landschaftskunstwerk zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal steht im Mittelpunkt des 70-tägigen Kulturprogramms

LippePolderPark

Auf dem von Deichen umgebenen Areal zwischen Dorsten und Dorsten-Hervest, zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal, steht der von „Observatorium“ und Kuratorin Marion Taube gemeinsam erdachte und von den Holländern fertiggestellte Pavillon in Form einer liegenden Acht auf einer Fläche von 600 m². Der Pavillon ist dem Profil der Lippedeiche nachempfunden und dient als zentraler Veranstaltungsort und Mittelpunkt des Parks. Dazu Ruud Reutelingsperger, der zu den Gründern von Observatorium zählt: „Der LippePolderPark ist eine Einladung, um sich mal hinzusetzen auf die Fundamente der Geschichte und miteinander darüber nachzudenken, wie man in der Zukunft, genau in diesem Raum an einem phantasievollen Ort weiterbauen kann, damit im Herzen von Dorsten und Hervest Stadt, Natur und Menschen zusammen kommen. Ab 2015 gibt es, hoffentlich, einen Gedanken, der nicht mehr aus dem Sinne kommt: den LippePolderPark“. Rund um den Pavillon steht in den zehn Wochen zwischen dem 5. Juli und dem 13. September 2015 ein buntes Programm auf dem Plan – Musik, Theater, Performance, Literatur, Unterhaltung, kreatives Arbeiten mit Kindern und Erwachsenen und eine Prise Heimatkunde füllen die 70 Tage. Organisatorisch, als „Macher“ weiter Teile des Musikprogramms wie auch als gastronomischer Betreiber der Lounge im Eingangsbereich hat die Dorstener Gruppe „Schaukelbaum“ einen wichtigen Part.

Ringdeichpavillon im LippePolderPark

Bei der Zusammenstellung des Programms unter dem Motto „70 Tage Poldering“ hat Kuratorin Marion Taube gleichermaßen auf Vielfalt geachtet wie auf Niveau, dabei aber noch Freiräume und Spielräume gelassen, damit sich spontane Kreativität ausleben kann. Für den LippePolderPark, dessen Konzept sie gemeinsam mit Observatorium erdacht hat, wünscht sich die Kuratorin: „Unser Stadtpark ist bewusst auf Zeit angelegt, aber man kann mit ihm Geschichten und Geschichten schreiben. Die Menschen können in diesem Park nach ihren schönsten Wünschen ein gemütliches Lager aufschlagen und mit ihrer Sehnsucht eine Spur aus Aktionen und Worten hinterlassen. LippePolderPark steckt mit den Wurzeln im Dorstener Acker und mit dem Kopf in der Welt“

Ringdeichpavillon im LippePolderPark

„Wir möchten mit diesem künstlerischen Gemeinschaftswerk der Kuratorin Marion Taube und der Pavillon-Konstrukteure von Observatorium einen ganz neuen Zugang schaffen zur „Stadt am Wasser“. Diese Fläche verbindet in besonderer Weise Lippe und Kanal – und damit zugleich die Stadtteile Hervest und Altstadt. Gemeinsam können wir hier überwinden, dass die Wasserbänder die Stadt eigentlich teilen“, so Dorstens Bürgermeister Tobias Stoffhoff, „in diesem offenen Park können in den kommenden 70 Tagen alle Bürgerinnen und Bürger selbst ein Teil des Projekts werden, sei es als Gast oder mit einer cleveren Idee als Akteur“.

Sonnenblume

Namenspate des LippePolderParks sind „Polder“ – so werden in der Wasserwirtschaft Flächen bezeichnet, die tiefer liegen als der Wasserspiegel der angrenzenden Gewässer. Dazu zählt sowohl das Land, das die Holländer durch Eindeichen über die Jahrhunderte der Nordsee abringen konnten. Dazu zählen aber auch durch Bergbaueinwirkung abgesunkene Flächen an Emscher und Lippe, die zum Schutz vor Hochwasser dauerhaft eingedeicht werden müssen. Der LIPPEVERBAND kümmert sich um den Schutz der Polder in der Region in besonderem Maße. 38 % des Emschergebiets und 14 % des Lippeverbandsgebiets sind Polderflächen, die allerdings innerhalb des weitläufigen Lippe-Einzugsgebiet sehr unterschiedlich verteilt sind: In der ehemaligen Bergbaustadt Dorsten beträgt der Anteil der Polder am Stadtgebiet rund 73 %.

Chili

Wenn man im Freizeitbad Atlantis in Dorsten auf die Frage nach dem Weg zum LippePolderPark Richtung Lippefähre Baldur geschickt wird, so ist das schon ärgerlich, man sollte nämlich von dort besser genau in die entgegengesetzte Richtung laufen, um zum LippePolderPark zu gelangen. Vor Ort gibt es natürlich keine gedruckten Programme, schließlich steht dort eine Tafel mit dem Programm bis 13. September 2015, kann man eben nur nicht mitnehmen. (Kann man schon, aber dann gibt es gar kein Programm mehr, für niemanden.) Das Programm auf der Tafel stellt eh nur einen Anhaltswert da, etwa wie der Fahrplan der Deutschen Bahn während der extrem heißen Tage in jüngster Vergangenheit. Wenn also auf dem Programm 19 Uhr steht, dann konnte man am 11. Juli auch noch eine Stunde später kommen und hatte nichts verpasst.

Ringdeichpavillon im LippePolderPark

LippePolderPark

LippePolderPark

1 Kommentar:

Louisette hat gesagt…

Wonderfull park, greeting from Belgium