Donnerstag, 23. Juli 2015

„Leonardo da Vinci – Exploring Arts & Science“

Seine Bilder – sein Leben – seine Maschinen im Bochumer Kortumhaus

„Leonardo da Vinci – Exploring Arts & Science“, Blick in die Ausstellung

Leonardo da Vinci (* 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci; † 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, Amboise) zählt bis heute zu den unangefochtenen Genies in der Geschichte der Menschheit. Sein herausragendes Talent umfasste sowohl Malerei, Bildhauerei und Architektur als auch die Naturwissenschaften und das Ingenieurswesen. Es gipfelte in einzigartigen Meisterwerken, darunter die Mona Lisa, das berühmteste Gemälde der Welt. Gleichzeitig gilt Leonardo immer noch als eine der rätselhaftesten Gestalten der Renaissance, denn er verfasste seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift, und seine genialen Konstruktionen und Studien verblüffen noch heute die Experten weltweit. Dieser faszinierenden Persönlichkeit widmet sich die große, multimediale Ausstellung „Leonardo da Vinci – Exploring Arts & Science“. Sie soll den atemberaubenden Aufstieg und das an Wendungen reiche Leben Leonardos sowie das ganze Spektrum seiner Errungenschaften einem breiten Publikum nahebringen.

„Proportionszeichnung nach Vitruv“, ca. 1490

Die Ausstellung eröffnete am 15. Mai 2014 zunächst in Bremen, wo sie bis 24. August gezeigt wurde, um im Anschluss vom 12. September 2014 bis 18. Januar 2015 in Berlin und vom 20. Februar bis 12. Juli 2015 in Hamburg Station zu machen. Vom 24. Juli 2015 bis 17. Januar 2016 ist sie im Bochumer Kortumhaus zu sehen. Sie präsentiert Leonardo als Kind seiner Zeit, thematisiert aber auch die niemals stillbare Neugier des frühreifen Genies, das auf fast allen Wissensgebieten brillierte und dabei immer wieder über den Kenntnis- und Erkenntnishorizont seiner Epoche hinauswuchs. Leonardo war dabei typisch für eine Zeit des Aufbruchs, in der Entdeckerfreude und Bildungshunger einen Aufstieg vom einfachen Maler zum gefeierten Genie ermöglichten. „Eine solch umfassende Ausstellung über Leonardos Leben und Wirken hat es in Europa noch nicht gegeben“, so Veranstalter Jörg Zander.

„Porträt der Lisa del Giocondo (Mona Lisa)“, 1503 – 1506 und später (1510?)

Gezeigt und erläutert werden Leonardos naturwissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse, seine technischen Erfindungen von visionärer Tragweite, literarische und wissenschaftliche Schriften, architektonische und urbanistische Planungen sowie seine Zeichnungen und Gemälde. Die Ausstellung stellt dem Betrachter die einzelnen Werke in ihrem historischen Kontext vor und demonstriert dabei die überzeitliche Wirksamkeit seiner Kunst ebenso wie die zukunftweisende Qualität seiner Technik. Technische Exponate sind in großen Teilen interaktiv aufgebaut, um die Besucher zum Mitmachen, Erfahren und Verstehen einzuladen. Diverse Touchscreens, aktive Rechner und Tablets sollen die Besucher in eine mediale Welt entführen.

„Das Abendmahl“, 1495 – 1498

Einen Höhepunkt der Ausstellung bilden Leonardos Erfindungen und Maschinen. Auf Grundlage seiner Skizzen wurden sie eigens für diesen Anlass in Italien und Deutschland von führenden Werkstätten und Hochschulen nachgebaut. Die funktionsfähigen Modelle erlauben das unmittelbare Verstehen der technisch oft komplexen Apparate. Sie sind daher geeignet, auch jüngere Besucher für die Errungenschaften Leonardos zu begeistern.

„Bildnis der Ginevra de’ Benci“, 1474 – 1478

Einmalig ist die Präsentation des künstlerischen Schaffens. Originalgroße Reproduktionen erlauben es erstmals, alle Gemälde Leonardos zusammen mit den entsprechenden Skizzen zu präsentieren. Erläutert wird diese Zusammenschau, die mit Originalwerken niemals möglich wäre, durch instruktive Erklärungen zu Entstehungsgeschichte, zur Bedeutung und zu kunsttechnischen Aspekten der Einzelwerke.

„Madonna mit der Nelke“, 1473 – 1478

Die Ausstellung ist sowohl chronologisch als auch thematisch gegliedert. Einzelne Themenräume setzen Akzente, präsentieren Highlights und schaffen zugleich einen Spannungsbogen, der die Schwerpunkte mit Blick auf die außerordentliche Lebensleistung Leonardos in Beziehung zueinander setzt, dabei aber auch seine Irrtümer nicht außer Acht lässt. Neben die multimediale Didaktik der Ausstellung treten klassische Vermittlungsformen.

„Anatomische Studien“

„Darstellung des Fötus im Uterus“, ca. 1510, und „Studien zum Fötus im Uterus sowie der Struktur und Größe der weiblichen Genitalien“, ca. 1510

„Sperrklinke“

„Luftschraube“, 1480 – 1490

„Nockenhammer“

„Kettenantrieb“

„Flaschenzug“

Nicht zuletzt aufgrund der interaktiven und damit unmittelbar haptischen Erfahrbarkeit vieler Exponate richtet sich die Ausstellung auch an ein junges Publikum. Schulen und andere Bildungsträger werden daher umfassend in die Ausstellung eingebunden.

„Scheinwerfer“

„Leonardo da Vinci – Exploring Arts & Science“ ist vom 24. Juli 2015 bis 17. Januar 2016 täglich von 9 bis 18 Uhr im Bochumer Kortumhaus (Eingang Harmoniestraße 1) zu sehen, mittwochs sogar bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Kinder und Schüler zahlen 7 Euro. Weitere Informationen unter www.davinciaustellung.de.

„Leonardo-Brücke“

Keine Kommentare: