Freitag, 31. Juli 2015

FilmSchauPlätze NRW 2015: Oberhausen

„Heute bin ich Samba“ auf dem Altmarkt

Altmarkt mit der Pfarrkirche Herz-Jesu

Am 30. Juli 2015 war der Oberhausener Altmarkt FilmSchauPlatz für „Heute bin ich Samba“ (2014, Regie Éric Toledano und Olivier Nakache), der an den Werktagen von 8 bis 14 Uhr Schauplatz des städtischen Marktgeschehens ist. Auf der 1876 errichteten Siegessäule ruht die Siegesgöttin Nike über dem Kapitell, im Norden wird der Platz von der katholische Pfarrkirche Herz Jesu begrenzt.

Siegesgöttin Nike

Auch in diesem Jahr waren im Rahmenprogramm die „German Silver Singers“ – ein Projekt des ChorVerbandes NRW – und Harald Schollmeier am Klavier unter der Leitung von Volker Buchloh zu hören, der als Leiter des Kulturbüros der Stadt Oberhausen den dortigen FilmSchauPlatz mit organisiert hat. Was die Bottroper Rock´n´Roll-Band „Breeze“ für die FilmSchauPlätze in Bottrop ist, sind die „German Silver Singers“ für die FilmSchauPlätze in Oberhausen.

„German Silver Singers“

Einen Augenblick dachte ich jedoch ernsthaft, diesmal im „falschen Film“ zu sein. Da wurde eine Redakteurin einer lokalen Zeitungsredaktion namentlich begrüßt, damit sie positiv über die Veranstaltung berichtet. Wo gibt’s denn sowas? Mit gleichem Recht sollte dann auch jede Sängerin und jeder Sänger der „German Silver Singers“ namentlich begrüßt werden, die gemeinschaftlich zur Unterhaltung des Publikums beigetragen haben, der Filmvorführer, ohne den es keinen Film auf der aufblasbaren Leinwand zu sehen gäbe, jeder einzelne Besucher aus Nah und Fern, der durch seinen Besuch diese Veranstaltung zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis für alle gemacht hat…

FilmSchauPlatz Oberhausen

Altmarkt mit der Siegessäule

Als Kurzfilm wurde beim FilmSchauPlatz Oberhausen „The Storyteller“ (2013) von Milan Ruben Kappen (Regie) und Michael Binz (Buch) von der Kunsthochschule für Medien Köln gezeigt, bevor schließlich die Filmkomödie „Heute bin ich Samba“ mit Omar Sy, Charlotte Gainsbourg, Tahar Rahim u. a. auf der großen Leinwand auf dem Oberhausener Altmarkt zu sehen war.

FilmSchauPlatz Oberhausen

Oberhausen war bereits der vorletzte FilmSchauPlatz in diesem Jahr, last bot not least folgt am 10. August 2015 „Die große Versuchung - Lügen bis der Arzt kommt“ mit Brendan Gleeson, Gordon Pinsent, Taylor Kitsch (2013, Regie Don McKellar) am Rathausplatz in Datteln. Der aus meiner persönlichen Sicht interessanteste FilmSchauPlatz war in diesem Jahr Böhnen, auch wenn dort kein „Quotenrekord“ eingespielt werden konnte, denn dort war im Begleitprogramm der Förderturm der ehemaligen Zeche Königsborn III/IV zu besichtigen. Als logische Fortsetzung dürfte gern im kommenden Jahr ein FilmSchauPlatz an der 2012 stillgelegten linksrheinischen Schachtanlage Rossenray in Kamp-Lintfort stattfinden, dem so genannten Westpol. Wobei meines Wissen über die Nachnutzung dort noch gar nicht entschieden ist.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Altes muss Neuem weichem

Ehemalige St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf (Juni 2015)

Früher suchten die Leute ihr Seelenheil in der Kirche, heute eher auf dem Smartphone. Fündig werden sie auch dort nicht, selbst alle fünf Minuten nachschauen hilft nicht weiter. Aber es macht natürlich Kirchen überflüssig, zumindest als Gebäude, womöglich auch als Institution. Ersteres trifft auf die 1907 im Neugotischen Stil erbaute katholische Kirche St. Anna an der Sälzerstraße zu, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und 1953 nach Plänen des Architekten Engelbert Köjer wieder aufgebaut wurde. Im April 2008 fand der letzte Gottesdienst in der Kirche statt, seither gab es zwar genügend Pläne zur Umnutzung der Kirche, aber die kosten bekanntlich Geld, das die Kirche nicht mehr hat. Rationalisierung, Straffung, Ökonomisierung lauten die Zauberwörter, Felix Genn hat aus 259 eigenständigen Gemeinden des Bistums Essen 43 Pfarreien gemacht, sein Nachfolger Franz-Josef Overbeck betreibt das Gesundschrumpfen konsequent weiter. Seitdem der Pfingststurm im vergangenen Jahr auch noch dem Kirchendach den Garaus bereitet hat, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis endlich die Abrissbagger anrücken und Platz für Neues machen. Die Genehmigung für den Abbruch des Kirchengebäudes wurde jedenfalls bereits am 2. Dezember 2014 erteilt.

Turm der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

„Neues“ ist natürlich so eine Sache. Eben jene Leute, die früher die Gottesdienste in den Kirchen besucht haben, sind heute alt und benötigen Altenpflegeheimplätze. Entsprechend existierten auch bereits Pläne zur Umnutzung der Kirche St. Anna in ein Altenpflegeheim, und zwar als Erweiterung des Mehrgenerationenhauses Essen, aber nun wird die Kirche eben erst abgerissen, und auf dem Grundstück im Anschluss neu gebaut, die Erweiterung des Altenheimes St. Anna, was sonst?! Was von der Kirche bleibt? Die Backsteine kommen in die Baugrube, und die kleinste der drei Glocken aus dem Turm soll im Garten des neuen Alten- und Pflegeheims aufgestellt werden: „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.“ Augenblicklich verfolgen die Bewohner des Altenheimes St. Anna den Abriss der Kirche mit Interesse und Wehmut, 2016 werden sie sicher wieder vor dem Eingang sitzen und die Bauarbeiten für das neue Gebäude voller Erwartung verfolgen.

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf


Freitag, 7. August 2015

„… und am Mittwoch Freitag kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder…“

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Nach einiger Zeit des Stillstandes bei den Abrissarbeiten, Kirchturm zu hoch, Bagger zu klein, sollte am heutigen Freitag schließlich auch der Kirchturm der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf „fallen“, und so machten sich drei Bauarbeiter mit schwerem Gerät an die Arbeit, und ein Vielfaches an Zuschauern beobachtete diese hinter dem Bauzaun mit „Kennerblick“. Die Sälzerstraße war vorsorglich gesperrt worden, und wer sein Auto in unmittelbarer Nähe abgestellt hatte, der dürfte spätestens jetzt mitbekommen haben, dass Abbrucharbeiten auch immer mit Dreck verbunden sind. Am Ende vom Tag stand der Turm immer noch, lediglich um den Dachstuhl und einen Teil des Glockengeschosses dezimiert, bis der gesamte Bauschutt dort abgefahren ist, dürften noch Wochen vergehen.

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

Abriss der ehemaligen St.-Anna-Kirche in Essen-Altendorf

FilmSchauPlätze NRW 2015: Fröndenberg/Ruhr

„Wir sind die Millers“ beim Kanu-Club Fröndenberg

Am 28. Juli 2015 war das Sport- und Zeltgelände des Kanu-Club Fröndenberg 1933 e. V. in Fröndenberg/Ruhr FilmSchauPlatz für „Wir sind die Millers“ (2013, Regie Rawson Marshall Thurber), und da Fröndenberg zwar an der Ruhr liegt, aber doch schon deutlich außerhalb des Ballungsraums des Ruhrgebiets im Übergangsgebiet zum Sauerland, kann man den Besuch des Open Air-Kinos durchaus schon mit einem kleinem Ausflug verbinden. In der Tourist-Information erhält man ein Faltblatt mit Hinweisen für einen Fröndenberger Stadtrundgang, wer möchte, kann sich selbiges auch unter www.froendenberg.de/tourismus/stadtinfo herunterladen, auf dem man innerhalb einer Stunde zu Fuß die historischen Gebäude, traditionellen Handwerke und Industrien in der Stadtmitte kennenlernt und noch das ein oder andere Interessante zur Stadt und den Gebäuden erfährt. So ausgestattet war ich zumindest bestens bis zum Beginn des Programms beim Kanu-Club Fröndenberg 1933 e. V. gewappnet.

Rathaus der Stadt Fröndenberg/Ruhr

Von den auf der Wetterstation Kettenschmiedemuseum Fröndenberg gemachten Aussagen „Wenn die Kette Schatten wirft, scheint die Sonne!“, „Wenn die Kette nass ist, regnet es!“, „Wenn die Kette sich wild bewegt, stürmt es!“ u. a. traf an diesem Abend keine zu, und so konnte man sich zumindest auf einen Abend ohne (Un-)Wetter einstellen.

Wetterstation Kettenschmiedemuseum Fröndenberg

Dampfwalze, Hersteller B. Ruthemeyer Maschinenfabrik & Eisengießerei, Soest/Westf.

„Fröndenberger Trichter“

Gasthof „Zum Markgrafen“

Lesemannvilla

„Lightning Blue“ (2005) von Tilman Küntzel

In der Licht- und Klanginstallation „Lightning Blue“ (2005) von Tilman Küntzel (* Juli 1959 in Jugenheim/Bergstraße), mitunter auch als „Lighting Blue(s) Brunnen“ bezeichnet, wird ein Video des sprudelnden Ruhrwassers von unten auf eine Glasplatte projiziert, begleitet von entsprechenden Geräuschen. Der Brunnen ist lt. Aufschrift nur bis 22 Uhr in Betrieb, also musste man mit dem Eindruck vor Beginn des FilmSchauPlatzes Vorlieb nehmen.

„Lightning Blue“ (2005) von Tilman Küntzel

„Lightning Blue“ (2005) von Tilman Küntzel

Himmelmannvilla

Stiftskirche mit so genanntem Boeselagerschem Haus

Stiftskirche, Reste des Kreuzgangs

Stiftskirche, Reste des Kreuzgangs

Äbtissinen-Stiftsgebäude

Marienkirche

Die Ruhrland Kettenfabrik ist die letzte Kettenfabrik in der Stadtmitte, das Kettenschmiedemuseum im Himmelmannpark soll einen Eindruck von der alten Handwerks- und Industriekultur der bekannten Fröndenberger Ketten vermitteln, selbiges hat aber nur am Wochenende geöffnet.

Ruhrland Kettenfabrik

Bootshaus des Kanu-Club Fröndenberg 1933 e. V.

Bootshaus des Kanu-Club Fröndenberg 1933 e. V.

Das Vorprogramm des Abends kann wohl treffend als Vereinstreffen mit Lagerfeuerromantik beschrieben werden, außerdem wurden Filme von Kajakfilmer Olaf Obsommer gezeigt.

FilmSchauPlatz Fröndenberg

FilmSchauPlatz Fröndenberg

Als Kurzfilm wurde beim FilmSchauPlatz Fröndenberg „Komparsen“ (2013) von Nele Jeromin von der Kunsthochschule für Medien Köln mit Merle Hoch (Jane im Musical „Tarzan“), Christoph Otto, Franz Müller, Viktor Decker gezeigt, bevor schließlich die Filmkomödie „Wir sind die Millers“ mit Jennifer Aniston, Jason Sudeikis, Will Poulter, Emma Roberts u. a. auf der großen Leinwand am Bootshaus des Kanu-Club Fröndenberg 1933 e. V. zu sehen war.

FilmSchauPlatz Fröndenberg

Dienstag, 28. Juli 2015

FilmSchauPlätze NRW 2015: Haan

„Wir sind die Neuen“ auf dem Neuen Markt

Brunnen auf dem Neuen Markt

Vom 20. Juni bis 9. August 2015 veranstaltet der Haaner Sommer e. V. sieben Wochen Strandfeeling auf dem Neuen Markt. Dafür verwandelt sich im 8. Jahr die Asphaltwüste der Innenstadt mit 150 Tonnen Sand zum Strand im Häusermeer. Am 27. Juli 2015 war der Neue Markt FilmSchauPlatz für „Wir sind die Neuen“, der gemeinsam von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Haaner Sommer e. V. in Kooperation mit der Stadt-Sparkasse Haan veranstaltet wurde. Zwar war Wasser kein fester geplanter Bestandteil des Abendprogramms beim FilmSchauPlatz Haan, aber bedauerlicherweise ist man auch am Strand nicht vor Regen sicher, und so gab es bereits gegen 20 Uhr einen recht heftigen Schauer, der die Besucher unter die Sonnenschirme bzw. in das auf dem Neuen Markt aufgestellte Veranstaltungszelt trieb, wo im Vorprogramm Klaus Renzel aus Köln sein Bühnenprogramm „Renzel und Gretel“ präsentierte. Der Musik-Comedian kann mit seiner Mischung aus Pantomime, Musik und Comedy für sich einnehmen, das Publikum forderte begeistert eine Zugabe.

Klaus Renzel aus Köln

Klaus Renzel aus Köln

FilmSchauPlatz Haan

Das Wetter dürfte auch ganz sicher tausende von Gästen vom Besuch des Open-Air-Sommerkinos auf dem Neuen Markt abgehalten haben, aber die anwesenden Besucher hatten sowohl am Vorprogramm als auch an der Filmvorführung ihre Freude, und damit ist das Ziel der FilmSchauPlätze in jedem Fall erreicht. Erstmals wurde meines Wissens der FilmSchauPlatz in Haan auch als Autokino genutzt, wie die Fotos eindeutig belegen. Ein Autokino, wäre das nicht der ideale Veranstaltungsort für einen FilmSchauPlatz? Im Vorprogramm ein Oldtimertreffen, und als Hauptfilm natürlich „Grease“ (1978, Regie Randal Kleiser) mit John Travolta und Olivia Newton-John.

FilmSchauPlatz Haan

FilmSchauPlatz Haan

FilmSchauPlatz Haan

Als Kurzfilm wurde „Druschba – Freundschaft“ vom Haaner Filmemacher Rüdiger Daniel gezeigt, bevor schließlich die Komödie „Wir sind die Neuen“ (2014, Regie Ralf Westhoff) mit Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Claudia Eisinger, Karoline Schuch, Patrick Güldenberg u. a. auf der großen Leinwand am Strand im Häusermeer zu sehen war.

FilmSchauPlatz Haan