Montag, 29. Juni 2015

UNESCO-Welterbekomitee verabschiedet Bonner Erklärung

Komitee empfiehlt UN-Sicherheitsrat Kulturgüterschutz in Friedensmissionen aufzunehmen

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute die Bonner Erklärung zum Schutz des gefährdeten Welterbes verabschiedet. In der Erklärung prangert das Komitee die Zerstörung und Plünderung von Welterbestätten als Kriegsinstrument an. Es empfiehlt dem UN-Sicherheitsrat, Möglichkeiten zu ermitteln, den Schutz von Kulturgütern in Friedensmissionen aufzunehmen.

Stiftskirche St. Gallen

„Gezielte und irreversible Zerstörungen unschätzbarer Kulturgüter des Welterbes sind seit Jahren Teil eines terroristischen Kulturkampfes. Sie sind unerträgliche Angriffe auf das kulturelle Gedächtnis der gesamten Menschheit“, sagt Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission.

Wartburg

Vor dem Hintergrund andauernder Angriffe auf das Welterbe hat UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova heute die Globale Koalition zum Schutz des Kulturerbes „Unite4Heritage“ ins Leben gerufen. Die Globale Koalition hat das Ziel, die Zusammenarbeit mit allen Partnern zum Schutz des Welterbes zu stärken, einschließlich mit bewaffneten Truppen, Interpol, der Weltzollorganisation, Museen und dem Kunsthandel.

Bauhausgebäude von Walter Gropius, 1925 – 1926

Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Es berät auch über gefährdete Welterbestätten, in diesem Jahr beispielsweise über Stätten aus Syrien und dem Irak, Jemen und Nepal. Dem Welterbekomitee gehören 21 Staaten aus allen Kontinenten an, darunter seit 2011 auch Deutschland. Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer ist derzeit Vorsitzende des Welterbekomitees.

Fagus-Werk

Die UNESCO hat das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt 1972 verabschiedet. Inzwischen haben es 191 Staaten unterzeichnet. Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen aktuell 1.007 Kultur- und Naturerbestätten in 161 Ländern. Deutschland verzeichnet bislang 39 Welterbestätten. Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste.

Kloster Lorsch, Westseite der Torhalle, auch Königshalle genannt

In diesem Jahr sind 36 Stätten für die Welterbeliste nominiert. Deutschland hat die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in Hamburg sowie den Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut, Sachsen-Anhalt, zur Aufnahme in die Liste vorgeschlagen. 2014 waren das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey in die Welterbeliste aufgenommen worden.

Karolingisches Westwerk der Reichsabtei Corvey


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