Montag, 29. Juni 2015

Brigitte Oelke – „The Private Session“

Konzert im Theater am Alten Markt Bielefeld

Die in St. Gallen geborene Künstlerin ist ab Dezember 2004 bisher in allen deutschsprachigen Produktionen von „We Will Rock You“ in Köln, Zürich, Wien, Stuttgart, Berlin, Basel, Essen, München, Frankfurt am Main und Hamburg als Killer Queen aufgetreten und konnte so mit ihren Jugendidolen Brian May und Roger Taylor zusammenarbeiten. Zuvor war sie bereits u. a. in der Uraufführung von „Tanz der Vampire“ im Ensemble mit Cover Rebecca und Cover Magda, als Nellie in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Jekyll & Hyde“ und Lilli in der Uraufführung von „Das Mädchen Rosemarie“ zu sehen und kann inzwischen auf eine 21-jährige professionelle Karriere als Schauspielerin und Sängerin zurückblicken. 2011 veröffentlichte sie ihr Debüt-Album „The Private Session“, ein Akustik-Album, das sie gemeinsam mit Gitarrist Frank Rohles produziert hat. Im Frühjahr 2015 präsentierte Brigitte Oelke mit „The Private Session – Musicals Vol. 1“ ihr zweites, eigenständig produziertes Soloalbum, auf dem sie ihre persönliche Auswahl der schönsten Musicalsongs in Begleitung von Dominik Franke (Piano, stellv. musikalischer Leiter „Hinterm Horizont“) und Ariane Spiegel (Violoncello, Kammermusikformation NeoBarock) eingespielt hat. Augenblicklich steht Brigitte Oelke neben anderen Engagements (u. a. als Cäcilia Weber in „Mozart! Das Musical“, Premiere 24. September 2015, Raimund Theater, Regie Harry Kupfer) auch als Norma Desmond in „Sunset Boulevard“ am Stadttheater Bielefeld (Premiere 20. März 2015, Wiederaufnahme 27. September 2015, Regie Thomas Winter) auf der Bühne, am 28. Juni 2015 gastierte die Künstlerin mit „The Private Session“ zusammen mit Dominik Franke und Ariane Spiegel im Theater am Alten Markt in Bielefeld, wo sie die Musical- und Cover-Songs aus ihren ersten beiden Soloalben performte.

Die Vielfalt von rockigen und ruhigeren Songs, Cover- und Musicalsongs, bekannteren und weniger bekannten Stücken, allesamt in minimalistischen Arrangements für Piano bzw. für Piano und Cello präsentiert, lässt die wandlungsfähige Stimme der Sängerin im intimen Rahmen des Theaters am Alten Markt ausgesprochen positiv zur Geltung kommen, wobei Ariane Spiegel und Dominik Franke Brigitte Oelke souverän an Violoncello und Flügel unterstützen. Bei den Songs waren auch etliche dabei, die im Original von männlichen Kollegen gesungen werden, beispielsweise „Der letzte Tanz“ des Todes aus „Elisabeth“, wenngleich Brigitte Oelke auch bereits erfolgreich den Tod in „Jedermann – Die Rockoper“ bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt (Premiere 10. Juli 2014, Regie Peter Lund) verkörpert hat. Aber die Rolle des Todes in „Elisabeth“ ist eben mit Ausnahme der Takarazuka Revue ausschließlich männlichen Darstellern vorbehalten, doch dafür gebe es ja CDs, da könne man alles singen, wie Brigitte Oelke im Laufe des Abends mehrfach betonte.

Zwischen den Songs erzählte Brigitte Oelke von besonderen Momenten aus ihrem Leben wie die Story von ihrem ersten Moped, das sie in Anlehnung an ihr Jugendidol Brian Harold May „Harold“ getauft hat und das „richtig Sch… aussah“, bis es ihr Vater mit dem „Union Jack“ verziert hatte, oder von ihrem Gesangslehrer an der Stage School of Music, Dance & Drama in Hamburg, dessentwegen der ein oder andere Musicalsong den Weg auf ihr zweites Soloalbum gefunden hat, oder… auch nur über rote, ihr persönlich womöglich viel zu große rote Pumps, die „ganz zufällig“ auf der Bühne standen und lediglich als Stichwortgeber für „Over the rainbow“ aus „The Wizard of Oz“ dienten, welches Brigitte Oelke a cappella präsentierte. Jedenfalls waren die roten Schuhe unübersehbar und man brauchte nicht danach zu suchen wie nach einer passenden Überleitung an anderer Stelle.

Setliste des ersten Teils:
  • „Don’t stop me now“ (Freddie Mercury) *
  • „Der letzte Tanz“ („Elisabeth“) **
  • „Candle in the window“ („The Civil War“) **
  • „Ich hab geträumt vor langer Zeit“ („Les Misérables“) **
  • „I feel the earth move“ (Carole King) *
  • „With every breath I take“ („City of Angels“) **
  • „Love of my life“ (Freddie Mercury) *
  • „Like the way I do“ (Melissa Etheridge) *
  • „Over the rainbow“ („The Wizzard of Oz“)
  • „Hold on“ („The Secret Garden“) **
  • „Da war einst ein Traum“ („Jekyll & Hyde“) **
  • „Heaven on their minds“ („Jesus Christ Superstar“) **
Setliste des zweiten Teils:
  • „Angels, Punks, and Raging Queens“ („Elegies for Angels, Punks, and Raging Queens“) **
  • „I never danced with you“ („Lunch“) **
  • „Time heals everything“ („Mack & Mabel“) **
  • Ariane Spiegel (Cello) und Dominik Franke (Piano): „Bolero“ (Maurice Ravel)
  • „Nur ein Blick“ („Sunset Boulevard“) **
  • „Halt mich“ (Herbert Grönemeyer) *
  • „Copacabana (At the Copa)“ (Barry Manilow)
  • „But the world goes ’round“ („New York, New York“) **
  • „People“ („Funny Girl“) **
  • Zugaben: „Man in the mirror“ (Siedah Garrett und Glen Ballard) *
  • „Not while I’m around“ („Sweeney Todd“) **
* aus dem Album „The Private Session“
** aus dem Album „The Private Session – Musicals Vol. 1“

Nach gut zweistündigem Programm und zwei (vorbereiteten) Zugaben gab es verdienten, langanhaltenden Applaus sowohl für Brigitte Oelke als auch ihre beiden musikalischen Begleiter Ariane Spiegel und Dominik Franke.

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