Mittwoch, 20. Mai 2015

Vorschau: Die ExtraSchicht 2015 in Essen

Essens ExtraSchicht ist individuell, klassisch und be-swingt

An den drei Spielorten in Essen stehen zur ExtraSchicht Weltklasse-Straßentheater, Varieté, viel Live-Musik und Tänzerisches zum Mitmachen von Swing bis HipHop, Maskentheater und Mitternachts-Bingo auf dem Programm. „Drei Spielorte? Ich kenne nur Welterbe Zollverein und Zeche Carl“, wird sich mancher Leser nun denken. 2015 zählen die ExtraFahrt-Linien erstmals zu den offizielen Spielorten der ExtraSchicht. Was 2011 als unterhaltsames Bindeglied zwischen den Spielstätten an den Start ging, ist inzwischen fester Bestandteil des Programms: In Essen, Bochum und Oberhausen begleiten über 100 Künstler die Kultur-Pendler auf ihrer Reise durch die Nacht der Industriekultur, und das von 18 Uhr bis Mitternacht. Die KulturLinie 107 verwandelt sich auf ihrem Weg zum UNESCO-Welterbe Zollverein zum KlassikExpress. Genregrenzen brechen am Essener Hauptbahnhof auf: Klassik verschwimmt mit den Mitschwingmelodien moderner Charthits, Folklore trifft auf Punkrock.


Musiktalente im KlassikExpress

Im KlassikExpress verzaubern Studenten und Absolventen der Folkwang Universität der Künste das fahrende Publikum. Da wäre Sopranistin Emily Dilewski, die mit gerade 21 Jahren stimmlich in höchsten Ebenen schwebt. Dunkel gefärbte Kontrastpunkte setzt Boshana Milkov: die gebürtige Essenerin fühlt sich dem Jazz-Gesang in der Tradition Ella Fitzgeralds verbunden.

ExtraFahrt 2015: KlassikExpress 107; © CP/COMPARTNER

Auf dem Zeitstrahl zwischen Renaissance und Moderne bewegt sich Julian Schlitzer, der im Alter von zehn Jahren das erste Mal in die Saiten griff und seit 2009 Preisträger des Internationalen Gitarrenwettbewerbs Johann Sebastian Bach ist. Ausgezeichnet am Akkordeon ist Roman Yusipey: Der gebürtige Ukrainer hat als Solist bereits über 100 Konzerte gegeben, unter anderem in Frankreich, Polen, Kasachstan und Japan.

Von der Klassik zu den Klassikern: Immergrüne Melodien legt das niederländische Spaßtrio DeSwingers neu auf – stilecht mit Haartolle und Backbeat der Swinging Sixties. Leisere Töne bevorzugen Julia Klomfaß und Raphael Hansen alias Toi et moi. Mit seinen gefühlvollen Songwriter-Chansons sorgt das Duo für Gänsehautmomente in der Straßenbahn.

ExtraFahrt: BlechHarmoniker; © Ruhr Tourismus GmbH/Udo Geisler

Anspruchsvolle Musik erwartet die Besucher auch an der Bühne vor dem Essener Hauptbahnhof. Ihrem Ausrufezeichen im Namen alle Ehre machen Uwaga! Jedes der vier Bandmitglieder bringt seine ganz eigenen Vorlieben mit in die Musik ein. Leidenschaftlich und mit voller Absicht übertreten sie Genregrenzen, das Resultat ist ein ungemein tanzbares Crossover aus Klassik, Jazz, Balkan-Sounds und modernem Pop. Dass Blechbläser alles andere als langweilig sind, stellen die BlechHarmoniker unter Beweis. Die Rheinländer lieben das Spiel mit den Klischees und ziehen den klassischen Orchesterbetrieb durch den Kakao. Dabei besteht ihr Repertoire längst nicht nur aus Slapstick. Ob Mozart oder Morricone – die BlechHarmoniker sind ganz hervorragende Musiker.


UNESCO-Welterbe Zollverein: „Der Mensch, ein Individuum?!“

An einem Ort, an dem der Mensch als Arbeitskraft Teil einer großen Masse war, dreht sich dieses Jahr alles um den Menschen als Individuum. Als Highlight werden der Unternehmenssitz der RAG Montan Immobilien auf der Kokerei sowie die Zeche Zollverein Schacht XII durch außergewöhnliche Lichtkunst-Projektionen in Szene gesetzt. Die großflächigen Licht-Installationen von leucht-werk bieten die ideale Kulisse für die gigantischen Stabpuppen von DUNDU, die zu den bekanntesten Straßentheater-Performance-Acts weltweit gehören.

ExtraSchicht 2012: Blumenwiese im Ehrenhof auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, Installation von ILLUMINIST

Neben vielen weiteren Acts auf dem Kokerei-Gelände wie die Artisten Daniela & Marcello, das mobile Funkkommando The Four Shops oder die Mitmachaktion Projektionsfläche Mensch in der Mischanlage, erleben Besucher auf Schacht XII und Schacht 1/2/8 u. a. den Kettensägen-Jongleur Mister M®, die Künstler des GOP Varieté-Theater Essen und können im ZOLLVEREIN® Färbergarten mit Pflanzenfarben malen und bei Georg Traber zum Tanztee einkehren. Auf PACT Zollverein singt Jan Plewka Rio Reiser und die New Orleans-Jazzband The Marmadukes sorgt für sommerlich-lebhafte Stimmung. In Halle 5 geben das Red Dot Design Museum und Ruhr Museum Einblick in den Aufbau der Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“, das Ruhr Museum bietet Führungen durch Dauer- und Sonderausstellungen und eine Party auf dem Dach der Kohlenwäsche, um nur einige Ausschnitte aus dem überreichen Programm zu nennen. Mit den beiden Abschlussperformances präsentiert sich das Gesamtensemble von Zeche und Kokerei Zollverein als einheitlicher Standort und die Besucher erleben erstmalig ein künstlerisches Finale in beiden Bereichen des Welterbe-Geländes. Ein Shuttlebus der Linie UNESCO-Welterbe Zollverein verbindet die Programmachsen und bringt die Besucher schnell von der Zeche zur Kokerei und umgekehrt.


Zeche Carl: „CARL.tanzt!“

Ganz CARL ist bei der ExtraSchicht in Bewegung und reißt die Besucher gleich mit. Mit kleinen Tanzkursen für Jedermann wird das ExtraSchicht-Publikum zum Mittanzen angeregt – im Birkenhain mit der Supakool Crew beim HipHop, mit Ricky G. Kunze und Tanzlehrerin Jenni Auer im Glitzer-Tanzpalast beim Discofox, unter freiem Himmel beim Lindy Hop oder beim Tango mit den Bandonion-Freunden Essen vorm Badehaus.

Physical Theatre auf Zeche Carl; © Mats Suethoff

Um 23 Uhr gibt Botticelli Baby ein Swing-Konzert, der Studiengang Physical Theatre der Folkwang Universität der Künste präsentiert Maskentheater, Jelena Ivanovic, Paul Hess und Darwin Diaz zeigen zeitgenössischen Tanz. Und außerdem auf dem Programm: Gästeführungen, Lichtinstallationen, Leckeres für Leib und Seele und ein Mitternachts-Bingo.

Physical Theatre auf Zeche Carl; © Jelena Ivanovic

Seit mehr als drei Jahrzehnten werden das Gelände und das Gebäudeensemble der Zeche Carl schon kulturell genutzt und bespielt. Als soziokulturelles Zentrum und Produktionsort der Künste ist die Zeche Carl ein wichtiger Kristallisationspunkt im Essener Norden mit überregionaler Strahlkraft. Die Zeche Carl gilt als herausragendes Industriedenkmal, das auf engstem Raum seit vielen Jahren das Motto der Kulturhauptstadt 2010 lebt: „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“.

Die beiden Spielorte UNESCO-Welterbe Zollverein und Zeche Carl sind über die ExtraSchicht-Shuttlelinie 10 im 15-Minuten-Takt miteinander verbunden.

Bis zum 19. Juni 2015 gibt es die Eintrittskarte zur Nacht der Industriekultur zum Preis von 17 Euro (pro Person für alle Besucher ab 6 Jahren), ermäßigt 14 Euro, ein 4-Personen-Ticket ist für 58 Euro erhältlich. Die Karte berechtigt zum Eintritt an allen 45 Spielorten und ist gleichzeitig Fahrschein für alle ExtraSchicht-Shuttle-Busse. Als Kombiticket gilt die Karte für alle Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und gilt dort ganztägig am 20. Juni 2015 bis 7 Uhr am Folgetag. Somit kann es auch bereits für die Anreise zur ExtraSchicht genutzt werden. Inhaber der RUHR.TOPCARD erhalten ihr um 50 % reduziertes Ticket zum Preis von 8,50 Euro während des regulären Vorverkaufs bis 19. Juni 2015 bei ausgewählten Vorverkaufsstellen.

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