Sonntag, 31. Mai 2015

PapierFest im LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach

Spiel und Spaß für die ganze Familie bei freiem Eintritt

Papiermühle Alte Dombach

Am 31. Mai 2015 feierte das LVR-Industriemuseum in der Papiermühle Alte Dombach das jährliche große PapierFest. Dabei dreht sich alles um das Thema Papier, wobei Spiel und Spaß für die ganze Familie im Vordergrund stehen. Hier können kleine (und große) Besucherinnen und Besucher Papier schöpfen, Zeitungshüte basteln, mit einer Industriebahn fahren oder auch im Mitmachzirkus zu Akkrobaten und Jongleuren werden. Auch der „Knopfloch-Trick“ sorgt bei Walkacts noch immer für Verblüffung, obwohl doch im Zeitalter von Smartphones (fast) jeder die Lösung im Internet sofort nachschlagen könnte. Als bereits gegen 15 Uhr (mal wieder) Regen einsetzte, wurde natürlich auch beim PapierFest niemand daran gehindert, sich eingehend zur Herstellung von Papier und Pappe in der Zeit vor der Industriellen Revolution zu informieren, denn genau diesem Thema ist ein Teil der Dauerausstellung in der historischen Papiermühle Alte Dombach an der Strunde in Bergisch Gladbach gewidmet.

Pumpenstation, 1910 – 1920

Walkact

Scherenschnitt

Für das Museum wurde der Mühlgraben wieder angelegt und ein neues Mühlrad installiert

1390 begann Ulman Stromer in seiner Gleismühl vor den Toren Nürnbergs mit der Papierproduktion. Die Papiermühle Alte Dombach an der Strunde wurde um 1620 gegründet. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert. Heute besteht sie aus zwei großen Produktionsgebäuden, den beiden Arbeiterwohnhäusern und Nebengebäuden. Kurz nach 1800 wurde die Neue Dombach 200 Meter talaufwärts gegründet. Sie entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einer typischen Fabrik, die Papier im industriellen Maßstab produzierte. Die Papiermaschinenhalle der Neuen Dombach ist heute auch Teil des Museums. Die Alte Dombach wurde um 1900, die Neue Dombach 1930 stillgelegt. Seitdem beherbergt die Alte Dombach Wohnungen, die Neue Dombach verschiedene Gewerbebetriebe. 1987 schenkten Familie und Firma Zanders die Alte Dombach an den Landschaftsverband Rheinland (LVR), der 1999 an diesem Ort einen Schauplatz des LVR-Industriemuseums eröffnete.

Lumpenstampfwerk, Nachbau von Stampfwerk und Mühlrad: Peter Fritz, Luckau, Axel Brüggemann, Dingelstedt, und Karl Pieper, Minden

Holländer, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1888

Holzschleifer mit vier Schleifstellen, Hersteller Amme Giesecke Konegen AG, Braunschweig, Baujahr 1922

Arbeit an der Bütte

Beim Rundgang durch die Dauerausstellung kommen sowohl technik- als auch kulturhistorisch Interessierte auf ihre Kosten. In den Papiermühlen wurde Papier Blatt für Blatt aus der Bütte geschöpft. Das Papierschöpfen kann auch in der Dauerausstellung ausprobiert werden – ein „Highlight“ für kleine und große Besucher.

Papierschöpfen aus der Bütte

Im Gegensatz dazu können die Besucher an einer Laborpapiermaschine verfolgen, wie Papier maschinell entsteht. Die industrielle Produktion von Papier begann im Jahr 1799 mit der Entwicklung der ersten Langsieb-Papiermaschine durch den Franzosen Nicholas-Louis Robert (* 2. Dezember 1761 in Paris, † 8. August 1828 in Vernouillet). In heutigen Papierfabriken produzieren Papiermaschinen bei etwa 12 Meter Arbeitsbreite bis zu 2.000 Meter Papier in der Minute, das enstspricht 120 Kilometer in der Stunde.

Laborpapiermaschine

Trockenboden

Hygienepapier

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Holzschleifer, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1921

Kugelkocher, Hersteller Firma E. Paschke & Co., Freiberg in Sachsen, Baujahr 1925

Papiermaschine PM4, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1889

Im Maschinenraum des Fabrikgebäudes Neue Dombach ist die 1889 von der Firma J. M. Voith in Heidenheim, Baden-Württemberg, hergestellte Papiermaschine PM4 der J. W. Zanders AG zu sehen, die noch bis 1991 im Bergisch Gladbacher Werk (Gohrsmühle) im Einsatz war.

Papiermaschine PM4, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1889

Papiermaschine PM4, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1889

Papiermaschine PM4, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1889

Papiermaschine PM4, Hersteller Firma J. M. Voith, Heidenheim, Baden-Württemberg, Baujahr 1889

Bürstenstreichmaschine, Hersteller Maschinenfabrik August Koebig, Radebeul bei Dresden, Baujahr um 1910

Wickel- oder Handpappenmaschine, Hersteller Firma Strobel, Chemnitz, Baujahr 1930

Das LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach ist regelmäßig Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Das LVR-Industrie­museum Papiermühle Alte Dombach ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet einmalig freien Eintritt in die Dauerausstellung.

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