Sonntag, 3. Mai 2015

Museumsfest im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg

Umfangreiches Programm am Aufzug für Schiffe

Pumpe der Maschinenfabrik Cyclop (Inhaber: Mehlis & Behrens) Berlin, Baujahr 1914, von einem 400 PS starken Elekromotor der Firma Siemens-Schuckert mit ca. 480 Umdrehungen pro Minute angetrieben

Das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg ist Teil des Schleusenparks Waltrop, der von vier Abstiegs­bau­werken gebildet wird und am Rhein-Herne- und Dortmund-Ems-Kanal liegt. Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde als erstes Bauwerk seiner Art am 11. August 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Mit seiner Hilfe konnten Schiffe mit bis zu 67 Metern Länge, 8,2 Metern Breite, 2 Metern Tiefgang und 800 Tonnen Gewicht mühelos einen Höhen­unter­schied von 14 Metern überwinden.

Schalttafel

Es wurde 1970 endgültig stillgelegt und verfiel zunächst. 1979 beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das technische Denkmal als Standort des Westfälischen Industriemuseums (heute LWL-Industriemuseum) aufzubauen. Im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus kann man den relativ kleinen Elektromotor mit Pumpe in Augenschein nehmen, der zum Betrieb des mit fünf Schwimmerschächten ausgestatteten Hebewerks benötigt wurde, um den Trog mit einem – nach dem Archimedischen Prinzip unabhängig vom Gewicht des in ihm befindlichen Schiffs – Gesamtgewicht von 3.100 Tonnen in zweieinhalb Minuten (!) den Höhen­unter­schied überwinden zu lassen. Eine kompletter Hub- und Senkvorgang einschließlich Ein- und Ausfahrt dauerte 25 Minuten.

Dampfschiff Nixe, Schiffstelegraf

Im Rahmen des Museumsfestes wurden vom Anlegesteg am Oberwasser kostenlose Fahrten mit dem historischen Dampfschiff Nixe, Baujahr 1939, und der Dieselbarkasse Herbert, Baujahr 1923, angeboten, und trotz einsetzendem Regen am Nachmittag bestand bei den Besuchern noch immer reges Interesse an den begrenzten Plätzen an Bord.

„Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“, Druckkammer, Drägerwerk, Lübeck, 1969

Noch bis zum 5. Juli 2015 ist die Sonderausstellung „Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“ im Hafenmeistergebäude zu sehen. Die Ausstellung gibt anhand von fünf berühmten Wracks einen Einblick in das spannende Feld der Unterwasser-Archäologie.

„Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“

Als das am beste erforschte Wrack der deutschen Seefahrtsgeschichte gilt die „Bremer Kogge“. Fast 600 Jahre lang lag sie im Schlick der Weser. Dann stießen Bauarbeiter bei der Erweiterung des Hafens auf ein Schiffswrack. Über 2.000 Teile wurden im Laufe von vierzig Jahren geborgen, datiert, konserviert und zusammengesetzt.

„Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“, Modell der Kogge „Ubena von Bremen“ im Maßstab 1:20

Auch die Bergung der 1769 in der Mittelweser bei Rohrsen gekenterten Weserlastkähne mit Ladung stellt eine archäologische Sensation dar.

„Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“

Das Fünfmastvollschiff „Preußen“ der Reederei F. Laeisz kollidierte am 6. November 1910 auf der Reise nach Chile im Ärmelkanal mit mit dem britischen Dampfer „Brighton“, der ihre Geschwindigkeit unterschätzt hatte. Beim Versuch, sie mit drei Schleppern in den Hafen von Dover zu bringen, brachen die Trossen und die „Preußen“ strandete auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Die wertvolle Ladung wurde später geborgen, das Wrack verfiel mit der Zeit.

„Versunkene Schiffe. Abenteuer Unterwasserarchäologie“

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