Donnerstag, 7. Mai 2015

„Gesichter des Bergbaus“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Kabinettausstellung mit Fotos von Jürgen Post

„Gesichter des Bergbaus“ von Jürgen Post

Jürgen Post (* 1961 in Hamm/Westfalen) war ab 1979 mehr als 30 Jahre auf dem Bergwerk Heinrich-Robert (später Bergwerk Ost) beschäftigt, davon über 20 Jahre als Steiger unter Tage. Am 30. September 2010 trat er zusammen mit seinen Kameraden die letzte Förderschicht an und wurde zum 1. Januar 2011 in den Ruhestand versetzt. Die Schließung „seiner Zeche“ hat dem Bergmann Jürgen Post arg zugesetzt: „Ich hätte nicht gedacht, dass es mir und meinen Kameraden so schwer fallen würde, das Bergwerk zu verlassen“, erinnert er sich. Auch wenn Jürgen Post heute nicht mehr im Pütt arbeitet, bestimmt der Bergbau weiter sein Leben. Um seinen Pütt und seine Kumpel im Gedächtnis der Menschen zu bewahren, fotografiert und bearbeitet er Szenen aus dem Bergbau und ist auch hier wieder voller Leidenschaft bei der Sache.

„Gesichter des Bergbaus“: Hauptgebäude Bergwerk Ost in Hamm von Jürgen Post

Jürgen Posts Bilder wecken Emotionen, sie zeigen jedoch auch die Vielschichtigkeit des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Menschen und Gebäude in schwarz-weiß treffen da auf Akzente in leuchtendem Orange. Mit der Colorkey-Technik möchte Jürgen Post zeigen, dass sich in der vermeintlich grauen Gegenwart auch Möglichkeiten verbergen. Das Hauptgebäude des Bergwerks Ost steht da etwa vor bedrohlichem grauen Himmel und strahlt doch von innen. Jürgen Post spricht von „bleibender Lebendigkeit“. Für das alte Hauptgebäude „seines“ Bergwerks wünscht er sich die Umnutzung als Kreativzentrum, wie er es von der Zeche Fürst Leopold aus Dorsten kennt. So vereint Jürgen Posts Fotografie die Vergangenheit mit der Gegenwart und einer hoffnungsvollen Zukunft.

„Gesichter des Bergbaus“: Fördermaschine im Hammerkopfturm der Zeche Heinrich-Robert in Hamm von Jürgen Post

Die Fotokunstwerke sind über zweieinhalb Jahre in den Krankenhäusern und Reha-Kliniken der Knappschaft-Bahn-See in ganz Deutschland zu sehen. Erste Station war vom 11. Juni bis 15. August 2014 das Knappschaftskrankenhaus Dortmund. Vom 3. Mai bis 28. Juni 2015 zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum die „Gesichter des Bergbaus“ mit 20 eindrucksvollen Motiven von Jürgen Post, in denen immer auch ein klein wenig Wehmut mitschwingt. Sie verdeutlichen, was der Bergbau und sein jähes Ende für die Region Ruhr bedeutet haben, und machen ein Stück Zeitgeschichte erlebbar.

„Gesichter des Bergbaus“: Seilscheiben im Förderturm von Schacht Lerche in Hamm von Jürgen Post

Die Kabinettausstellung mit Werken von Jürgen Post kann während der regulären Öffnungszeiten besucht werden, der Besuch ist im Eintrittspreis von 6,50 Euro für Erwachsene, 3 Euro ermäßigt enthalten. Das Deutschen Bergbau-Museum Bochum ist „Eintritt frei“-Partner der RUHR.TOPCARD 2015 und bietet den Inhabern der Erlebniskarte für das Ruhrgebiet ganzjährig einmalig freien Eintritt in das Museum mit dem Anschauungsbergwerk, Hallen und Turmfahrt, gilt nicht bei Sonderveranstaltungen wie der ExtraSchicht.

„Gesichter des Bergbaus“ von Jürgen Post

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