Dienstag, 5. Mai 2015

Die Spielzeit 2015/2016 am Schauspiel Essen

Musicalische „Höhepunkte“ am Grillo-Theater

Heute haben Intendant Christian Tombeil, Chefdramaturgin und Vize-Intendantin Vera Ring sowie Dramaturgin Carola Hannusch im Rahmen einer Pressekonferenz den Spielplan für die Saison 2015/2016 am Schauspiel Essen unter dem Motto „Werte zählen“ vorgestellt. Für das „musicalaffine“ Publikum gibt es die Wiederaufnahme von „Cabaret“ und eine Neu­inszenierung von „My fair Lady“ zu sehen.


„Cabaret“ (Wiederaufnahme: 17. Oktober 2015, Grillo-Theater)

„Cabaret“ – nach dem Schauspiel „I am a Camera“ von John van Druten auf der Grundlage der Berliner Episoden-Romane „Mr. Norris Changes Trains“ (1935), „Goodbye to Berlin“ (1939) von Christopher Isherwood; Musik: John Kander; Gesangstexte: Fred Ebb; Buch: John Masteroff; Deutsche Bearbeitung: Robert Gilbert; Inszenierung: Reinhardt Friese; Choreografie: Stephan Brauer; Bühne: Günter Hellweg; Kostüme: Annette Mahlendorf; Lichtdesign: Michael Hälker; Sounddesign: Reinhard Dix, Markus Schmiedel; Dramaturgie: Vera Ring; Musikalische Leitung: Hajo Wiesemann. Darsteller: Jan Pröhl (Conférencier), Janina Sachau (Sally Bowles, Cabaretsängerin), Thomas Meczele (Clifford Bradshaw, Schriftsteller), Ingrid Domann (Fräulein Schneider, Pensionswirtin), Rezo Tschchikwischwili (Herr Schultz, Gemüsehändler), Marieke Kregel (Fräulein Kost, Pensionsgast), Stefan Diekmann (Ernst Ludwig, Nazi-Funktionär); „Kit-Kat-Club“-Girls: Alina Grzeschik (Rosie), Stefanie Köhm (Helga/„Two Ladies“), Florentine Kühne (Texas), Eva Löser (Lulu), Karen Müller (Hildegard), Miriam Anna Schwan (Fritzi/Gorilla-Mädchen/„Two Ladies“); „Kit-Kat-Club“-Boys: Philipp Nowicki (Bobby), Jan Rogler (Victor). „Kit-Kat-Club“-Band: Florian Esch (Trompete, Flügelhorn), Natalie Hausmann (Tenor-Saxophon, Flöte, Klarinette), Alex Morsey (Kontrabass, Tuba), Evgeny Ring (Alt-Saxophon, Flöte, Klarinette), Bastian Ruppert (Gitarre, Posaune, Banjo), Tobias Schütte (Posaune), Hajo Wiesemann (Klavier), Philipp Zdebel (Schlagzeug, Percussion). Uraufführung: 20. November 1966, Broadhurst Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 14. November 1970, Theater an der Wien, Wien. Premiere: 13. Dezember 2014, Wiederaufnahme: 17. Oktober 2015, Grillo-Theater, Essen.

Stefan Diekmann (Ernst Ludwig), Janina Sachau (Sally Bowles) und Thomas Meczele (Clifford Bradshaw); Foto Birgit Hupfeld

„Cabaret“ ist nach „Flora, the Red Menace“ (Premiere: 11. Mai 1965, Regie: George Abbott) – in der Liza Minnelli als Flora ihr Broadway Debüt gab – das zweite gemeinsame Werk des kongenialen Duos John Kander und Fred Ebb, und es sollte ihr größter Erfolg werden. Harold Prince hatte die Rechte an „I am a Camera“ von John van Druten auf der Grundlage der Berliner Episoden-Romane „Mr. Norris Changes Trains“ (1935) und „Goodbye to Berlin“ (1939) von Christopher William Bradshaw Isherwood erworben und adaptierte das bereits 1951 erfolgreich am Broadway aufgeführte und 1959 verfilmte Drama zum Musical. Er beauftragte John Masteroff mit der Bearbeitung des Stoffes, John Kander verfasste die Musik und Fred Ebb schrieb die Songtexte. „Cabaret“ feierte am 20. November 1966 seine Uraufführung am Broadhurst Theatre, wurde 1967 mit acht Tony Awards ausgezeichnet und in 1.165 regulären Vorstellungen bis 6. Oktober 1969 aufgeführt. Allein am Broadway gab es zwei Revival-Produktionen (22. Oktober 1987 bis 4. Juli 1988 und 19. März 1998 bis 4. Januar 2004), am 9. Oktober 2012 feierte in London die vierte West End Revival Produktion am Savoy Theatre ihre Premiere. Als Rolf Kutschera „Cabaret“ am 14. November 1970 im Theater an der Wien als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne brachte, reagierten Presse und Publikum mit Ablehnung darauf, nationalsozialistische Verbrechen im Rahmen des unterhaltenden Musiktheaters darzustellen. Hilfreich dürfte sich die Verfilmung des Musicals in der Regie von Bob Fosse mit Liza Minnelli in der Rolle der Sally Bowles erwiesen haben, die 1972 in die Kinos kam und mit insgesamt acht Oscars ausgezeichnet wurde. Nach ständig ausverkauften Vorstellungen in der Spielzeit 2014/2015 ist die Wiederaufnahme am Grillo-Theater nur folgerichtig.

Vorverkaufsbeginn: 29. August 2015. Termine: 17. Oktober, 8. (19.00 Uhr), 20. November, 17. Dezember 2015; 9., 10. (19.00) Januar 2016 (Wenn keine andere Uhrzeit angegeben ist, beginnt die Vorstellung um 19.30 Uhr.)


„My fair Lady“ (Premiere: 5. Dezember 2015, Grillo-Theater)

„My fair Lady“ – nach dem Schauspiel „Pygmalion“ von George Bernard Shaw und dem Film (1938) von Gabriel Pascal; Musik: Frederick Loewe; Gesangstexte, Buch: Alan Jay Lerner; Deutsche Bearbeitung: Robert Gilbert; Inszenierung: Robert Gerloff; Choreografie: Stephan Brauer; Bühne: Maximilian Lindner; Kostüme: Johanna Hlawica; Lichtdesign: N. N.; Videographie: Heta Multanen; Sounddesign: N. N.; Dramaturgie: Carola Hannusch; Musikalische Leitung: Hajo Wiesemann. Darsteller: Jan Pröhl (Prof. Henry Higgins, Phonetiker), Anne Schirmacher (Eliza Doolittle, Blumen­mädchen), Thomas Büchel (Alfred P. Doolittle, Elizas Vater, ein Müllkutscher), Sven Seeburg (Oberst Hugh Pickering, Higgins´ Freund und Kollege), Ingrid Domann (Mrs. Higgins, Higgins´ Mutter/Mrs. Eynsford-Hill, Freddys Mutter), Laura Kiehne (Mrs. Pearce, Higgins´ Hausdame/Clara Eynsford-Hill), Stephan Brauer (Harry), Thomas Meczele (Jamie, Freunde von Doolittle), N. N. (George, Besitzer eines Pubs), Philipp Noack (Freddy Eynsford-Hill, Elizas Verehrer), N. N. (Lord Boxington), N. N. (Lady Boxington), Rezo Tschchikwischwili (Prof. Zoltan Karpathy, Phonetikexperte), N. N. (Mrs. Hopkins), Jan Rogler (Butler James). Uraufführung: 15. März 1956, Mark Hellinger Theatre, New York City. Deutschsprachige Erst­auf­führung: 25. Oktober 1961, Theater des Westens, Berlin. Premiere: 5. Dezember 2015, Grillo-Theater, Essen.

Leidenschaft ist das Stichwort für Henry Higgins in „My Fair Lady“. Dessen Passion ist die Sprache. Und so wettet er, dass es ihm gelingt, binnen sechs Monaten aus dem frechen Blumenmädchen Eliza Doolittle eine feine Dame zu machen. Dafür müsste er nur ihren Gossenjargon in einen gesell­schafts­fähigen Konversationston verwandeln. Während Eliza vom sozialen Aufstieg träumt, sieht der eingefleischte Junggeselle Higgins in ihr nur ein ideales Versuchsobjekt – und ignoriert vehement, dass ihm das rotzige Blumenmädchen eigentlich sehr gefällt…

„My fair Lady“ ist eines der meistgespielten Musicals im deutschsprachigen Raum. Nach Probeaufführungen in New Haven und Philadelphia erlebte das Werk schon bei der ersten Broadway-Produktion 2.717 Vorstellungen. „Wenn „Kiss me, Kate“ als Initialzündung anzusehen ist, so bricht „My fair Lady“ den Bann und setzt das Musical als festen Bestandteil des Repertoires auf den deutschsprachigen Bühnen dauerhaft durch.“ stellte Wolfgang Jansen in „Cats & Co.“ fest. Gibt es überhaupt noch jemanden, der das 1957 mit sechs Tony Awards ausgezeichnete Musical noch nie gesehen hat? Ab 4. Oktober 1997 stand das Stück mit Charles Brauer als Henry Higgins am Aalto-Musiktheater für drei Spielzeiten bis 7. Januar 2000 auf dem Spielplan.

Vorverkaufsbeginn: 29. August 2015. Termine: 5. Dezember (Premiere), 11., 27. (19.00 Uhr), 31. (19.00 Uhr) Dezember 2015; 8., 30., 31. (16.00 Uhr) Januar; 3., 28. (19.00 Uhr) Februar; 10., 11., 19. März; 6. April 2016 (Wenn keine andere Uhrzeit angegeben ist, beginnt die Vorstellung um 19.30 Uhr.)

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