Donnerstag, 23. April 2015

Vorschau: Römisches Handwerkerfest im LVR-Archäologischen Park Xanten

Römischer Alltag – Erlebnis in den neuen Hand­werker­häusern

Sehen – fühlen – schmecken: Beim ersten Römischen Handwerkerfest im LVR-Archäologischen Park Xanten von Freitag, 1. Mai, bis Sonntag, 3. Mai 2015, kommt mit Mitmachen und Ausprobieren eine weitere Variante hinzu. Im Zentrum des Geschehens stehen die neuen Handwerkerhäuser vis-à-vis der römischen Herberge. Die umfangreiche Schau auf das antike Handwerk wird am ersten Maiwochenende von 10 Uhr bis 17 Uhr zu einem Erlebnis. Es gelten die normalen Eintrittspreise (Erwachsene 9 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei), jedoch keine Rabatte oder sonstigen Vergünstigungen (Sonderveranstaltung).

Vor dem Laden des Webers; Foto Axel Thünker DGPh

So umfangreich und vielfältig war das antike Handwerk im LVR-Archäologischen Park Xanten noch nie zu sehen. Arbeiten und Wohnen – der Lebensalltag der römischen Antike wird an diesem Maiwochenende von über 100 Akteuren gespiegelt. Rom war eben mehr als Kaiser und Legionäre – insbesondere in der Colonia Ulpia Traiana bei Xanten. Weshalb auch unter der Projektleitung von Dr. Peter Kienzle drei Handwerkerhäuser in Lehmbauweise mit ihren Werkstätten und Wohnräumen entsprechend der archäologischen Befundlage in Xanten rekonstruiert wurden: Verkaufsräume sowie die Werkstätten für Weber, Fein- und Eisenschmiede und Bronzegießer.

Der römische Schmied in seiner neuen Werkstatt; Foto Axel Thünker DGPh

Hand-Werk ist dabei wörtlich zu nehmen, denn die nützlichen Dinge des Alltags – vom Kochtopf bis zur Tunika – entstanden ohne Strom und Maschinen. Das ging gut, wie beim Hand­werker­fest u. a. Schuhmacher, Schneiderinnen, römische Imker oder Knochenschnitzer zeigen. Lohnenswert ist auch der Abstecher zur römischen Schiffswerft, die ihre Arbeit an der Rekonstruktion römischer Schiffe wieder aufgenommen hat. Für das Handwerkerfest verlegt Schiffsbaumeister Kees Sars die Aktivitäten von der Werft neben dem LVR-RömerMuseum auf eine Wiese mitten ins Geschehen.

römischer Schuhmacher

Weil auch damals für Handwerker galt, dass Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhalten, werden römische Bäcker, Köche und Winzer servieren, was die antike Küche zu bieten hatte.

Bei alledem wird nicht nur gezeigt, sondern auch erklärt. Besucherinnen und Besucher können mitmachen und selber erfühlen, wie aus einem Stück Leder ein Schuh wird, aus einem Stück Knochen ein Schmuckstück oder ein Esswerkzeug entsteht. Kaufen geht übrigens auch.

Archäotechnikern Gisela Michel am rekonstruierten Webstuhl; Foto Axel Thünker DGPh

Keine Kommentare: